Wir haben die Panthem Akku-Astschere getestet: zwei Schnittmodi, LCD-Display, Brushless-Motor und über 1000 Schnitte pro Akkuladung. Hier steht, wie sie sich in der Praxis schlägt.
Wir haben die Panthem Akku-Astschere getestet: zwei Schnittmodi, LCD-Display, Brushless-Motor und über 1000 Schnitte pro Akkuladung. Hier steht, wie sie sich in der Praxis schlägt.
Wer Obstbäume, Sträucher oder Reben schneidet, kennt das Problem: Nach ein paar Dutzend Schnitten mit der Handschere tun Hände und Handgelenke weh. Eine Akku-Astschere übernimmt diese Kraftarbeit. Ein Druck auf den Auslöser genügt, der Motor erledigt den Rest. Die Akku-Astschere von Panthem ab 45 Euro verspricht Schnitte bis 30 mm, über 1000 Schnitte pro Akkuladung und Kompatibilität zu Makita-18-V-Akkus. Ob sie diese Versprechen hält, wie gut sie verarbeitet ist und wo ihre Schwächen liegen, zeigt unser Praxistest.
LieferumfangDie Akku-Astschere von Panthem kommt in einem einfachen Kunststoffkoffer bei uns an. Darin liegen eine Schutzbrille, etwas Werkzeug, ein Schleifstein, eine Anleitung und eine Ersatzklinge. Das Bundle enthält außerdem zwei Akkus mit je 3 Ah und ein Netzteil zum Aufladen. Die Akkus tragen die Kennzeichnung 21 V. Trotzdem arbeitet die Akku-Astschere auch problemlos mit den 18-V-Akkus der BL-Serie von Makita. Ältere Makita-Akkus der G-Serie unterstützt sie laut Hersteller nicht. Damit eignet sich das Gerät besonders für alle, die schon Makita-Akkus besitzen.
Bilderstrecke: Akku-Astschere von Panthem
Das hellblau-schwarze Gehäuse der Akku-Astschere besteht aus Kunststoff. Es hat einen großen Auslösetaster und einen kleinen Taster zum Ein- und Ausschalten. Ein bürstenloser Motor treibt die Schere an. Der Hersteller gibt dafür eine Leistung von 700 W an. Die Klinge besteht laut Panthem aus SK5-Kohlenstoffstahl, der scharf und langlebig sein soll. Auf dem LCD-Display sehen Nutzer den Akkustand und, als witziges Gadget, einen Schnittzähler.
Die Akku-Astschere bietet zwei Schnittmodi:
Der Hersteller nennt als Einsatzbereiche den Hausgarten, Obstgarten, Weinbau und die Landschaftspflege. Außerdem bewirbt er einen intelligenten Schlafmodus und einen sicheren Doppelklick-Start. Was dahintersteckt, zeigen wir im Praxistest.
Verarbeitung und DesignIm Vergleich zu einer klassischen, manuellen Astschere fällt die Akku-Astschere von Panthem deutlich größer und schwerer aus. Die Werbung spricht zwar von einer kompakten und leichten Bauweise, das stimmt aber nur im Vergleich mit anderen Elektrogeräten. Dank gummiertem Griff und Pistolen-Auslöser liegt sie trotzdem gut in der Hand. Die Verarbeitung ist einfach, aber ordentlich. Zwar fallen einige Spaltmaße auf, scharfe Kanten oder mangelnde Stabilität sind aber kein Thema.
Die beiden Akkus aus dem Test-Bundle laden wir direkt per Steckernetzteil. Ein klassisches Ladegerät, wie wir es von Makita kennen, fehlt. Zum Arbeiten schieben wir die Akkus von vorne in den Standfuß der Akku-Astschere, wo sie hörbar einrasten.
PraxistestNach dem Auspacken und Aufladen starten wir unseren Praxistest. Die Akkus lassen sich problemlos einsetzen und entnehmen, egal ob es die mitgelieferten Akkus aus China oder Makita-Akkus sind. Als Nächstes schalten wir die Schere mit einem langen Druck auf den Power-Taster ein. Ein kurzer Piepton bestätigt das.
Einsatzbereit ist das Gartengerät damit aber noch nicht, denn ein Druck auf den Auslöser bewirkt noch nichts. Erst wenn wir den Auslöser kurz hintereinander zweimal drücken, aktiviert sich die Akku-Astschere. Auch das bestätigt sie mit einem Piepton. Ab jetzt schließen sich die Klingen, sobald wir den Auslöser drücken. Das geht erstaunlich schnell, andere elektrische Astscheren schließen ihre Klingen deutlich langsamer. Wer den Auslöser nur ganz kurz betätigt und dann loslässt, unterbricht den Schnitt.
Nach einer Arbeitspause von mehr als einer Minute wechselt die Akku-Schere in den Schlafmodus und spart so Energie. Wer weiterarbeiten will, muss den Auslöser erneut zweimal drücken. Diese Prozedur soll verhindern, dass die Schere unbeabsichtigt auslöst. Uns wäre ein zweiter Auslösetaster wie an unserer Kettensäge oder unserer Heckenschere aber deutlich lieber gewesen. Wer kleine Kinder hat, sollte die Akku-Astschere auf keinen Fall mit eingesetztem Akku herumliegen lassen – und richtig gut fühlt sich die Arbeit nur an, wenn die zweite Hand hinterm Rücken ist.
Im Garten zeigt die Akku-Astschere, was sie kann, und überrascht uns positiv. Kleine Äste mit 10 bis 20 mm Durchmesser schneidet sie ohne Probleme. Bei diesen Stärken spielen Holzart und Feuchtigkeit keine Rolle. Uns gefällt besonders, dass sich die Klingen schnell schließen und öffnen. So schaffen wir viele Schnitte in kurzer Zeit.
Die vom Hersteller angegebene maximale Schnittleistung von 30 mm hatten wir vorher stark bezweifelt. Der Test belehrt uns aber eines Besseren: Wir schneiden sogar knapp über 30 mm dicke Äste unseres Apfelbaums problemlos. Ab und zu braucht die Schere dafür einen zweiten Schnitt, die Herstellerangabe können wir aber guten Gewissens bestätigen. Bei trockenem Hartholz sieht es anders aus. Hier liegt die tatsächliche Schnittleistung eher bei 20 mm.
Mit einem der mitgelieferten 3-Ah-Akkus schaffen wir knapp über 950 Schnitte. Danach zeigt das Display noch eine Restkapazität von knapp 15 Prozent an. Die Herstellerangabe von über 1000 Schnitten pro Akkuladung halten wir damit für realistisch. Mit dem zweiten Akku im Set verdoppelt sich die Laufzeit.
Unterm Strich hat uns die Arbeit mit der Akku-Astschere sehr gut gefallen. Sie erleichtert die Arbeit gegenüber einer manuellen Astschere enorm. Weil die Schnittleistung so hoch ist, brauchen wir die große Bypass-Astschere nicht mehr, und das spart Zeit. Außerdem kommen wir trotz stundenlanger Arbeit ohne Sehnenscheidenentzündung und Schwielen an den Händen davon.
PreisBei Amazon kostet die Schere in der Solo-Variante (ohne Akkus und Netzteil) 45 Euro, was uns fair und angemessen erscheint. Im Bundle mit zwei 3-Ah-Akkus und Netzteil verlangt der Hersteller aktuell 63 Euro.
FazitDie Panthem Akku-Astschere überzeugt im Test vor allem mit ihrer starken Schnittleistung. Frische Äste mit gut 30 mm Durchmesser schafft sie, bei trockenem Hartholz sind etwa 20 mm drin. Die Klingen arbeiten sehr schnell, das LCD-Display zeigt Akkustand und Schnittzahl übersichtlich an, und mit über 950 Schnitten pro Akkuladung hält sie lange durch. Ein echtes Plus für viele Gärtner: Die Schere läuft auch mit Makita-18-V-Akkus der BL-Serie.
Abzüge gibt es für das recht hohe Gewicht, die einfache Ladelösung per Steckernetzteil und das Sicherheitskonzept. Der Doppelklick-Start schützt nur bedingt vor versehentlichem Auslösen, ein zweiter Sicherheitstaster wäre die bessere Lösung.
Wer regelmäßig Obstbäume, Sträucher oder Reben schneidet und seine Hände schonen möchte, bekommt mit der Panthem Akku-Astschere ein leistungsstarkes und durchdachtes Werkzeug. In vielen Fällen ersetzt sie sogar die große Bypass-Astschere.
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