Sinkende Nutzerzahlen, schwächere Umsätze, harter Wettbewerb: Jetzt verhandelt Bumble über eine Privatisierung, die schon in wenigen Tagen stehen könnte.
Sinkende Nutzerzahlen, schwächere Umsätze, harter Wettbewerb: Jetzt verhandelt Bumble über eine Privatisierung, die schon in wenigen Tagen stehen könnte.
Die Bumble-Aktie ist zu Beginn der Woche um fast 50 Prozent nach oben geschossen – der größte prozentuale Tagesgewinn seit Beginn der Aufzeichnungen. Auslöser sind fortgeschrittene Gespräche über eine Privatisierung, bei der die Dating-App mit rund 1 Milliarde US-Dollar bewertet werden könnte.
Noch am Freitag lag Bumbles Börsenwert bei nur etwa 335 Millionen US-Dollar; nach dem Kurssprung waren es rund 580 Millionen US-Dollar.
Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, verhandelt Bumble mit Ithaca Holdings. Eine Einigung könnte bereits in dieser Woche zustande kommen, sofern die Gespräche nicht scheitern. Gründerin und CEO Whitney Wolfe Herd soll dem Unternehmen voraussichtlich erhalten bleiben und einen Teil ihrer Beteiligung in die Transaktion einbringen.
Der mögliche Deal markiert zugleich einen tiefen Absturz gegenüber früheren Bewertungen. Nach dem Börsengang 2021 hatte Bumble zeitweise mehr als 14 Milliarden US-Dollar auf die Waage gebracht. Seither verlor die Aktie über 90 Prozent. Der Kursverfall spiegelt die Krise der Dating-App-Branche wider: jüngere Nutzer verbringen weniger Zeit auf solchen Plattformen, das Wachstum stockt und die Zahlungsbereitschaft sinkt.
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Bei Bumble kommt eine operative Schwäche hinzu. Im zweiten Quartal brach der Umsatz um 15,2 Prozent ein, die Zahl zahlender Nutzer sank deutlich und der bereinigte Betriebsgewinn fiel von 94,6 auf 72,9 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig hat das Unternehmen sein früheres Kernmerkmal aufgegeben: Die Regel, dass bei einem Match nur Frauen die erste Nachricht senden dürfen, wurde beendet.
Ithaca wäre für Bumble ein ungewöhnlicher Käufer. Die Investmentfirma wurde erst kürzlich von Ravi Gupta, einem früheren Instacart-Finanzchef und heutigen Sequoia-Partner, sowie dem ehemaligen Meta-Manager John Hegeman gegründet. Das Unternehmen will bei seinen Beteiligungen verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen.
Für Anleger ist der entscheidende Punkt klar: Der mögliche Kaufpreis liegt deutlich über Bumbles Börsenwert vor Bekanntwerden der Gespräche, aber zugleich Lichtjahre unter den früheren Höchstbewertungen. Der fast 50-prozentige Kurssprung zeigt, wie groß die Hoffnung ist, dass eine Privatisierung dem angeschlagenen Dating-Konzern einen Neustart ermöglicht.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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