Der Kölner Pianist und Keyboarder Christian Frentzen hat mit „Pulses“ ein sensationelles Album vorgelegt. Mit seiner Band spielt er das Programm am Freitag in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede.
13.10.2026 · 13:13 Uhr
Der Kölner Pianist und Keyboarder Christian Frentzen.
Foto: Lena Semmelroggen/BackseatDüsseldorf · Der Kölner Pianist und Keyboarder Christian Frentzen hat mit „Pulses“ ein sensationelles Album vorgelegt. Mit seiner Band spielt er das Programm am Freitag in der Düsseldorfer Jazz-Schmiede.
In vielen Momenten dieses grandiosen Albums denkt der Hörer, er sollte diese Musik stets als schnell verfügbaren Soundtrack im Auto oder in Zügen der Deutschen Bahn bei sich haben. Wenn wieder mal alles steht, alles wartet oder die Zeit sich unverhältnismäßig dehnt, ruft einem dieses Album zu: Vergiss die Zeit und genieß die Gegenwart!
Klingt ein bisschen nach Gute-Laune-Gefummel, nach verdächtiger Gefälligkeit, aber tatsächlich hat „Pulses“ des Kölner Keyboarder Christian Frentzen eine hohe sinnliche und melodische Kraft. Sie ist dabei leicht, doch nicht easy. Ihre Rhythmen verleihen der Musik etwas Schwebendes, sie pulsieren, aber sie stochern nicht. Es herrscht ein einheitlicher, elektronisch veredelter und vibrierender Geist in diesen acht Stücken. Das hat einen bemerkenswerten Hintergrund.
Frentzen hat seine Musik zuerst komponiert (und zwar in genau einem Monat, irre schnell), dann mit seiner Band ebenfalls wie in einem Rausch aufgenommen, schließlich produziert und gemischt. Alles musste der Mann selber machen? Nun, Frentzen ist ein uneitler, aber systematischer Meister darin, Verantwortlichkeit als sensiblen Bereich zu betrachten, in dem man besser nicht zu viel an andere delegiert. Diese eigene Handschrift hat „Pulses“ zu einem Meisterwerk gemacht.
Die Qualität liegt auch an der Integrität der Besetzung. Frentzen, der regelmäßig mit Künstlern wie Till Brönner, Max Mutzke oder Nils Landgren spielt, hat neben sich großartige Kollegen wie den Bassisten Thomas Stieger, den Schlagzeuger Moritz Müller sowie, als Gast aus New York, den Gitarristen Nir Felder. Die Homogenität ihres Spiels ist entwaffnend.
In diesen Tagen hat Frentzens Band in Konzerten noch ein bisschen die nähere und weitere Umgebung erkundet (Bergheim, Minden, Hameln, Berlin), bevor sie sich mit „Pulses“ auf Düsseldorfer Stadtgebiet bewegt. In der Jazz-Schmiede spielt Frentzens Ensemble am Freitag, 16. Oktober, 20.30 Uhr. Sollte man nicht verpassen.
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