Nach dem beeindruckenden Sieg in Offenbach droht dem VfR Aalen gegen den FSV Frankfurt eine echte Personalkrise. Trainer Molinari bleibt dennoch positiv.
Stand: 01.10.2026, 15:00 Uhr

Nach dem beeindruckenden Sieg in Offenbach droht dem VfR Aalen gegen den FSV Frankfurt eine echte Personalkrise. Trainer Molinari bleibt dennoch positiv.
Aalen. Der VfR Aalen hat mit dem 3:1-Erfolg beim Tabellenführer Kickers Offenbach am vergangenen Wochenende ein Ausrufezeichen gesetzt. Doch vor dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr, Bediani-Arena) gegen den FSV Frankfurt haben die Schwarz-Weißen große Personalsorgen. Gleich mehrere Stammkräfte fehlen verletzt oder gesperrt – Trainer Beniamino Molinari muss improvisieren und setzt dabei auf den Teamgeist und die nächste Generation.
Verletztenliste wird länger – Sperren verschärfen die LageSchon in Offenbach musste der VfR auf Kapitän Ali Odabas und Mittelfeldmotor Gianluca Gaudino verzichten. Hinzu kamen die Langzeitverletzten Benjamin Kindsvater, Lasse Jürgensen und Sean Seitz. Nun ist auch noch Innenverteidiger Thomas Geyer gesperrt, nachdem er in Offenbach die Rote Karte sah. Rechtsverteidiger Jascha Döringer fehlt zudem mit einer Gelbsperre. Ebenfalls fraglich sind weiterhin Gaudino, Odabas und Ersatztorhüter Hannes Sauter, die nicht voll mittrainieren konnten. „Im Moment planen wir nicht mit den drei“, sagt Molinari. „Im blödesten Fall fehlen bis zu acht Feldspieler – dann müssen wir mit U19-Spielern auffüllen.“
Defensive wird zum ExperimentVor allem in der Abwehr herrscht Notstand: Von den vier gelernten Innenverteidigern ist nur noch Michael Schaupp einsatzbereit. Neben ihm könnte David Grözinger auflaufen, der eigentlich als Linksverteidiger zu Hause ist. Für Grözinger könnte dann Reece Hannam auf die linke Seite rücken. Auf rechts wird Tom Barth Döringer vertreten. „Wir werden elf Jungs auf den Platz bekommen, 100-prozentig“, gibt sich Molinari kämpferisch. „Wir haben schon noch genügend Qualität.“
Offensiv
U19-Spieler sind gefragtBereits in Offenbach standen mit Meiko Honigmann und Neo Martin zwei U19-Talente im Kader – gegen Frankfurt könnten sie noch mehr gefordert sein. „Die Jungs trainieren schon länger bei uns mit. Ich hätte da keine Bauchschmerzen, sie auch einzusetzen“, so Molinari. „Die kennen die Abläufe, sind vorbereitet. Wer am Ende im Kader steht, entscheidet sich kurzfristig.“
FSV Frankfurt mit starker OffensiveMit dem FSV Frankfurt wartet ein Gegner, der in acht Partien nur zwei Niederlagen hinnehmen musste und mit zwölf Punkten auf dem 9. Platz steht, allerdings mit einem Spiel weniger als alle Mannschaften von Platz 1 bis 8. Die Mannschaft von Trainer Victor Kleinhenz setzt auf Ballbesitz und Kreativität. „Die spielen brutal mutig, nutzen den Torwart als Feldspieler, schlagen keinen Ball lang raus und gehen viel Risiko“, schwärmt Molinari. „Das ist eine Fußballidee, die mir richtig gefällt.“
Frankfurt verfügt über eine ausgewogene Mischung aus Erfahrung, Tempo und körperlicher Präsenz. Offensivspieler wie Cas Peters, Harnafi, Pandza oder Obiogumu sorgen für Torgefahr, dazu zeigt das Team bei Standardsituationen viel Kreativität. „Die haben in jedem Spiel mehrere Freistoßvarianten, sind da brutal kreativ. Da müssen wir wach sein“, warnt Molinari.
Schlüssel zum Erfolg: Laufbereitschaft und GeduldMolinari sieht die größte Herausforderung darin, Frankfurts Ballzirkulation standzuhalten und sich nicht entmutigen zu lassen: „Wir müssen viel laufen und akzeptieren, dass die uns manchmal auch auseinandernehmen. Entscheidend ist, dass wir die Intensität hochhalten und nicht frustriert werden.“ Auch das Selbstvertrauen nach dem Offenbach-Coup sieht er als Plus: „Die Jungs sehen unsere Entwicklung von Woche zu Woche. Das gibt ihnen eine gewisse Ruhe.“
Blick auf die Tabelle bleibt nebensächlichMit 15 Punkten ist der VfR Aalen auf Platz fünf und hat den Anschluss an die Spitzengruppe hergestellt. Für Molinari zählt das aber wenig: „Ich wusste bis Dienstag nicht mal, auf welchem Platz wir stehen. Wir schauen einfach auf uns und wollen die Leistung aus Offenbach bestätigen.“
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