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Goldener Handschlag für Julian Nagelsmann: Wann lernt der DFB endlich aus seinen Fehlern?

Дата публикации: 05-07-2026 05:57:02

Wieder wird für einen Bundestrainer eine Millionen-Abfindung fällig. Weil der DFB in steter Regelmäßigkeit Verträge zum falschen Zeitpunkt aufsetzt oder verlängert.

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Andreas Rettig hatte noch etwas Nettes mitzuteilen über Julian Nagelsmann: „Ich möchte ihm auch danken, denn sein Entgegenkommen bei der Vertragsauflösung war nicht selbstverständlich“, sagte der amtierende Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Nagelsmann ist am Freitag offiziell von seinem Amt als Bundestrainer der Fußball-Männernationalmannschaft zurückgetreten, für die er eigentlich noch bis nach der Europameisterschaft 2028 die sportliche Verantwortung tragen sollte. Doch nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der WM in Nordamerika war Nagelsmann nicht mehr tragbar.

Man kann davon ausgehen, dass dem 38-Jährigen das im Laufe der Tage nach dem Ausscheiden gegen Paraguay selbst bewusst geworden ist. Ebenso ist wahrscheinlich, dass ihm die DFB-Verantwortlichen klar gemacht haben dürften, dass sie nicht mehr mit ihm planen.

Zumindest finanziell war Nagelsmann allerdings noch in einer guten Position, denn für die vertraglich vereinbarte Zeit bis 2028 hätten ihm noch zwei Jahresgehälter in Höhe von jeweils sieben Millionen Euro zugestanden. Darauf zu verzichten, hätte nach der sportlichen Bankrotterklärung wohl aus seiner Sicht auch eine wirtschaftliche bedeutet.

Und so traf man sich wie so oft in solchen Fällen eben in der Mitte – bei rund 6,8 Millionen Euro soll die Abfindung für Nagelsmann laut „Kicker“ liegen. Wobei auch die Zahlungen an seine Co-Trainer in dieser Summe enthalten sind.

Ich möchte ihm auch danken, denn sein Entgegenkommen bei der Vertragsauflösung war nicht selbstverständlich.

Andreas Rettig über Julian Nagelsmann

Nun kann man es wie Andreas Rettig sehen und Nagelsmann danken oder Lothar Matthäus folgen, der gleich die Charakterfrage stellte und Nagelsmann zum Verzicht auf weiteres DFB-Geld aufforderte.

Ob Matthäus das selbst in so einem Falle in Erwägung ziehen würde, sei einmal dahingestellt. Interessanter ist ohnehin die Frage, warum der größte Sportverband Deutschlands einmal mehr voreilig einen Vertrag verlängert hat, ohne sich in irgendeiner Form abzusichern.

So soll der Kontrakt von Nagelsmann zwar leistungsbezogen gewesen sein. Aber um keine Abfindung bei einer Entlassung zahlen zu müssen, hätte die Nationalelf bei dieser XXL-WM schon in der Vorrunde ausscheiden müssen. Warum hier nicht ambitionierte Ziele festgehalten wurden, die der ausgeschiedene Bundestrainer ja selbst formuliert hatte, bleibt rätselhaft.

Und es erinnert an frühere Fehler, die der DFB bei Verträgen gemacht hat. Schon unmittelbar vor der Heim-EM 2024 war Nagelsmann mit einem neuen Kontrakt ausgestattet worden, der bis zur WM 2026 gelten sollte. Im Januar 2025 ist er schließlich bis 2028 verlängert worden – ohne Not und ohne Ergebnisse.

Gleiches Bild zuvor bei Martina Voss-Tecklenburg. Mit der Bundestrainerin des Frauenteams wurde das Arbeitspapier drei Monate vor der WM-Endrunde 2023 bis 2025 verlängert. Als die deutsche Mannschaft in der Vorrunde ausschied, wurden Zweifel an Voss-Tecklenburg laut. Im November 2023 kam es zur Vertragsauflösung. Bei der Abfindung soll die Trainerin dem Verband immerhin entgegengekommen sein und sich mit einem hohen sechsstelligen Betrag zufriedengegeben haben.

Als Hansi Flick 2021 zum Wunsch-Bundestrainer aufstieg, erhielt er gleich einen Vertrag bis nach der Heim-EM 2024. Die erste Bewährungsprobe setzte Flick bei der WM 2022 in Katar komplett gegen die Wand, er durfte aber weitermachen, ehe er ein Jahr später doch gehen musste – das ausstehende Gehalt soll da noch etwa 4,5 Millionen Euro betragen haben.

Ein Muster an Verfehlungen

Schon bei Joachim Löw gab der DFB eine unglückliche Figur ab. Obwohl der seit dem WM-Titel 2014 nicht mehr viele Erfolge vorweisen konnte, blieb er noch bis 2021 im Amt. Nach der damals wegen Corona um ein Jahr verschobenen EM-Runde trat er wie jetzt Nagelsmann zurück, erhielt aber noch eine Abfindung.

Rechnet man nur die ungefähren, vom DFB nicht bestätigten Zahlungen an Ex-Trainerinnen und -Trainer in den vergangenen fünf Jahren zusammen, steht eine Summe von rund 16 Millionen Euro im Raum.

Sollte nun Jürgen Klopp aus seinem Vertrag mit Red Bull herausgekauft werden müssen, könnte diese Zahl schnell Richtung 20 Millionen wachsen. Ganz davon abgesehen, dass auch der neue Bundestrainer ein stattliches Gehalt kassieren wird, welches vom DFB so ursprünglich gar nicht vorgesehen war.

Bleibt zu hoffen, dass sich der Verband nicht wieder in purer Verzweiflung die Vertragsinhalte von der Trainerseite diktieren lässt, sondern sie dieses Mal klar leistungsbezogen formuliert. Noch besser wäre es, wenn ein Vertrag von vornherein immer nur für zwei Jahre bis nach einem Turnier Gültigkeit besitzt und der DFB im Erfolgsfalle Prämien an den Bundestrainer auszahlt – und seinerseits eine Option auf Verlängerung besitzt.

Damit sich ein künftiger Geschäftsführer nach der womöglich nächsten Enttäuschung beim Hauptverantwortlichen nicht wieder kleinlaut bedanken muss, weil er dem klammen DFB wenigstens ein wenig des dringend benötigten finanziellen Spielraums gelassen hat.

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: -5. Информативность: 7. Источник: www.tagesspiegel.de.