Endlich geht es los: In der St. Ingberter Pfarrgasse startet das Projekt „Green Living“. Geplant sind 17 Wohnungen, Gewerberäume und viel Grün. Doch bis zum Einzug ist es noch ein weiter Weg.
Endlich geht es los: In der St. Ingberter Pfarrgasse startet das Projekt „Green Living“. Geplant sind 17 Wohnungen, Gewerberäume und viel Grün. Doch bis zum Einzug ist es noch ein weiter Weg.
10.10.2026 , 11:00 Uhr
Die Tiefbauarbeiten an der Baustelle in der Pfarrgasse haben bereits begonnen. Nach knapp zwei Jahren soll das Baupprojekt „Green Living“ in der Pfarrgasse endlich starten.
Foto: Daniel BonenbergerDer ohrenbetäubende Lärm des Rammgerätes ist schon von Weitem zu hören. Rund zwei Jahre tat sich wenig auf der Baustelle in der St. Ingberter Pfarrgasse. Das soll sich nun ändern. Großer Bahnhof herrscht an diesem Morgen anlässlich des Spatenstichs, der den offiziellen Baubeginn des Projektes „Green Living“ einläutet. Entstehen soll hier ein modernes Wohnprojekt mit nachhaltiger Architektur. Begrünte Fassaden, Photovoltaik und Wärmepumpe sollen für umweltfreundliches Wohnen sorgen. Ursprünglich war geplant, bereits Ende 2024 mit der Baumaßnahme zu starten, fehlendes Material, nicht vorhandene Stromleitungen und baurechtliche Fragen hätten den Baubeginn jedoch verzögert: „Nun ist alles geklärt, alle Probleme sind aus dem Weg geschafft. Wir freuen uns, dass es nun losgehen kann“, sagt der zuständige Zweibrücker Architekt, Melik Kekec.
Was sind nun die nächsten Schritte auf der Baustelle? Noch in dieser Woche sollen die Baustellenvorbereitungen über die Bühne gehen, Ende des Monats der Baustellenkran aufgebaut sein, berichtet Kekec. „Dann werden wir die Baugrube noch vertiefen und die Bodenplatte legen. Wir hoffen, dass der Rohbau bis Mitte des kommenden Jahres steht“, gibt er sich optimistisch. Die Witterungsverhältnisse und andere Widrigkeiten könnten den Zeitplan dabei aber verzögern. Die meisten Gewerke seien bereits gefunden, der Innenausbau müsse allerdings noch ausgeschrieben werden.
Das neue Gebäude in der Pfarrgasse soll einmal 17 Wohneinheiten umfassen sowie in der untersten Etage Raum für zwei gewerbliche Mieter bieten. Die Wohnungen variieren zwischen 40 und 160 Quadratmetern, ihr Zuschnitt zwischen zwei und vier Zimmern (zuzüglich Küche und Bad). Am größten fallen die beiden geplanten Penthouse-Wohnungen aus: „Wir haben schon viele Interessenten für die Wohnungen gefunden. Die Hälfte der Wohnungen sind bereits verkauft“, sagt der Architekt.
Bislang einzigartig in der Mittelstadt soll die gesamte Fassade des Gebäudes begrünt werden. Bodengebundene Schlingpflanzen sollen für indirekte Verschattung sorgen und so dabei helfen, vor der Sommerhitze zu schützen. Auch ein Innenhof soll ins „Green-Living-Konzept“ integriert werden. Kekec: „Wir entfernen den Asphalt und setzen auf einen durchlässigen Boden. Auch hier sollen Bäume und Pflanzen für das nötige Grün sorgen.“
Der ausführende Architekt Melik Kekec erklärt anlässlich des offiziellen Spatenstichs den Besuchern die Details des ambitionierten Bauprojektes.
Foto: Daniel BonenbergerDass die Verwirklichung solch eines ambitionierten Projekts in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist, darauf verwies Oberbürgermeister Ulli Meyer: „Bauen ist nicht einfach heutzutage. Ich bin froh, dass alle Probleme aus dem Weg geräumt werden konnten.“ Hier könne die „Gute Stube“ St. Ingberts entstehen. Dieses Projekt sei ein erster wichtiger Schritt. In den kommenden Jahren solle Schritt für Schritt das gesamte Quartier weiterentwickelt werden, betont der Verwaltungschef. Auch der Beigeordnete Markus Schmitt betonte die Bedeutung des Neubaus: „Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Es ist gut, dass wir neben Cispa noch weitere Projekte verwirklichen.“
Mit der Baustelle und den Unannehmlichkeiten, die sie mit sich bringt, müssen in Zukunft vor allem die Anwohner leben, von denen auch einige zum Spatenstich eingeladen waren. Nach anfänglicher Skepsis blicken sie positiv auf das geplante Schmuckstück in ihrer Nachbarschaft. „Der Krach ist schon enorm, aber ich denke, die Pfarrgasse wird durch den Bau deutlich aufgewertet“, resümiert Rosemarie Pätau. Sie sei jedenfalls gespannt mitzuverfolgen, wie das ehrgeizige Projekt Formen annimmt. (mbe)
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