Ein Hacker bietet im Darknet angeblich 340 Millionen OnlyFans-Nutzerdaten zum Verkauf an. Die Plattform bestreitet einen Hackerangriff. Sicherheitsexperten zweifeln an der Echtheit der Daten.
Im Darknet kursieren 340 Millionen OnlyFans-Datensätze. Wurde die Plattform gehackt?
Foto: SOPA Images/Getty Images
Ein Hacker bietet im Darknet angeblich 340 Millionen OnlyFans-Nutzerdaten zum Verkauf an. Die Plattform bestreitet einen Hackerangriff. Sicherheitsexperten zweifeln an der Echtheit der Daten.
Ein mutmaßlicher Datensatz mit Informationen von angeblich 340 Millionen OnlyFans-Nutzern sorgt derzeit für Aufsehen in der Cybercrime-Szene. Ein Hacker mit dem Pseudonym "Euphoric_Reply_5727" bietet die Daten in einem kriminellen Forum für 0,313 Bitcoin an – umgerechnet rund 20.600 Euro. Doch dass die Daten echt sind, ist fraglich.
Nach Angaben des Verkäufers soll die Datenbank umfangreiche Informationen zu Nutzern und Content-Erstellern enthalten. Dazu gehören Benutzernamen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Registrierungsdaten, Follower-Zahlen, Likes und Angaben zu hochgeladenen Fotos und Videos. Auch verknüpfte Social-Media-Profile und die letzten vier Ziffern von Zahlungskarten sollen Teil des Angebots sein.
OnlyFans selbst weist gegenüber
Cybernewsjedoch entschieden zurück, dass es zu einem Hack oder Abfluss von User-Infos gekommen sei. Auch Sicherheitsexperten äußern Zweifel an der Echtheit der angebotenen Daten.
Forscher von Cybernews und
Hackreadanalysierten eine kleine Datenprobe, die der Verkäufer veröffentlicht hatte. Die Ergebnisse fielen ernüchternd aus: Die zehn bereitgestellten Datensätze enthielten lediglich Basisinformationen wie Benutzer-IDs, Namen, E-Mail-Adressen und Registrierungsdaten. Viele der angeblich sensiblen Informationen fehlten komplett. Zwar ließen sich einige Nutzernamen echten, öffentlich sichtbaren OnlyFans-Profilen zuordnen, ein Nachweis kompromittierter Zahlungsdaten gelang aber nicht.
Inzwischen räumte der Hacker selbst ein, OnlyFans nicht direkt angegriffen zu haben. Stattdessen soll er Daten aus älteren Leaks anderer Plattformen wie X, Instagram oder Spotify mit öffentlich einsehbaren OnlyFans-Profilen kombiniert haben. Diese Methode wird als Data Correlation bezeichnet. Dabei werden Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt, um möglichst detaillierte Nutzerprofile zu erstellen.
Auch wenn kein direkter Hack vorliegen sollte, sehen Experten dennoch ein Risiko. Solche Datensammlungen ließen sich für gezielte Phishing-Angriffe, Spam, Profiling oder Belästigungen nutzen. Besonders problematisch sind dabei veröffentlichte E-Mail-Adressen, da sie sich häufig mit weiteren Daten aus anderen Leaks verknüpfen lassen.
Sicherheitsexperten empfehlen OnlyFans-Nutzern deshalb, ihre Zugangsdaten vorsorglich zu überprüfen. Ratsam sind lange, komplexe Passwörter und die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Außerdem sollten User bei verdächtigen E-Mails vorsichtig sein – insbesondere dann, wenn Links enthalten sind oder Zeitdruck aufgebaut wird. Dienste wie
Have I Been Pwnedhelfen dabei, zu prüfen, ob die eigene E-Mail-Adresse bereits in bekannten Datenlecks aufgetaucht ist.
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