Infolge des Anschlags auf das Berliner Stromnetz haben Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz neue Organisationsstrukturen geschaffen.
Der Anschlag am 3. Januar 2026 auf Berlins Stromnetz beschäftigt Behörden und Koalition auf Landes- und Bundesebene.
Foto: Michael Kappeler/dpa
Infolge des Brandanschlags auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar 2026 haben sowohl das Bundeskriminalamt (BKA) als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) neue Organisationsstrukturen geschaffen – das geht aus einer Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs Christoph de Vries (CDU) auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor. Die neuen Strukturen sollen sowohl die Aufklärung des Anschlags vorantreiben als auch künftig linksextremistische Angriffe auf kritische Infrastrukturen systematisch analysieren.
Der Anschlag hatte einen tagelangen Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf mit Zehntausenden Betroffenen zur Folge und gilt als größter Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte Berlins. Seither beschäftigt er nicht nur die Berliner Landespolitik, sondern auch Behörden und Koalition auf Bundesebene.
Nach dem Anschlag am 3. Januar sei, so heißt es in der Antwort weiter, »lageangepasst umgehend eine deutliche Intensivierung der Auswerte- und Ermittlungstätigkeit« erfolgt. Für BKA und BfV sei zudem eine weitere Stärkung geplant. Auskünfte zum genauen Umfang möglicher künftiger Personalzuwächse könne die Bundesregierung derzeit nicht geben, da diese Gegenstand des laufenden Haushaltsaufstellungsverfahrens seien.
»Der auf vier Wochen begrenzte Zeugenaufruf mit einer Auslobung in Höhe von einer Million Euro endete am 24.02.2026. Dem Bundeskriminalamt wurde bis zum Ablauf der Frist eine mittlere dreistellige Zahl an Hinweisen zugeleitet, welche entsprechend auch über den Auslobungszeitraum hinaus weiterhin bearbeitet und intensiv überprüft werden«, teilt ein BKA-Sprecher auf nd-Anfrage mit. Weitere Auskünfte hinsichtlich der Tatverdächtigen oder zum Aufklärungsstand könne die Behörde aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht geben.
Kurz nach dem Anschlag waren mehrere mutmaßliche Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe aufgetaucht, die das BfV als linksextremistische Gruppe einstuft. Taten unter diesem Namen registrieren die Behörden seit 2011. Keine 24 Stunden nach dem Auftauchen des Bekennerschreibens hatte Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg mit harten Konsequenzen gegen Linksextreme und »die Antifa« gedroht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) teilte im Januar mit: »Wir rüsten auf für den Kampf gegen den Linksextremismus.«
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