Cyberkriminelle haben den Sicherheitsdienst Double Counter angegriffen und offenbar Daten von Millionen Discord-Konten kopiert, einem vor allem bei Gamern beliebten Kommunikationsanbieter.

Hacker kopierten Millionen Discord-Daten und kaperten einen Sicherheits-Bot.
Foto: SOPA/Getty Images
Cyberkriminelle haben den Sicherheitsdienst Double Counter angegriffen und offenbar Daten von Millionen Discord-Konten kopiert, einem vor allem bei Gamern beliebten Kommunikationsanbieter.
Nicht
Discordselbst, sondern der Sicherheitsdienst Double Counter geriet ins Visier der Angreifer.
Nach Angaben des Unternehmensverschaffte sich ein Hacker am 4. Oktober Zugang zu Teilen der Cloud-Infrastruktur. Als Einfallstor diente eine Schwachstelle in einem Analyse-Tool, das auf einem älteren Server lief.
Der Angreifer hielt sich fast sechs Stunden in den Systemen auf und kopierte in dieser Zeit rund zwölf Gigabyte Daten aus einer Datenbank. Das mögliche Ausmaß des Datendiebstahls ist enorm: Double Counter geht davon aus, dass Informationen zu bis zu 28 Millionen Discord-Konten betroffen sein könnten. Dazu gehören Discord-IDs und Benutzernamen. Zudem könnten die Täter Daten zu rund 27 Millionen IP-Adressen sowie grobe Standortinformationen erbeutet haben.
Laut Unternehmen kopierten die Hacker zudem etwa eine Million E-Mail-Adressen. Da sich nicht mehr eindeutig feststellen lässt, welche Datensätze vollständig abflossen, behandelt Double Counter vorsorglich sämtliche möglicherweise betroffenen Informationen als kompromittiert.
Angreifer kapern Discord-BotDie
Hackerbeschränkten sich nicht nur auf den Datendiebstahl. Sie übernahmen auch den Discord-Bot von Double Counter und veröffentlichten mithilfe eines gestohlenen Bot-Tokens Einladungslinks zu einem fremden Server in rund 50 größeren Communitys. Über ein separates Zahlungskonto verursachten die Täter zudem Abbuchungen in Höhe von insgesamt 7.316 US-Dollar.
Für Nutzer gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick: Discord-Passwörter sollen nicht betroffen sein. Double Counter erklärte, dass der Dienst solche Passwörter grundsätzlich nicht speichert. Auch Kreditkartendaten seien laut Unternehmen nicht abgeflossen, da diese bei externen Zahlungsanbietern verwaltet werden. Nach dem Angriff wurden die Zugänge der
Hackergesperrt, Zugangsdaten ausgetauscht und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt. Noch am selben Tag lief der Dienst wieder.
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