Der Leserbericht schildert eine INNO3D RTX 5090, die nach einer Überarbeitung der thermischen Anbindung der GPU laut Leser wieder stabil mit Werkseinstellungen lief. Die dokumentierte Veränderung spricht für einen Zusammenhang mit dem Wärmeübergang zwischen Chip und Kühler, belegt ihn wegen fehlender vergleichbarer Testbedingungen aber nicht abschließend. Zugleich zeigt der Fall, warum eine Rückerstattung bei knapper Verfügbarkeit nicht automatisch einen gleichwertigen Ersatz ermöglicht. Wichtigste Fakten Der Leser dokumentierte einen auffälligen Abstand zwischen GPU-Temperatur und Hotspot und untersuchte den Wärmeleitkontakt zwischen GPU und Kühler.
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Der Leserbericht schildert eine INNO3D RTX 5090, die nach einer Überarbeitung der thermischen Anbindung der GPU laut Leser wieder stabil mit Werkseinstellungen lief. Die dokumentierte Veränderung spricht für einen Zusammenhang mit dem Wärmeübergang zwischen Chip und Kühler, belegt ihn wegen fehlender vergleichbarer Testbedingungen aber nicht abschließend. Zugleich zeigt der Fall, warum eine Rückerstattung bei knapper Verfügbarkeit nicht automatisch einen gleichwertigen Ersatz ermöglicht.
Wichtigste FaktenDer Leser dokumentierte einen auffälligen Abstand zwischen GPU-Temperatur und Hotspot und untersuchte den Wärmeleitkontakt zwischen GPU und Kühler.INNO3D teilte dem Leser mit, dass neuere Modelle bereits mit PTM ausgeliefert würden. Laut Artikel wurde ihm keine Reparatur angeboten.Nach dem Austausch des Wärmeleitmaterials an der GPU berichtete der Leser von stabilem Betrieb mit Werkseinstellungen. Wärmeleitpads und Putty auf Speicher und Spannungswandlern blieben unverändert.Der Artikel behandelt neben der technischen Fehlersuche auch den Unterschied zwischen einer Rückerstattung und der Möglichkeit, dafür eine gleichwertige Karte zu beschaffen.Messwerte und Beobachtungen| Angabe | Quelle und Einordnung |
|---|---|
| 29 °C Abstand zwischen GPU und Hotspot vor der Überarbeitung | Vom Leser berichteter Wert; vollständige Messprotokolle und Testbedingungen liegen im Artikel nicht vor. |
| 11 °C Abstand nach der Überarbeitung | Vom Leser berichteter Wert; laut Artikel lief die Karte danach stabil mit Werkseinstellungen. |
| Abnahme um 18 °C beziehungsweise rund 62 Prozent | Aus den beiden berichteten Abstandswerten abgeleitete Differenz, keine zusätzliche Messreihe. |
Die Aufnahmen zeigen laut Bericht einen Pastenwulst am Rand des GPU-Dies, eine dünne Schicht in der Mitte und eine trockene Stelle. Ein ähnlicher, deutlicher erkennbarer Bereich sei auf der Kontaktfläche des Kühlers sichtbar gewesen. Der Leser beschrieb den Abdruck der Wärmeleitpads als unauffällig. Diese Bildbeobachtungen belegen für sich genommen weder einen Montagefehler noch die Ursache der Temperaturauffälligkeit. Auch das Abnehmen des Kühlers kann das sichtbare Pastenbild verändern.
Der Autor deutet die Aufnahmen später als typisches Pump-out-Bild und führt die trockene Stelle teilweise auf eine Verformung zurück. Das ist eine Interpretation des Autors, kein durch einen kontrollierten Vergleich nachgewiesener Befund. Die berichtete Verringerung des Hotspot-Abstands und der stabile Betrieb nach der Änderung passen zu einem verbesserten Wärmeübergang. Absolute Temperaturverbesserungen lassen sich daraus nicht ableiten.
Testbedingungen und GrenzenDie Zahlen stammen aus dem Bericht des Kartenbesitzers, nicht aus einer von igor’sLAB dokumentierten Messreihe. Der Artikel nennt keine vollständigen Temperaturverläufe und belegt nicht, dass vor und nach dem Eingriff dieselbe Last, Umgebungstemperatur und Lüftersteuerung verwendet wurden. Auch Angaben zur Wiederholbarkeit fehlen. Daher lässt sich der Effekt nicht unabhängig quantifizieren.
Der Hotspot-Abstand kann unter anderem von Last und Lüftersteuerung abhängen. Kühlergeometrie, Anpressdruck, Ebenheit der Kontaktflächen und Zustand des Wärmeleitmaterials beeinflussen ebenfalls den thermischen Kontakt. Eine Spannungsabsenkung allein beweist laut Artikel weder einen grundsätzlichen Fehler des Grafikprozessors noch der Spannungsversorgung.
Der Leser stabilisierte die Karte zunächst mit einer reduzierten Spannung. Später überarbeitete er nach dem Test des Autors mit Thermal Grizzly PhaseSheet PTM die thermische Anbindung der GPU. Der Artikel enthält keine unabhängigen Prüfdaten zu diesem Material. PTM wird als Phasenwechselmaterial beschrieben, das bei Raumtemperatur fest ist und beim Erwärmen weicher wird. Honeywell bezeichnet PTM-Produkte als thermische Schnittstellenmaterialien für die Wärmeübertragung zwischen Bauteilen und Kühlkörpern.
Ein Eingriff am Kühler ist nicht ohne Folgewirkungen: Nach einer Demontage muss sichergestellt werden, dass Speicher und Spannungswandler weiterhin korrekt thermisch angebunden sind. Der geschilderte Fall begründet deshalb keine pauschale Reparaturempfehlung für Karten mit einem größeren Hotspot-Abstand.
EinordnungDer Leser wandte sich mit Befund, Messwerten und Bildern an INNO3D Europe. Die Antwort des Unternehmens datiert laut Artikel vom 12. Oktober; das Jahr wird nicht genannt. INNO3D habe mitgeteilt, dass der Befund bekannt sei und neuere Modelle bereits mit PTM ausgeliefert würden. Diese Information half dem Besitzer der älteren Karte nach Darstellung des Artikels jedoch nicht unmittelbar bei der Abwicklung seines Falls.
Der Käufer nannte einen damaligen Kaufpreis von 2.700 Euro. Eine Rücknahme gegen Erstattung erschien ihm wenig attraktiv; genaue Garantiebedingungen und der vollständige Schriftwechsel sind im Artikel nicht enthalten. Deshalb lässt sich nicht beurteilen, welche vertraglichen Ansprüche bestanden. Der Artikel warnt zugleich davor, aus einer aus Sicht des Käufers unzureichenden Erstattung ohne weitere Belege auf Täuschung oder eine entsprechende Absicht zu schließen.
Als Marktkontext nennt der Artikel US-Preisberichte für September 2026: Tom’s Hardware habe zunächst einen niedrigsten Onlinepreis von 5.199 US-Dollar gemeldet und anschließend von weitgehend verschwundenen regulären Lagerbeständen berichtet. Ein weiterer Preisüberblick habe verfügbare Karten bei großen US-Händlern überwiegend mit rund 4.100 bis 4.830 US-Dollar aufgeführt; einzelne Listenpreise hätten bis zu 6.000 US-Dollar gereicht. Das sind US-Angaben, keine deutschen Marktpreise. Hohe Listenpreise belegen zudem nicht, dass Verkäufe zu diesen Preisen abgeschlossen wurden. Sie veranschaulichen aber, weshalb eine frühere Erstattung bei knapper Verfügbarkeit möglicherweise keinen gleichwertigen Ersatz finanziert.
Der Artikel erwähnt außerdem den öffentlichen Bericht eines ASUS-Käufers aus dem Jahr 2025 über eine zunächst fehlende Ersatzkarte und ein Rückkaufangebot, das nach dessen Darstellung nicht für einen Neukauf ausgereicht hätte. Ein späteres Update habe von einer schließlich erhaltenen Ersatzkarte berichtet. Es handelt sich um einen einzelnen selbst veröffentlichten Bericht, nicht um einen Beleg für eine allgemeine Praxis des Herstellers.
StärkenDer Leser dokumentierte sowohl den Zustand der Kontaktflächen als auch den Betrieb vor und nach der Überarbeitung.Der Artikel unterscheidet zwischen beobachteten Spuren, vom Leser berichteten Werten und der Interpretation des Autors.Die Einordnung berücksichtigt neben der technischen Ursache auch die praktische Bedeutung von Reparatur, Rückerstattung und Ersatzbeschaffung.EinschränkungenVergleichbare Last-, Umgebungs- und Lüfterbedingungen sowie vollständige Temperaturprotokolle fehlen.Das sichtbare Pastenbild beweist weder einen Fehler ab Werk noch allein die Ursache der Temperaturauffälligkeit.Die konkreten Garantiebedingungen und die vollständige Kommunikation mit INNO3D sind nicht dokumentiert.Eine Grafikkarte für 2.700 Euro ist kein gewöhnlicher PC-Kauf. Fällt ein solches Modell aus oder zeigen sich auffällige Temperaturen, geht es nicht nur um die technische Ursache, sondern auch darum, was eine Garantieabwicklung tatsächlich wert ist. Einer meiner Leser von Igor’sLAB hat den Zustand seiner INNO3D-Karte dokumentiert, den Wärmeleitkontakt zwischen GPU und Kühler untersucht und seine Beobachtungen an den Hersteller geschickt. Seine Schilderung wirft eine unbequeme Frage auf: Was hilft eine Rückerstattung zum damaligen Kaufpreis, wenn sich eine gleichwertige Karte am Markt kaum noch oder nur für deutlich mehr Geld beschaffen lässt?
Der Leser beschreibt seine Erlebnisse als eine Art Bautagebuch: Ausgehend von einem auffälligen Hotspot-Befund nahm er die Kühleinheit ab und hielt die einzelnen Schritte sowie das sichtbare Wärmeleitmaterial fest. Die Bilder dokumentieren den Aufbau und den demontierten Zustand der Karte, sie ersetzen natürlich keine Messreihe. Aber die Bilder sprechen wirklich Bände darüber, wie sich die Karte unter solchen Betriebsbedingungen verhält. Und ja, Ihr kennt das schon aus vielen meiner Berichte: solche Paste ist stets auf der Flucht. Scheinbar aus gutem Grund, denn 600 Watt auf einem gewölbten Chip sind kein Platz an der Sonne zum Chillen. Eher zum Grillen…
Vom Temperaturhinweis zur geöffneten KarteDer Anlass für die Untersuchung war nach Angaben des Lesers ein auffälliger Hotspot, also ein besonders warmer Bereich des Grafikchips, nachdem es mit diversen Programmen wie meinem Timber! möglich wurde, auch die Hotspots der Chips auszulesen. Moderne GPUs erfassen ja nicht nur eine einzelne Temperatur an einem zentralen Messpunkt, sondern können mitterweile Dank diverser Dritteprogmme auch den jeweils heißesten Bereich des Chips ausweisen. Ein Abstand zwischen GPU-Temperatur und Hotspot ist deshalb natürlich nicht gleich automatisch ein Defekt. Entscheidend sind dann schon unter anderem die Höhe der Werte, die Belastung, die Lüftersteuerung und die Frage, ob sich die Temperaturen im Betrieb ungewöhnlich entwickeln. Hier waren es fast 30°C Delta für den Hotspot, was eindeutig zu viel ist, denn über 100°C throttelt die Karte bereits unsichtbar und verliert unnötig Leistung.
Beim Abnehmen des Kühlers fiel dem Leser dann ein ungleichmäßiges Muster der Wärmeleitpaste auf. Auf dem GPU-Die, also dem eigentlichen Siliziumchip, habe sich am Rand ein Pastenwulst gebildet, während die Mitte nur von einem dünnen Film bedeckt gewesen sei. Unten links sei eine trockene Stelle zu erkennen gewesen. Ein ähnlicher Abdruck habe sich dann auch auf der Kontaktfläche des Kühlers gezeigt, dort sei die trockene Stelle noch deutlicher sichtbar gewesen. Das Ganze belegt aber allein weder einen Montagefehler noch, dass die ursprüngliche Verteilung des Materials den Hotspot verursacht hat. Aber das Verhalten einfacher Wärmleitpaste auf solchen Karten habe ich ja schon oft genug thematisiert und untersucht. Es deckt sich mit meinen Erfahrungen.
Die folgenden Aufnahmen machen den Aufbau der Kühleinheit und die einzelnen Demontageschritte nachvollziehbar. Ein Grafikkartenkühler besteht nicht nur aus den Lüftern, sondern aus einem Verbund aus Lamellen, Kontaktflächen und Wärmeleitmaterialien. Die GPU benötigt direkten thermischen Kontakt zum Kühler; Speicherbausteine und weitere Komponenten werden häufig über separate Wärmeleitpads angebunden. Sind diese Teile demontiert, lässt sich der Kontaktzustand betrachten.
Wärmeleitpaste ist nicht gleich WärmeleitdiagnoseWärmeleitpaste füllt winzige Unebenheiten zwischen Chip und Kühler aus, damit möglichst wenig isolierende Luft in dem Kontaktspalt bleibt, das wisst Ihr ja. Sie soll selbst auch keine dicke Schicht bilden: Für den Wärmeübergang ist ein möglichst gleichmäßiger, dünner Kontakt hilfreich. Ein ungleichmäßiger Abdruck kann daher Anlass sein, die Montage und den Anpressdruck genauer zu prüfen. Er verrät aber nicht automatisch, ob die Paste ab Werk fehlerhaft aufgetragen wurde, ob sich das Material erst im Betrieb verschoben hat oder ob die sichtbare Verteilung bei der Demontage entstanden ist. Auch der Druck der Halteklammer, die Ebenheit der Kontaktflächen und die Position der Wärmeleitpads spielen eine Rolle. Auf den Nahaufnahmen sind Rückstände beziehungsweise Abdrücke auf dem freiliegenden Chip und der metallischen Kühlerfläche zu sehen. Die Aufnahmen zeigen außerdem Speicherbausteine, Kondensatoren und weitere Komponenten der Platine, wobei der Abdruck der Wärmeleitpads doch ganz gut aussieht.
Nur das mit der Paste muss man bei inno3D sicher noch üben,denn wir sehen hier den klassischen Pump-Out. Partiell sind ganze Bereiche schon komplett ohnePaste, während in der Mitte des Chips durch Warpage bereits eine helle, komplett ausgetrocknete Fläche zu sehen ist. Und nun wissen wir auch, wo der Hotspot herkommt.
In seiner Nachricht an INNO3D Europe übermittelte der Leser den Befund nachträglich zusammen mit den ganzen Messwerten und Bildern. Er stand bereits wegen eines davon unabhängigen Boot-Problems seines Mainboards mit dem Unternehmen in Kontakt. Die Antwort des Herstellers datiert auf den 12. Oktober diesen Jahres. INNO3D teilte zeitnah mit, ja man kenne den Befund, und neuere Modelle würden bereits mit PTM ausgeliefert. Ok, das ist schon einmal nett, nur komplett nutzlos für den Leser, denn es wurde weder eine Reparatur, noch eine Lösung angeboten. Aber immerhin weiß der Kunde nun, dass spätere Modelle bereits mit PTM bestückt wurden, was ihm im konkreten Fall natürlich auch nicht weiterhilft. PTM steht, meine Leser wissen das, für ein spetielles Phasenwechselmaterial. Solche thermischen Kontaktmaterialien sind bei Raumtemperatur fest und werden bei Erwärmung einmalig weicher, wodurch sie sich an den Kontaktflächen anpassen können. Der Materialhersteller Soplstice (ehemals Honeywell) beschreibt PTM-Produkte als thermische Schnittstellenmaterialien für den Wärmeübergang zwischen Bauteilen und Kühlkörpern. Dass INNO3D bei neueren Modellen auf PTM setzt, ist vor diesem Hintergrund eine logische Änderung am thermischen Aufbau, aber was habven nun dei Kunden älterer Karten von dieser Information?
Thermal Grizzly PhaseSheet PTM statt dauerhaftem UndervoltingManchmal liefert erst die Rückmeldung eines Lesers den entscheidenden Praxisbeleg dafür, dass ein thermisches Problem tatsächlich an der Schnittstelle zwischen GPU und Kühler zu suchen ist. In diesem Fall hatte die betroffene Grafikkarte einen erheblichen Temperaturunterschied zwischen dem durchschnittlichen GPU-Sensorwert und dem Hotspot. Satte 29 °C lagen zwischen beiden Messwerten. Das ist ein deutlicher Hinweis auf eine ungleichmäßige Wärmeübertragung, auch wenn die Temperaturdifferenz allein noch keine eindeutige Aussage über deren Ursache erlaubt. Mein Leser hatte zunächst versucht, das Problem über Undervolting in den Griff zu bekommen. Mit einer GPU-Spannung von 0,875 Volt gelang es ihm, die Karte zu stabilisieren. Damit war sie zwar wieder zuverlässig nutzbar, allerdings nur mit einem manuellen Eingriff in die Betriebsparameter. Die eigentliche thermische Auffälligkeit war damit noch nicht erklärt.
Nach meinem Test des Thermal Grizzly PhaseSheet PTM entschied er sich deshalb, die thermische Anbindung der GPU selbst zu überarbeiten. Ausschlaggebend waren für ihn vor allem die überschaubaren Kosten und der vergleichsweise geringe Zeitaufwand. Die vorhandenen Wärmeleitpads und das Putty auf dem Grafikspeicher und den Spannungswandlern ließ er ausdrücklich unverändert. Der Eingriff konzentrierte sich somit auf den Bereich der GPU-Kühlung, ohne die thermische Anbindung der umliegenden Komponenten unnötig anzutasten.
Das Ergebnis war und ist bemerkenswert. Nach dem Umbau läuft die Grafikkarte wieder stabil im vollständigen Werkszustand, ohne das zuvor notwendige Undervolting. Gleichzeitig verringerte sich der Temperaturabstand zwischen GPU und Hotspot von ursprünglich 29 °C auf nur noch 11 °C. Das sind 18 Kelvin weniger beziehungsweise eine Reduzierung der ursprünglichen Differenz um rund 62 Prozent!
Gerade dieser letzte Wert ist interessant, weil der Abstand zwischen GPU-Temperatur und Hotspot ein wichtiger Indikator für die Gleichmäßigkeit der thermischen Ankopplung sein kann. Während ein großer Unterschied auf lokale Schwachstellen im Wärmetransport hindeuten kann, spricht die deutlich kleinere Differenz nach dem Umbau für eine wesentlich homogenere Wärmeübertragung. Da mir aus der Rückmeldung keine vollständigen Temperaturverläufe und keine dokumentierten identischen Lastbedingungen vorliegen, würde ich daraus allerdings keine zusätzlichen absoluten Temperaturverbesserungen ableiten. Seinen eigenen Aufwand kommentierte der Leser übrigens mit einer gewissen Selbstironie: Hätte er von Anfang an gewusst, dass der Hotspot das eigentliche Problem ist, hätte er sich eine ganze Woche mit Fehlersuche und Tests sowie einige graue Haare sparen können. Vermutlich ist das die treffendste Beschreibung eines Fehlers, der sich zunächst wie ein Stabilitätsproblem der Grafikkarte äußert, dessen Ursache aber ganz woanders liegen kann.
Warum eine Erstattung nicht automatisch eine Lösung istDer wirtschaftliche Teil der Leserzuschrift ist fast so wichtig wie der technische. Der Käufer nennt einen damaligen Kaufpreis von 2.700 Euro und schildert, dass er von einer Garantielösung, die im Ergebnis auf die Rücknahme der Karte gegen Erstattung hinausgelaufen wäre, eher wenig wissen wollte. Eine Reparatur wurde ihm nach seiner Darstellung ausdrücklich auch nicht angeboten. Der Grund für seine Zurückhaltung ist nachvollziehbar: Eine Rückzahlung des damaligen Betrags bringt zwar Geld zurück, verschafft aber nicht automatisch Ersatz für eine seltene und begehrte Grafikkarte. Wenn ein gleichwertiges Modell nur mit erheblichem Aufpreis oder überhaupt nicht erhältlich ist, bleibt zwischen Erstattung und Ersatzkauf eine empfindliche Lücke. Für den Betroffenen zählt dann nicht allein, ob der ursprüngliche Kaufpreis erstattet wird, sondern ob er damit die Leistung und Verfügbarkeit zurückbekommt, für die er bezahlt hatte.
Ein ähnlicher Konflikt wurde übrigens bereits 2025 von einem ASUS-Käufer öffentlich geschildert, dessen RTX 5090 mit einer fehlenden Rendering-Ausgabeeinheit ausgeliefert worden sein soll. Der Käufer schrieb zunächst, ASUS habe keine Ersatzkarte auf Lager und biete einen Rückkauf an, dessen Erstattung wegen gestiegener Preise nicht für einen Neukauf reiche. In einem späteren Update berichtete derselbe Käufer jedoch, nach weiterem Austausch schließlich eine Ersatzkarte erhalten zu haben. Der Fall ist eine einzelne, selbst veröffentlichte Kundenschilderung und natürlich auch kein Nachweis für eine allgemeine ASUS-Praxis; er zeigt aber, wie rasch eine zunächst angebotene Rückabwicklung und die spätere Ersatzlösung auseinanderlaufen können:
Update: Asus will only issue buy-back for 5090 with missing ROPs
byu/WilliamG007 innvidia
Von „geprellt“ zu sprechen, wäre ohne Kenntnis der konkreten Vertragsbedingungen und des gesamten Schriftverkehrs natürlich zu weitgehend. Eine Rückerstattung des Kaufpreises ist nicht automatisch Betrug. Sie kann für Käufer trotzdem praktisch unzureichend sein, wenn die Karte inzwischen viel mehr kostet oder kaum zu bekommen ist. Das ist ein Unterschied, der in der Debatte über knappe Hardware nicht verwischt werden sollte: Die persönliche Enttäuschung über den finanziellen Nachteil ist real, aber sie beweist für sich genommen keine Täuschungsabsicht des Händlers oder Herstellers.
Die Knappheit ist dabei nicht nur ein rückblickendes Problem aus der frühen Markteinführung. In den USA dokumentierte Tom’s Hardware im September 2026 zunächst einen niedrigsten Onlinepreis von 5.199 US-Dollar und meldete anschließend, dass reguläre Lagerbestände bei Onlinehändlern weitgehend verschwunden seien; Angebote von Drittanbietern lagen teils deutlich höher. Ein weiterer Preisüberblick für September erfasste tatsächlich wieder verfügbare Karten bei großen US-Händlern überwiegend im Bereich von rund 4.100 bis 4.830 US-Dollar, während einzelne Listenpreise bis 6.000 Dollar reichten. Das sind US-Dollarpreise aus einem anderen Markt und keine direkte Preisangabe für Deutschland oder den konkreten Kauf des Lesers. Sie stützen aber den Kern seines Arguments: Eine Rückzahlung zum früheren Kaufpreis kann deutlich weniger wert sein als ein gleichwertiger Ersatz, wenn die Preise steigen und die Verfügbarkeit sinkt. Hohe Inseratspreise sind zudem nicht mit tatsächlich abgeschlossenen Verkäufen gleichzusetzen.
Wenn Undervolting nur das Symptom behandeltIch finde diesen Praxisbericht vor allem deshalb interessant, weil er einen Unterschied verdeutlicht, der bei der Fehlersuche häufig übersehen wird. Eine Grafikkarte, die erst nach einer Spannungsabsenkung stabil läuft, muss keineswegs ein grundsätzliches Problem mit ihrem Grafikprozessor oder der Spannungsversorgung besitzen. Ebenso kann eine mangelhafte thermische Ankopplung dafür sorgen, dass lokal kritische Temperaturen erreicht werden, obwohl die gewöhnliche GPU-Temperatur zunächst noch unauffällig erscheint. In diesem Fall spricht die Kombination aus dem deutlich verringerten Hotspot-Abstand und dem wieder stabilen Betrieb mit Werkseinstellungen klar dafür, dass die thermische Überarbeitung das entscheidende Problem behoben hat. Besonders erfreulich ist, dass dafür weder die Wärmeleitmaterialien auf dem Speicher noch jene auf den Spannungswandlern ersetzt werden mussten. Der Leser hat sich auf den mutmaßlich problematischen Bereich konzentriert und damit ein überzeugendes Ergebnis erzielt.
Das ist zugleich ein schönes Praxisbeispiel dafür, weshalb ich mich so ausführlich mit Wärmeleitmaterialien beschäftige. Deren Qualität entscheidet sich nicht allein an einem angegebenen Wärmeleitfähigkeitswert, sondern vor allem daran, wie zuverlässig sie den realen Kontakt zwischen Chip und Kühler herstellen und unter thermischer Belastung erhalten können. Eine pauschale Reparaturempfehlung für jede Grafikkarte mit größerem Hotspot-Abstand lässt sich daraus selbstverständlich nicht ableiten. Kühlergeometrie, Anpressdruck und der tatsächliche Zustand des vorhandenen Wärmeleitmaterials spielen ebenfalls eine Rolle. Und wer seinen Kühler demontiert, muss anschließend sicherstellen, dass auch Speicher und Spannungswandler weiterhin korrekt thermisch angebunden sind.
Für den betroffenen Leser hat sich der Eingriff jedenfalls gelohnt. Statt die Grafikkarte dauerhaft über eine reduzierte Spannung betreiben zu müssen, kann er nun wieder die vorgesehenen Werkseinstellungen nutzen. Die deutlich kleinere Hotspot-Differenz liefert dazu den passenden thermischen Befund. Eine Woche Fehlersuche hätte man sich möglicherweise sparen können. Immerhin sind die grauen Haare jetzt wenigstens technisch erklärbar.