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„Er lügt, um die alten Lügen aufrechtzuerhalten“: Tagesspiegel-Community zu Wegners Reaktion auf den Stromausfall

Дата публикации: 09-07-2026 07:02:30

Kai Wegner führte am Morgen des Berliner Blackouts kein einziges Telefonat — und verschwieg es monatelang. Das Urteil vieler Leserinnen und Leser: Wer lügt, um Lügen zu decken, hat das Amt verwirkt.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat nach Recherchen des Tagesspiegels öffentlich falsche Angaben über sein Verhalten am Morgen des Stromausfalls gemacht. Er telefonierte nicht, wie behauptet, ab 8 Uhr, sondern führte bis 12:45 Uhr kein einziges Telefongespräch.

Unsere Community stört sich dabei weniger an der Frage, wann Wegner mit wem telefonierte, sondern an seiner unehrlichen Kommunikation, die nur häppchenweise die Öffentlichkeit erreichte. Tagesspiegel-Nutzer Adsel schreibt: „Ein ehrlicher Politiker hätte sagen können, dass er anfangs die Situation in ihrer Tragweite nicht gesehen hat und einfach Zeit mit der Familie verbringen wollte. Das wäre glaubhaft und verzeihbar gewesen. Aber so?“

Für die Tagesspiegel-Community wird der Stromausfall zur grundsätzlichen Vertrauensfrage für den Regierenden Bürgermeister Wegner. Viele schreiben: Fehler passieren, gerade in Ausnahmesituationen. Aber die Kommunikation danach müsse nachvollziehbar sein. Und wer später erklären muss, warum eine Aussage nicht stimmt, beschädigt nicht nur sich selbst, sondern auch das Amt.

Lesen Sie hier eine redaktionelle Auswahl der Kommentare aus der Tagesspiegel-Community.


Karl_Brensberger
„Offenbar wissentlich die Unwahrheit gesagt“ – ja, kann man so formulieren. Man kann auch sagen: Er hat gelogen. Seine Stadt, die Öffentlichkeit dreist angelogen.


iGELig
Warum hat er nicht einfach die Wahrheit gesagt? Das Lügen erscheint ja fast zwanghaft – eine Lüge nach der anderen, um die jeweils vorherige zu decken. Eine ziemliche Kommunikationskatastrophe, bei der laufend die jeweils schlechteste Option gezogen wurde.


familienkutscher
Auch wenn die CDU die für mich wählbarste Partei war, ist das Vorgehen von Wegner an Unfähigkeit nicht zu überbieten. Hätte er am Anfang gesagt: „Sorry, am Anfang dachten alle, es ist nichts Besonderes, und ich habe mich gekümmert, als klar wurde, wie schlimm es ist“ – wäre alles vergessen und vorbei. Aber zu lügen und dann weiterzulügen, um die alten Lügen aufrechtzuerhalten, ist einfach blöd.


Danzett
Ich habe wahrhaft ein persönliches Problem mit Leuten im Staatsdienst, deren Erinnerung nicht richtig funktioniert und die auch nicht in der Lage sind, einfachste Anruflisten oder E-Mail-Verläufe zu speichern und mit geradem Rücken für ihr verantwortetes Volk einzustehen.

Ein BM, der am Morgen einer Katastrophe mit NIEMANDEM telefoniert – also nicht mal mit den falschen Stellen oder ungeeigneten Stellen, sondern mit NIEMANDEM? Was mich noch mehr irritiert: Selbst wenn ihn Leute angerufen haben und mit ihm sprechen WOLLTEN, scheint er ja nicht rangegangen zu sein – dann zum Tennis. Wenn Mitarbeitende das machen, ist das Arbeitszeitbetrug im Homeoffice. Maximal irritiert. Sehr, sehr unprofessionell.


Urbi_et_Orbi
Wer Häuser und Grundstücke bewirtschaftet, muss oft genug am Wochenende Notdiensteinsätze fahren oder Samstag um 20:00 Uhr ans Telefon gehen. Sehr oft wegen Kleinigkeiten, die weitaus weniger dramatisch sind als dieser Stromausfall.
Schwer vorstellbar, dass der Regierende am 03.01.2026 bis 12:45 Uhr kein einziges Telefonat geführt hat. Ich kann mir das nur mit a) völlig falschen Prozessen oder b) mit Desinteresse und Fehleinschätzung der Lage erklären.

Spätestens seit diesen Veröffentlichungen hätte das Handy des Regierenden nicht mehr stillstehen dürfen

Tagesspiegel-Nutzer Urbi_et_Orbi

Um 12:00 Uhr gab es die ersten Veröffentlichungen in fast allen Online-Medien mit Nennung der Zahl von 45.400 betroffenen Haushalten und 2.200 Betrieben. Spätestens seit diesen Veröffentlichungen hätte das Handy des Regierenden nicht mehr stillstehen dürfen und niemand wäre auf die irrige Idee gekommen, in diesem Moment Tennis spielen zu gehen.


su1001
Ein schönes Beispiel dafür, dass Lügen irgendwann aufgedeckt werden und einem um die Ohren fliegen. Hätte Herr Wegner direkt gesagt, er hätte halt Wochenende gehabt, wäre wie jeden Samstag mittags eine Runde Tennis spielen gewesen und hätte erst am Nachmittag das Ausmaß richtig eingeschätzt – wäre die Sache heute vergessen. Aber so, mit immer weiteren Lügen, ist er einfach nur noch peinlich.


TeeKay
Was bei allen Kommentaren zu kurz kommt, ist der Fakt, dass in allen Fällen erst mal geklagt werden musste, um die Informationen zu bekommen.

Wegner hat also Steuergeld ausgeben lassen, um sich persönlich vor der Veröffentlichung unliebsamer Informationen zu schützen.

Tagesspigel-Nutzer TeeKay

Wegner hat also Steuergeld ausgeben lassen, um sich persönlich vor der Veröffentlichung unliebsamer Informationen zu schützen. Der Staat selbst hatte ja kein schützenswertes Interesse an der Geheimhaltung, sondern im Gegenteil als quasi Arbeitgeber Wegners ein Interesse an der Aufdeckung von Fehlverhalten.


JeanLuc7
Die Dummheit besteht nicht darin, einen Fehler zu machen, sondern darin, zu glauben, ihn vertuschen zu können. Allerdings will die Bundesregierung dem einen Riegel vorschieben. Denn wenn – wie geplant – das Informationsfreiheitsgesetz de facto abgeschafft wird, wird die Vertuschung viel einfacher werden.


FRO...
Im Zweifel für den Angeklagten. Bisher weiß niemand wirklich, was Herr Wegner den Morgen und Vormittag gemacht hat. Vielleicht landete und hing er bei seinen Telefonaten immer wieder in den Warteschleifen und redete in seiner Aufregung und Verzweiflung, in der Annahme, es wären Vertreter der zuständigen Stellen, mit den Warteschleifenstimmen. So etwas kann einem Bürgermeister, der sich bis zur Erschöpfung für die Menschen seiner Stadt einsetzt, ja schon einmal passieren.

Verständlich, dass er über diese etwas peinlichen „Geistergespräche“ im Nachhinein nicht reden will. Und dass er nach diesen anstrengenden und unergiebigen Telefonaten zum Tennisspielen gehen musste, um den Kopf freizubekommen, wird jeder nachvollziehen können, der schon einmal versucht hat, mit einer Warteschleifenstimme zu sprechen.


Kater_v.Fischers
Wegner ist unser Joe Biden. Seit dem Blackout und den Umständen drum herum ist er erledigt, aber statt zu gehen und einem Nachfolger die Chance zu geben, sich in Stellung zu bringen, klebt er an seinem Stuhl und schmälert so die Chancen der CDU bei der kommenden Wahl.


crossoverhill
Dass Wegner am Vormittag des 3. Januar der Lage nicht mit der gebotenen Entschlossenheit gegenübertrat, ist schlimm genug. Dass er das dann auch noch zu vertuschen und mit Lügen zu beschönigen wollte, ist noch weit schlimmer. Er sollte nicht mehr antreten – das ist er auch der CDU schuldig.

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