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Kündigungsatlas: Auswertung zeigt, wer besonders häufig entlassen wird – und wie ihr euch schützen könnt

Дата публикации: 08-07-2026 06:49:38

Jedes dritte Unternehmen will Arbeitnehmer entlassen. Wer am häufigsten gekündigt wird und welche Fristen ihr kennen solltet.

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Portrait of serious businessman looking at colleague

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Getty Images

Verheiratete Männer stellen die größte Gruppe unter den Gekündigten in Deutschland, zeigen Auswertungen des Verbraucherrechtsportals Allright.

Die Höhe der Abfindungen reicht von 12,50 Euro bis 157.000 Euro brutto

Fast jede sechste Kündigung erfolgt fristlos, obwohl so eine Entlassung nur unter strengen Voraussetzungen überhaupt zulässig ist.

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland plant für 2026 einen Stellenabbau. Das zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders in der Industrie verschlechtern sich die Aussichten: 41 Prozent der Unternehmen wollen Personal abbauen, nur etwa jede siebte Firma plant Neueinstellungen.

Für Beschäftigte steigt damit das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren. Wer eine Kündigung erhält, sollte allerdings nicht vorschnell aufgeben. Ob Abfindung, Kündigungsschutzklage oder formale Fehler des Arbeitgebers – oft entscheidet sich schon in den ersten Wochen nach Zugang der Kündigung, welche Ansprüche ihr noch durchsetzen könnt.

Wie Kündigungen in der Praxis aussehen, zeigt der aktuelle „Kündigungsatlas“ des Onlineportals Allright. Dafür wurden 3207 Kündigungsfälle analysiert. Die Daten sind zwar nicht repräsentativ für den gesamten Arbeitsmarkt, geben aber Einblicke in die Frage, welche Beschäftigtengruppen besonders häufig betroffen waren, wie hoch Abfindungen ausfielen und welche Fehler ihr nach einer Kündigung vermeiden solltet.

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Wen die Kündigungswelle zuerst erwischt

In den von Allright ausgewerteten Kündigungsfällen waren Männer häufiger vertreten als Frauen. Ihr Anteil lag bei 57,4 Prozent, Frauen kamen auf 42,6 Prozent. Auch beim Familienstand zeigen sich Unterschiede: 46,7 Prozent der Betroffenen waren verheiratet, 43,1 Prozent ledig und 8,9 Prozent geschieden. Verheiratete Männer stellten innerhalb der Auswertung die größte Einzelgruppe.

„Für verheiratete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann eine Kündigung besonders belastend sein, da häufig nicht nur die eigene finanzielle Situation betroffen ist, sondern auch familiäre Verpflichtungen eine Rolle spielen“, sagt Rabia Zayani, Arbeitsrechtsexpertin bei Allright. Die Betroffenen waren im Durchschnitt 41,4 Jahre alt. Die größte Altersgruppe bildeten die 31- bis 40-Jährigen mit 34,3 Prozent.

Auch eine längere Betriebszugehörigkeit schützt nicht automatisch vor einer Kündigung. Besonders häufig erfolgten Kündigungen nach zwei bis fünf Jahren Beschäftigungsdauer. Auf diese Gruppe entfielen 34,4 Prozent der ausgewerteten Fälle. In 5,2 Prozent der Fälle endete das Arbeitsverhältnis bereits innerhalb der ersten sechs Monate.

Das durchschnittliche Gehalt der Gekündigten beträgt rund 3.319 Euro brutto.

Das durchschnittliche Gehalt der Gekündigten beträgt rund 3.319 Euro brutto.

Allright „Kündigungsatlas 2026“

Beim Gehalt und der Abfindung zeigen sich große Unterschiede

Auch beim Einkommen zeigen sich deutliche Unterschiede. Männer verdienten zum Zeitpunkt der Kündigung im Durchschnitt 4.442,80 Euro brutto im Monat, Frauen 3.226,87 Euro. Die Differenz lag bei 1.215,93 Euro beziehungsweise 27,4 Prozent des durchschnittlichen Männergehalts.

Auch bei den Abfindungen zeigen sich Unterschiede. In Fällen, in denen überhaupt eine Abfindung gezahlt wurde, lag diese im Durchschnitt bei 7.392,92 Euro brutto. Die Spannweite war dabei enorm. Die niedrigste dokumentierte Abfindung lag bei 12,50 Euro, die höchste bei 157.000 Euro brutto. Männer erhielten durchschnittlich 8.349,82 Euro brutto, Frauen 5.836,04 Euro.

„Wenn Frauen bereits im laufenden Arbeitsverhältnis weniger verdienen, wirkt sich das im Kündigungsfall oft doppelt aus“, erklärt die Arbeitsrechtsexpertin Zayani. Ein geringeres Gehalt erhöhe die finanzielle Belastung nach dem Jobverlust und wirke sich zudem auf die Höhe möglicher Abfindungen sowie des Arbeitslosengeldes aus.

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Kündigung: In diesen Fällen lohnt sich ein Anwalt

Die meisten Kündigungen erfolgten ordentlich. Dennoch entfielen 15,6 Prozent der Fälle mit bekannter Kündigungsart auf außerordentlich fristlose Kündigungen. Erlaubt ist das eigentlich nur unter strengen Voraussetzungen. Es müsse ein wichtiger Grund vorliegen, der es dem Arbeitgeber unzumutbar mache, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Frist fortzusetzen, erklärt Zayani.

Betroffene sollten deshalb prüfen lassen, ob die fristlose Kündigung tatsächlich rechtmäßig ist. In 64,7 Prozent der ausgewerteten Fälle nannten Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund. Wurde ein Grund angegeben, handelte es sich meist um betriebsbedingte Kündigungen.

Auffällig ist auch der Zeitpunkt der Kündigungen. Während im Vorjahr noch der Montag der häufigste Kündigungstag war, entfielen 2026 die meisten Kündigungen auf einen Freitag. 19,6 Prozent der ausgewerteten Fälle wurden an diesem Wochentag ausgesprochen. Mehr als die Hälfte der Kündigungen erfolgte zudem zum Monatsende.

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„Wer eine Kündigung erhält, sollte die Drei-Wochen-Frist für eine Kündigungsschutzklage unbedingt im Blick behalten“, betont Zayani. Wer diese Frist versäume, müsse die Kündigung in der Regel hinnehmen, selbst wenn sie eigentlich anfechtbar gewesen wäre. Deshalb sei es wichtig, regelmäßig den Briefkasten oder das E-Mail-Postfach zu prüfen oder bei längerer Abwesenheit eine vertrauenswürdige Person damit zu beauftragen.

Arbeitsexpertin Rabia Zayani rät Betroffenen, im Zweifel anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor ein Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag unterschrieben wird. Viele Arbeitgeber seien bereit, eine Abfindung zu zahlen, um langwierige Verfahren zu vermeiden.

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Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 7. Источник: www.businessinsider.de.