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Umfrage | Berlins Regierender Bürger­meister auf dem Tiefpunkt

Дата публикации: 03-07-2026 08:01:00

So unzufrieden wie mit dem CDU-Politiker Kai Wegner war die Bevölkerung noch mit keinem anderen Rathauschef.

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Geht Kai Wegner (CDU) seiner Ablösung als Regierender Bürgermeister entgegen?

Geht Kai Wegner (CDU) seiner Ablösung als Regierender Bürgermeister entgegen?

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Seit Kai Wegner im Jahr 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin wurde, hat seine CDU in sämtlichen Meinungsumfragen mehr oder weniger vorn gelegen. Die Linke schlug die Hauptstadt-CDU zwar bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Doch bezogen auf die im September 2026 kommende Berliner Abgeordnetenhauswahl lag sie in der Wählergunst bisher immer mindestens einen Prozentpunkt hinter der CDU. Nun sind die Sozialisten erstmals an der CDU vorbeigegangen. Sie führen jetzt mit einem Umfragewert von 20 Prozent. Der Traum, dass ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp Kai Wegner ablöst, könnte wahr werden.

Damit nicht genug haben sich die Grünen mit 19 Prozent und die AfD mit 18 Prozent auf die Plätze zwei und drei vorgeschoben. Die CDU ist mit ihren jetzt noch 17 Prozent auf Rang vier abgerutscht. Auf Platz fünf folgt mit 13 Prozent ihr Koalitionspartner SPD. Alle anderen Parteien – insgesamt 26 wollen sich an der Abgeordnetenhauswahl beteiligen – würden den Einzug ins Parlament verpassen. Auch das BSW und die FDP mit je drei Prozent würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Das sind die Ergebnisse einer am Mittwoch vom Sender RBB veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap.

»Der Vorsprung in den Umfragen ist kein Zufall«, meint Elif Eralp. »Er ist die Antwort auf eine einfache Frage: Wie viel darf Wohnen kosten, bevor eine Stadt aufhört, gerecht zu sein.« Die Linke habe diese Frage ins Zentrum gestellt, weil die Sorgen der Bevölkerung »in jedem Kiez, an jeder Haustür« spürbar seien. »Menschen, die sich lange nicht gehört fühlten, schenken uns ihr Vertrauen«, registriert Eralp bei jedem Termin.

Laut Umfrage halten inzwischen 30 Prozent der wahlberechtigten Berliner die überhöhten Mieten für das wichtigste politische Problem der Stadt, das vordringlich gelöst werden müsste. Den Umweltschutz, dem sich die Grünen mit besonderer Hingabe widmen, sehen nur drei Prozent als vordringlich an. Die Kriminalitätsbekämpfung – ein klassisches CDU-Thema – halten nur sieben Prozent für so wichtig. Bei der von der AfD leidenschaftlich bearbeiteten Asylpolitik sieht es mit acht Prozent kaum anders aus.

»Menschen, die sich lange nicht gehört fühlten, schenken uns ihr Vertrauen.«

Elif Eralp Linke-Spitzenkandidatin

»Aber ich weiß, Zahlen in einer Umfrage sind noch keine Kreuze auf dem Stimmzettel«, gesteht Elif Eralp. Tatsächlich sind Umfragen fünf Monate vor dem Wahltermin anders als noch vor 15 oder 20 Jahren wenig aussagekräftig. Erfahrungsgemäß geht es heute selbst wenige Tage vor der Wahl oft noch stark auf und ab.

Doch die Zufriedenheit mit der Koalition ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Nur noch 16 Prozent der Befragten sind zufrieden mit dem Berliner Senat, und sehr zufrieden ist in Prozenten ausgedrückt niemand mehr. 48 Prozent der Befragten sind weniger zufrieden und 30 Prozent überhaupt nicht.

Schon der im April ermittelte Umfragewert von 16 Prozent Zufriedenen und damals noch einem Prozent sehr Zufriedenen war ein Tiefpunkt für den aktuellen Senat – nur noch unterboten vom ersten rot-roten Senat der Hauptstadt 2003 nach einem Jahr an der Macht. Das war die Zeit des »Sparens, bis es quietscht«, wie es der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) formuliert hatte. Es gab einen sozialen Kahlschlag ohne Beispiel. Dass eine rot-rote Koalition so brachial vorgehen würde, inklusive der Privatisierung landeseigener Wohnungsbestände, hatte niemand für möglich gehalten.

Immerhin brauchte es zwölf Jahre, bis die Beliebtheit des anfangs populären Wowereit derart abgerutscht war, dass er 2014 zurücktrat. Mit Kai Wegner sind bereits nach drei Jahren im Amt nur noch 18 Prozent der Befragten einverstanden. So schlecht wie Wegner hat im Berlin-Trend des RBB noch kein anderer Regierender Bürgermeister abgeschnitten.

Bei den Spitzenkandidaten der anderen Parteien sieht es allerdings keineswegs besser aus. Mit Steffen Krach (SPD) sind nur neun Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, mit Elif Eralp (Linke) und Kirsten Brinker (AfD) lediglich jeweils acht Prozent, mit Werner Graf (Grüne) sechs Prozent. Dabei ist zu beachten, dass maximal ein Drittel der Bevölkerung mit diesen Namen etwas anfangen kann. Steffen Krach kennen 33 Prozent der Befragten, Elif Eralp 27, Kirsten Brinker 31 und Werner Graf 24 Prozent. Nicht einmal den Regierenden Bürgermeister kennt jeder. Wer er ist, wissen 83 Prozent der Befragten.

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