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Sennheiser Profile USB Mikrofon im Test: Guter Klang, fragwürdige Details und ein USB-Problem, das sogar den Rechner lahmlegt

Дата публикации: 20-10-2026 03:30:43

Das Sennheiser Profile USB bietet eine robuste Konstruktion, direkte Hardwarebedienung und für Sprache geeignete Nahbesprechung. Die akustischen Messungen erlauben wegen der nicht vollständig kontrollierten Messkette jedoch kein abschließendes Urteil über die Kapsel. Schwerer wiegt ein beobachteter Startabbruch an einem MSI-Mainboard, wenn das Mikrofon beim Einschalten angeschlossen ist; die Ursache blieb ungeklärt. Wichtigste Fakten Getestet wurde die Ausführung mit Tischständer. Das Mikrofon ist für die Besprechung über seine breite Vorderseite ausgelegt. Zum Lieferumfang gehören ein Tischfuß und ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Ein Popfilter und ein USB-A-Adapter fehlen.

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Das Sennheiser Profile USB bietet eine robuste Konstruktion, direkte Hardwarebedienung und für Sprache geeignete Nahbesprechung. Die akustischen Messungen erlauben wegen der nicht vollständig kontrollierten Messkette jedoch kein abschließendes Urteil über die Kapsel. Schwerer wiegt ein beobachteter Startabbruch an einem MSI-Mainboard, wenn das Mikrofon beim Einschalten angeschlossen ist; die Ursache blieb ungeklärt.

Wichtigste FaktenGetestet wurde die Ausführung mit Tischständer. Das Mikrofon ist für die Besprechung über seine breite Vorderseite ausgelegt.Zum Lieferumfang gehören ein Tischfuß und ein USB-C-auf-USB-C-Kabel. Ein Popfilter und ein USB-A-Adapter fehlen.Das Gerät bietet eine Nierencharakteristik, drei Drehregler, eine Stummschalttaste und einen analogen Kopfhörerausgang mit Direktmonitoring.Am Testsystem MSI MEG X870E GODLIKE verhinderte ein beim Start angeschlossenes Mikrofon den ordnungsgemäßen Systemstart. Der technische Auslöser ließ sich nicht bestimmen.Technische Eckdaten
MerkmalAngabe
Kapsel und RichtcharakteristikVorpolarisiertes Kondensatormikrofon mit Sennheiser-KE-10-Kapsel; Niere
FrequenzbereichLaut Hersteller 20 bis 20.000 Hz
Digitale FormateLaut Hersteller 16 oder 24 Bit bei 44,1 oder 48 kHz
Maximaler SchalldruckLaut Hersteller 125 dB SPL bei minimalem Gain, 85 dB SPL bei maximalem Gain
StromversorgungLaut Hersteller 5 V, maximal 200 mA
Gewicht und FußMikrofonkörper 350 g, Tischständer 60 g; Fußdurchmesser etwa 98 mm
Ursprüngliche PreiseLaut Artikel 129 Euro mit Tischfuß, 199 Euro als Streaming Set mit Mikrofonarm
Messwerte und Beobachtungen

Für den Sprachvergleich erstellte der Autor zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Abstand. Die mehr als acht Sekunden langen Dateien lagen als MP3 mit 320 kbit/s und 44,1 kHz vor. Die verlustbehaftete Kompression und die nicht identischen Aufnahmebedingungen begrenzen, was sich aus ihnen ableiten lässt: Sie eignen sich weder zur Bestimmung eines absoluten Mikrofon-Rauschabstands noch für eine kalibrierte Frequenzgangbeurteilung.

BeobachtungErgebnis
Kurze-Distanz-AufnahmeSpitzenwert etwa −3,48 dBFS; Effektivpegel über die Datei etwa −22,17 dBFS
Aufnahme aus 50 cmSpitzenwert unmittelbar unter 0 dBFS; Effektivpegel etwa −19,48 dBFS
Relative TieftonenergieIn der Nahaufnahme im Bereich 100–200 Hz etwa 13 dB stärker als im Bereich 500–1.000 Hz, verglichen mit der Aufnahme aus 50 cm
ARTA-Frequenzgang der MessketteBei 50 Hz etwa −12 dB und bei 20 Hz etwa −37 dB relativ zu 1 kHz; um 150 Hz etwa +4,2 dB
ARTA-Frequenzgang der MessketteBreite Senke um 550–570 Hz; Minimum etwa 5,9 dB unter 1 kHz. Um 5,2 kHz etwa +7,7 dB relativ zu 1 kHz
ARTA-Aufbereitung720 exportierte Frequenzpunkte bei 48 kHz, mit Glättung über eine Oktave dargestellt

Der Effektivpegel ist keine LUFS-Lautheitsmessung. Dass die weiter entfernte Aufnahme dennoch den höheren Effektivpegel aufweist, spricht dafür, dass die Dateien nicht mit identischem Gain oder identischer nachträglicher Pegelbehandlung erstellt wurden. Aus den MP3-Dateien lässt sich nicht ermitteln, an welcher Stelle die höhere Aussteuerung entstand. Eine anhaltende digitale Übersteuerung wurde nicht eindeutig nachgewiesen; bei der 50-cm-Aufnahme war die Spitzenpegelreserve aber praktisch aufgebraucht.

Die stärkere Tieftonwiedergabe bei kurzem Abstand ordnet der Autor dem Nahbesprechungseffekt einer Nierenkapsel zu, nicht einer nachgewiesenen elektronischen Bassanhebung. Für die ARTA-Auswertung weist er darauf hin, dass Lautsprecher, Raum und Messgeometrie das Ergebnis beeinflussen. Die Kurve beschreibt die gesamte Messkette und isoliert nicht die KE-10-Kapsel. Auch die zeitabhängigen Darstellungen Burst Decay, CSD und STF enthalten Strukturen in den oberen Mitten und Höhen, belegen aber für sich genommen keine mechanische Resonanz des Mikrofons.

Beim mitgelieferten Kabel prüfte der Autor mit einem Kabeltester die Leitungsbelegung. Verbunden waren die für USB 2.0 erforderlichen Daten-, Strom- und Masseleitungen; die SuperSpeed-Differenzpaare waren nicht angeschlossen. Das entspricht der angegebenen USB-2.0-Full-Speed-Auslegung. Der Tester zeigte außerdem 234 mΩ für den VBUS-GND-Messpfad an. Ohne vollständige Angaben zur Messmethode lässt sich daraus kein Spannungsabfall unter Last ableiten.

Testbedingungen und Grenzen

Die akustischen Befunde beruhen auf zwei Sprachdateien und einer ARTA-Messung in einer nicht vollständig dokumentierten akustischen Umgebung. Für eine belastbare Beurteilung der Kapsel wären eine Referenzmessung, eine besser kontrollierte Geometrie und eine geeignete Kontrolle von Reflexionen erforderlich. Die dargestellten Pegel und Frequenzabweichungen sind deshalb Ergebnisse der konkreten Aufnahmen beziehungsweise der gesamten Messkette, keine umfassende Charakterisierung des Mikrofons.

Die Systembeobachtung erfolgte mit einem MSI MEG X870E GODLIKE. Laut Handbuch bezeichnet Debug-Code 90 den Beginn der Auswahl des Startlaufwerks; er weist nicht unmittelbar auf einen USB-Initialisierungsfehler hin. Der Stillstand belegt eine Störung im frühen Startablauf bei angeschlossenem Mikrofon, aber nicht deren technischen Mechanismus. Es gab keine gezielte Prüfung verschiedener UEFI-Versionen und kein Diagnoseprotokoll, das die Ursache klären würde. Ähnliche Nutzerberichte zu weiteren Mainboard-Marken sind keine kontrollierte Fehleranalyse und erlauben keine Aussage über die Häufigkeit.

Auch zu Rauschabstand, Ausgangsimpedanz, Klirrfaktor oder verfügbarer Kopfhörerleistung liegen keine eigenen kalibrierten Messungen vor. Die genannten technischen Eckdaten sind Herstellerangaben, sofern sie nicht ausdrücklich als Beobachtung oder Messung des Autors ausgewiesen sind.

Einordnung

Für Podcasting, Voiceover und Streaming empfiehlt der Autor einen Sprechabstand von etwa 10 bis 20 cm und eine leicht seitliche Ausrichtung zur Luftströmung, während die Einsprechfläche weiterhin zum Mund zeigt. Sennheiser nennt laut Artikel einen empfohlenen Abstand von etwa 15 cm. Größerer Abstand schwächt zwar den Nahbesprechungseffekt, erhöht aber den Anteil von Raumgeräuschen und Reflexionen am aufgenommenen Signal. Die Nierencharakteristik ist für einzelne Sprecher ausgelegt; die Beschränkung auf eine Richtcharakteristik hält der Autor für weniger problematisch als die fehlende Anschlussflexibilität.

Die USB-2.0-Verbindung reicht laut Artikel für die Audioschnittstelle aus; eine höhere USB-Datenrate würde die Aufnahmequalität nicht verbessern. Die historische Marktbeobachtung im September 2026 nennt für das Modell Angebote ab rund 98 Euro bei Geizhals und etwa 101 Euro bei Thomann. Preise ändern sich und sind keine garantierten aktuellen Angebote. Bei ungefähr 100 Euro sieht der Autor das Gerät nicht grundsätzlich als schlechtes Angebot, sofern die vorgesehene einfache Sprachaufnahme und die direkte Bedienung den eigenen Anforderungen entsprechen.

Der Kopfhörerausgang ermöglicht direktes Abhören ohne den Umweg über Aufnahmesoftware und deren Audiopuffer. Das ist vor allem für Nutzer hilfreich, die mit dem Mikrofon aufnehmen und zugleich über dessen Klinkenausgang hören möchten. Wer bereits einen externen DAC, eine Soundkarte oder ein USB-Headset nutzt, kann dagegen wenig Nutzen aus den zugehörigen Mix- und Lautstärkereglern ziehen. Der analoge Ausgang kann ein USB-Headset nicht direkt betreiben.

StärkenÜberwiegend metallisches Gehäuse, mechanische Halterung und direkt erreichbare Bedienelemente.Aufnahmebetrieb ohne verpflichtende Steuerungssoftware.Direktmonitoring über den analogen Kopfhörerausgang, ohne Mithörweg durch die Aufnahmesoftware.USB-2.0-Anbindung, die laut Artikel für die vorgesehene Audioübertragung ausreicht.EinschränkungenKein Popfilter zum Lieferumfang; bei geringem Sprechabstand können Plosivlaute berücksichtigt werden müssen.Nur ein USB-C-auf-USB-C-Kabel liegt bei; ein USB-A-Adapter oder eine wechselbare Anschlusslösung fehlt. Der Autor vermisst außerdem ein längeres Kabel.Der kompakte Tischständer bietet keine aufwendige mechanische Entkopplung. Der Autor nahm dazu keine quantitative Körperschallmessung vor.Am getesteten MSI-System verhinderte das angeschlossene Mikrofon den ordnungsgemäßen Start. Solange die Ursache und ein zuverlässiger Betrieb in dieser Konfiguration nicht geklärt sind, spricht der Autor keine uneingeschränkte Kaufempfehlung dafür aus.

Ein Mikrofon sollte eigentlich zu den unkompliziertesten Komponenten am Computer gehören. Man stellt es auf, verbindet es mit dem Rechner, stellt den Aufnahmepegel ein und kann anschließend sprechen, ohne sich weiter um die Technik kümmern zu müssen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist der Markt für USB-Mikrofone inzwischen von Geräten bevölkert, die mit Beleuchtung, digitalen Klangprofilen und teilweise recht umfangreichen Softwarepaketen um Aufmerksamkeit kämpfen. Dass die eigentliche Mikrofonkapsel dabei gelegentlich zur Nebensache wird, ist eine Entwicklung, die ich nicht unbedingt begrüße. Wer wie ich regelmäßig Sprache aufnimmt, benötigt schließlich in erster Linie eine zuverlässige und möglichst natürliche Übertragung, eine vernünftige Pegelkontrolle und eine Konstruktion, die sich sinnvoll am Arbeitsplatz unterbringen lässt. Mit dem Profile USB verfolgt Sennheiser einen vergleichsweise konservativen Ansatz, der mir zunächst durchaus entgegenkam. Das Mikrofon besitzt eine klassische Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik, verzichtet auf eine verpflichtende Steuerungssoftware und lässt sich unmittelbar am Gehäuse bedienen. Technisch ist das alles andere als revolutionär, aber manchmal liegt der Fortschritt eben darin, unnötige Dinge wegzulassen. Habe ich mir so gedacht…

Das Profile USB wurde bereits im März 2023 vorgestellt und gehört damit nicht mehr zu den jüngsten Produkten seiner Klasse. Die ursprünglich verlangten 129 Euro für die Ausführung mit Tischfuß und 199 Euro für das größere Streaming Set mit Mikrofonarm waren seinerzeit durchaus selbstbewusst kalkuliert, inzwischen ist die einfachere Variante allerdings für weniger Geld zu finden. Genau deshalb lohnt sich eine erneute Betrachtung, zumal ein gutes Mikrofon nicht allein deshalb schlechter wird, weil es bereits einige Jahre auf dem Markt ist. Interessanter finde ich ohnehin, ob Sennheiser seine Erfahrung aus der professionellen Audiotechnik tatsächlich in ein vergleichsweise preiswertes USB-Gerät übertragen konnte, denn zwischen einem bekannten Herstellernamen und einem überzeugenden Produkt liegt immer noch ein beträchtlicher Unterschied. Ich habe mir deshalb die Version mit Tischständer vorgenommen, zwei Sprachaufnahmen mit unterschiedlichem Abstand erstellt und das Übertragungsverhalten mit ARTA untersucht. Neben dem gewöhnlichen Frequenzgang habe ich auch Burst Decay, Cumulative Spectral Decay und die Short-Time Fourier Transform ausgewertet, um die zeitabhängigen Eigenschaften der Messkette sichtbar zu machen. Dazu kommt ein genauer Blick auf das mitgelieferte USB-C-Kabel und auf ein ausgesprochen unangenehmes Kompatibilitätsproblem, das sich an meinem MSI MEG X870E GODLIKE beim Systemstart zeigte. Doch dazu später mehr.

Sennheiser gehört zu den Unternehmen, bei denen ein gewisser Vertrauensvorschuss historisch durchaus nachvollziehbar ist. Die Geschichte beginnt 1945 mit dem von Fritz Sennheiser gegründeten Laboratorium Wennebostel bei Hannover, das zunächst Messgeräte entwickelte und fertigte. Bereits 1946 begann die Mikrofonproduktion für Siemens, ein Jahr später folgte mit dem MD 2 eine eigene Entwicklung. In den folgenden Jahrzehnten entstanden Produkte wie das MD 421 und das MD 441, deren Konstruktionen bis heute eng mit professioneller Aufnahmetechnik verbunden sind. Auch die Entwicklung von Kondensatormikrofonen, drahtlosen Übertragungssystemen und professioneller Beschallungstechnik gehört zur Unternehmensgeschichte. Seit der Abgabe des Consumer-Geschäfts an Sonova ist außerdem zwischen den professionellen Audioprodukten des Unternehmens und den unter Lizenz angebotenen Consumer-Produkten zu unterscheiden. Das Profile USB stammt aus dem professionellen Mikrofonumfeld von Sennheiser und soll dessen Erfahrung in eine unkomplizierte Desktop-Lösung übertragen. Natürlich wird dadurch aus einem USB-Tischmikrofon noch kein Neumann-Studiomikrofon, obwohl beide Marken inzwischen zur Sennheiser-Gruppe gehören. Es ist aber durchaus interessant, dass Sennheiser hier eine bekannte Kondensatorkapsel aus dem eigenen Entwicklungsumfeld einsetzt, statt allein auf eine möglichst auffällige Ausstattung zu setzen. Die verwendete KE-10-Kapsel arbeitet mit Nierencharakteristik, bevorzugt also Schall aus der vorgesehenen Einsprechrichtung und dämpft rückwärtig eintreffende Signale konstruktionsbedingt ab. Wie gut das unter realen Bedingungen funktioniert, hängt allerdings wesentlich von der Positionierung und der akustischen Umgebung ab.

Unboxing, Lieferumfang und Verarbeitung

Das Profile USB kommt in einem auffällig blauen Karton, dessen Vorderseite mit einer großen Produktabbildung und den wesentlichen Anwendungshinweisen gestaltet ist. Die Verpackung wirkt insgesamt eher wie die eines klassischen Audioprodukts als wie die eines typischen Gaming-Accessoires, was ich persönlich durchaus passend finde. Auf den ersten Blick lässt sich bereits erkennen, dass die eigentliche Besonderheit des Mikrofons weniger in seiner äußeren Form als in den unmittelbar zugänglichen Bedienelementen liegt. Mein Exemplar erreichte mich mit einigen kleineren Druckstellen an der äußeren Verpackung, die auf den Fotos gut zu erkennen sind. Das ist zunächst nichts, was ich dem Produkt selbst anlasten würde, solange die eigentliche Hardware unbeschädigt bleibt. Interessanter ist die Konstruktion im Inneren, denn hier zeigt sich bereits, dass Sennheiser auf eine möglichst unkomplizierte Inbetriebnahme setzt. Das Mikrofon muss weder erst mit einer komplizierten Halterung verschraubt noch mit einer externen Audioschnittstelle verbunden werden. Der mitgelieferte Tischständer erfüllt seinen Zweck unmittelbar, und auch das Kabel ist bereits auf die USB-C-Anbindung ausgelegt. Das Paket richtet sich erkennbar an jemanden, der möglichst schnell zu seiner ersten Sprachaufnahme kommen möchte, ohne zuvor eine kleine Tonregie auf dem Schreibtisch aufzubauen.

Zum Lieferumfang gehören das Profile USB selbst, der runde Tischfuß, ein 1,2 Meter langes USB-C-auf-USB-C-Kabel sowie die üblichen Sicherheits- und Kurzanleitungen. Das ist funktional vollständig, aber nicht gerade großzügig. Besonders ein einfacher Popfilter hätte dem Paket gutgetan, denn die Nierencharakteristik schützt selbstverständlich nicht vor den Druckstößen, die bei Plosivlauten wie P oder B unmittelbar vor der Kapsel entstehen. Ein solcher Filter kostet in der Herstellung keine Unsummen und würde gerade der angesprochenen Zielgruppe die ersten Aufnahmen erleichtern. Ebenso fehlt ein Adapter auf USB-A, obwohl viele Desktop-Rechner weiterhin überwiegend mit entsprechenden Anschlüssen ausgestattet sind. Dass Sennheiser ausschließlich auf USB-C setzt, ist aus Sicht einer möglichst modernen Schnittstellenausstattung verständlich, bei einem Produkt dieser Preisklasse hätte ich mir allerdings eine etwas flexiblere Lösung gewünscht. Ein Kabel mit wechselbarem USB-A- beziehungsweise USB-C-Stecker hätte die Kompatibilität verbessert, ohne dass sich dafür die eigentliche Technik des Mikrofons verändern müsste. Die fehlenden Kleinteile machen aus dem Lieferumfang noch keinen schlechten Kauf, aber sie sind genau jene Einsparungen, die einem bei einem bekannten Markenhersteller stärker auffallen als bei einem anonymen Billigprodukt.

Das Mikrofon selbst hinterlässt auf den Produktfotos einen deutlich solideren Eindruck als die überschaubare Ausstattung vermuten lässt. Das Gehäuse besteht weitgehend aus Metall, besitzt eine mattschwarze Oberfläche und verzichtet auf die üblichen dekorativen Spielereien. Mit 350 Gramm bringt der Mikrofonkörper ein ordentliches Eigengewicht mit, während der Tischständer weitere 60 Gramm beisteuert. Der Fuß misst rund 98 Millimeter im Durchmesser und bildet damit eine relativ kompakte Standfläche, was für einen ohnehin gut gefüllten Arbeitsplatz von Vorteil sein kann. Die Mechanik ist bewusst einfach gehalten. Das Mikrofon sitzt in einer seitlichen Halterung und lässt sich über ein selbsthemmendes Gelenk neigen, sodass die Position ohne zusätzliche Feststellschraube gehalten wird. Dabei ist die Ausrichtung wichtiger, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag, denn das Profile USB ist ein sogenanntes Side-Address-Mikrofon. Es wird also von der Seite durch die breite Fläche des Schutzgitters besprochen und nicht von oben wie ein klassisches Bühnenmikrofon. Wer diese Einsprechrichtung verwechselt, verändert unmittelbar das Verhältnis zwischen Direktschall und seitlich eintreffenden Frequenzanteilen. Bei einer Richtkapsel ist das besonders im Hochtonbereich relevant, weil die Richtwirkung mit zunehmender Frequenz häufig deutlicher ausfällt.

Die Konstruktion besitzt allerdings auch eine praktische Grenze. Ein kompakter Tischfuß ist bequem, bietet aber keine aufwendige mechanische Entkopplung gegenüber der Tischplatte. Wenn Ihr während einer Aufnahme auf der Tastatur arbeitet, mit der Maus gegen den Ständer stoßt oder versehentlich die Tischfläche berührt, können sich solche mechanischen Anregungen über die Halterung bis zum Mikrofon übertragen. Wie stark das im Einzelfall geschieht, hängt vom Untergrund und von der Intensität der Anregung ab; eine gesonderte quantitative Körperschallmessung habe ich nicht gemacht. Sennheiser sieht deshalb auch die Verwendung eines Mikrofonarms vor, wobei die entsprechenden 3/8-Zoll- und 5/8-Zoll-Anschlussmöglichkeiten mit handelsüblichen Halterungen kompatibel sind. Für eine gelegentliche Videokonferenz dürfte der Tischfuß völlig genügen, bei längeren Sprachaufnahmen und regelmäßiger Arbeit am Computer würde ich persönlich eher einen vernünftigen Mikrofonarm bevorzugen. Damit lässt sich das Profile USB näher an den Mund bringen, ohne dass der gesamte Schreibtisch umgestellt werden muss. Der zusätzliche Abstand zur Tischplatte kann zudem helfen, störende mechanische Einflüsse zu verringern, sofern die Befestigung selbst ordentlich ausgeführt ist.

Bei der Bedienung hat Sennheiser erfreulich wenig falsch gemacht. Auf der Vorderseite sitzen drei Drehregler und eine separate Stummschalttaste, die ohne zusätzliche Software erreichbar sind. Der obere Regler bestimmt die Mikrofonverstärkung und besitzt einen LED-Ring, der den aktuellen Zustand sichtbar macht. Im normalen Betrieb leuchtet er grün, bei zu hohem Pegel wechselt die Anzeige zu Gelb und warnt damit vor einer drohenden beziehungsweise bereits auftretenden Übersteuerung. Die Mute-Taste lässt sich mit geringem Kraftaufwand betätigen und signalisiert die Stummschaltung ebenfalls über die Beleuchtung. Gerade bei einer laufenden Aufnahme oder Videokonferenz halte ich diese unmittelbare Rückmeldung für wesentlich hilfreicher als eine nur in irgendeinem Softwarefenster sichtbare Schaltfläche. Der mittlere Drehregler bestimmt das Verhältnis zwischen dem direkt abgehörten Mikrofonsignal und dem vom Computer zurückkommenden Audiosignal, während der untere Regler die Kopfhörerlautstärke einstellt. Damit übernimmt das Profile USB gewissermaßen die Grundfunktionen einer kleinen Audioschnittstelle. Allerdings sind zwei der drei Drehregler unmittelbar an die Verwendung des integrierten Kopfhörerausgangs gebunden, was ihre praktische Bedeutung erheblich einschränkt, sobald man bereits einen eigenen DAC oder ein USB-Headset verwendet. Darauf komme ich noch ausführlicher zurück.

Auf der Rückseite befinden sich lediglich die USB-C-Buchse und der 3,5-mm-Klinkenanschluss. Mehr braucht ein solches Mikrofon grundsätzlich nicht, denn die Analog-Digital-Wandlung erfolgt bereits im Gerät und das digitale Audiosignal gelangt unmittelbar über USB zum Computer. Ein separates Audiointerface ist für die eigentliche Aufnahme somit nicht erforderlich. Als digitale Auflösung stehen 16 beziehungsweise 24 Bit bei 44,1 oder 48 kHz zur Verfügung, was für Sprachaufnahmen vollkommen genügt. Höhere Abtastraten würden unter den hier vorgesehenen Einsatzbedingungen keinen grundsätzlichen Vorteil bringen, solange die analoge Aufnahmequalität und die tatsächliche akustische Bandbreite nicht entsprechend verbessert werden. Wichtiger sind eine ausreichend saubere Verstärkung, eine stabile USB-Übertragung und ein möglichst störungsfreier Betrieb. Die dafür benötigte Datenrate ist vergleichsweise gering, weshalb Sennheiser das Mikrofon intern noch als USB-2.0-Full-Speed-Gerät auslegt. Das ist technisch kein Nachteil für die Aufnahmequalität, wie die spätere Kabelprüfung ebenfalls zeigen wird.

Technische Daten des Sennheiser Profile USB
Eigenschaft Herstellerangabe
Hersteller Sennheiser
Modell Profile USB Microphone
Artikelnummer 700065
Mikrofontyp Vorpolarisiertes Kondensatormikrofon
Kapsel Sennheiser KE 10
Richtcharakteristik Niere
Frequenzbereich 20 bis 20.000 Hz
Abtastraten 44,1 und 48 kHz
Digitale Auflösung 16 und 24 Bit
Maximaler Schalldruck, minimaler Gain 125 dB SPL
Maximaler Schalldruck, maximaler Gain 85 dB SPL
Empfindlichkeit, maximaler Gain −10 dBFS bei 80 dB SPL
Empfindlichkeit, minimaler Gain −50 dBFS bei 80 dB SPL
Ersatzgeräuschpegel, minimaler Gain 34 dB(A) SPL
Ersatzgeräuschpegel, maximaler Gain 28 dB(A) SPL
USB-Schnittstelle USB-C, USB 2.0 Full-Speed
Kopfhörerausgang 3,5 mm TRS
Kopfhörer-Frequenzbereich 20 bis 18.500 Hz
Kopfhörerimpedanz-Angabe 16 Ω, im Datenblatt als minimale Ausgangsimpedanz bezeichnet
Spannungsversorgung 5 V über USB
Maximale Stromaufnahme 200 mA
Rechnerische maximale Leistungsaufnahme 1,0 W
Abmessungen des Mikrofons Ø 50 × 152 mm
Gewicht des Mikrofons 350 g
Abmessungen des Tischfußes Ø 98 × 18 mm
Gewicht des Tischfußes 60 g
Länge des USB-Kabels 1,2 m
Unterstützte Systeme Windows 10+, macOS 10.15+, Android 9+, iPadOS 14+
Ursprüngliche UVP mit Tischfuß 129,00 €
Ursprüngliche UVP Streaming Set 199,00 €

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