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Die Underdog-Rolle des VfR Aalen ist kaum noch glaubhaft zu vermitteln

Дата публикации: 04-10-2026 11:00:00

Trotz 4:1-Sieg und Platz vier bleibt VfR-Trainer Molinari zurückhaltend. Wie lange funktioniert sein Understatement noch? Analyse nach dem Frankfurt-Spiel.

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Stand: 04.10.2026, 13:03 Uhr

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Nicht über 90 Minuten glanzvoll, aber in der Schlussphase gnadenlos effizient. Der VfR Aalen (schwarz-weiße Trikots) setzt sich mit dem Heimsieg gegen Frankfurt weiter in der Spitzengruppe der Tabelle fest.

Nicht über 90 Minuten glanzvoll, aber in der Schlussphase gnadenlos effizient. Der VfR Aalen (schwarz-weiße Trikots) setzt sich mit dem Heimsieg gegen Frankfurt weiter in der Spitzengruppe der Tabelle fest. © Oliver Giers

Trotz 4:1-Sieg und Platz vier bleibt VfR-Trainer Molinari zurückhaltend. Wie lange funktioniert sein Understatement noch? Analyse nach dem Frankfurt-Spiel.

Aalen. Die Ausgangslage war alles andere als rosig: Vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt fehlten dem VfR Aalen mit Geyer, Döringer und Kahriman gleich drei gesperrte Stammspieler gesperrt. Die Verletztenliste war ohnehin lang, die Sorgen groß. Hinter den Einsätzen von Kapitän Odabas und Gianluca Gaudino standen lange Fragezeichen, letztlich standen jedoch beide in der Startelf. Trainer Beniamino Molinari und hob den Gegner schon im Vorfeld fast in den Himmel und änderte daran auch nach den 90 absolvierten Minuten nichts: „Frankfurt war mit Abstand die beste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben.“

Das Ergebnis? Ein klarer 4:1-Heimsieg. Und dennoch: Molinari zeigt sich mit dem Auftritt seiner eigenen Mannschaft über weite Strecken überhaupt nicht zufrieden: „Fußballerisch hat mir unser Auftritt heute gar nicht gefallen“, sagte er gewohnt kritisch. Die starke Anfangsphase lobte er zwar („Da hat fast jeder Ball hinter die Kette zu einer großen Torchance geführt“), sah aber vor allem viel Nachholbedarf: „Wir müssen definitiv fußballerisch zulegen.“

Spitzenteam – und doch zurückhaltend

Fakt ist: Nach zehn Spieltagen steht der VfR Aalen mit 18 Punkten auf Rang 4, nur zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter. Die Mannschaft hat sich nicht nur in der Tabelle festgesetzt, sondern auch eine neue Qualität bewiesen. Auffällig: Während im letzten Heimspiel gegen Freiberg (2:3) noch die Kaltschnäuzigkeit fehlte, zeigte der VfR gegen Frankfurt ein anderes Gesicht.

Nach einer furiosen Anfangsphase und dem frühen 1:0 durch Gaudino (15.) nach feinem Zuspiel von Meien lauerte das Team diesmal geduldig auf Umschaltmomente – und schlug in der Schlussphase eiskalt zu. Drei Tore binnen acht Minuten – eine Effizienz, die in dieser Form bislang selten zu sehen war. Kleinschrodt, der sein bislang bestes Heimspiel machte (Note 2), traf nach Ecke von Gaudino zum 2:1 (72.), bereitete dann das 3:1 von Sasa Maksimovic selbst vor (74.), ehe Dean Melo auf Vorlage des eingewechselten Stefan Wächter mit dem 4:1 für die Entscheidung sorgte (79.). „Wir haben die Qualität, um die Konter auch so auszuspielen“, so Molinari.

Variabel, effizient – und mit Perspektive

Spannend: Aalen zeigte sich nicht nur personell flexibel, sondern auch taktisch variabel. Die Defensive stand weitgehend stabil, die Offensive nutzte ihre Chancen konsequent. Für Molinari war das dennoch kein Grund zu überschwänglicher Freude: „Uns tut es auch gut, dass die drei Gesperrten zurückkommen, weil wir dann in der Breite nochmals anders aufgestellt sind, aber wir müssen definitiv fußballerisch zulegen.“

Molinari bleibt auf dem Teppich – und damit auch seine Mannschaft. Von Aufstiegsambitionen will niemand etwas wissen. Auch Mittelfeldspieler Vico Meien bleibt dem Kurs treu: „Wir sind immer noch Aufsteiger und so gehen wir in jedes Spiel.“ Die Tabelle? „Beschäftigt uns noch gar nicht.“

Trainer-Duo im Understatement-Modus

Kurios: Auch Frankfurts Trainer Victor Kleinhenz schwärmte nach dem Spiel weniger von seiner eigenen Mannschaft, sondern lobte explizit den VfR: „Es ist beeindruckend, wie schnell man es hier geschafft hat, aus einer Spitzenmannschaft der Oberliga eine Spitzenmannschaft der Regionalliga Südwest zu formen.“

Beide Trainer im Understatement-Modus – auf Frankfurter Seite nach einer 1:4-Niederlage verständlich. Wie lange jedoch gegnerische Trainer dem VfR Aalen die Underdog-Rolle noch abnehmen ist fraglich und wahrscheinlich längst beantwortet: Niemand wird die Aalener als Außenseiter wahrnehmen, im Gegenteil – Der VfR wird als klarer Favorit zum nächsten Spiel bei Fulda-Lehnerz reisen. 

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