Die Junge Union will Reformen sehen. Der Kanzler macht einmal mehr Versprechungen und droht der SPD. Ob die mitzieht, ist offen. Merz’ Parteikollege und Konkurrent Wüst macht es geschickter.

JU-Vorsitzender Johannes Winkel (l.) und Kanzler Merz: Es droht die Rebellion. Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen
Die Mitglieder der Jungen Union (JU) wollten auf ihrem diesjährigen „Deutschlandtag“ den Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) weiter erhöhen. Das wurde am Samstag in Bonn schnell klar – und es ist das einzig Richtige. Sie sichern ihm ihre Unterstützung nur zu, wenn er endlich liefert und das Reformpaket umsetzt.
Und Merz? Der Kanzler zeigte sich selbstbewusst. Im Notfall solle man die SPD wieder daran erinnern, wer der größere Koalitionspartner sei, sagte er. Er stelle „den Erfolg der Koalition, oder anders ausgedrückt, den Fortbestand der Koalition nicht über jede denkbare politische Leistung, die wir zusammen erbringen müssen.“
Der Kanzler geht erneut davon aus, dass die SPD am Ende mitzieht. Die aktuellen Diskussionen, etwa über die „Rente mit 63“, zeigen aber, dass das schiefgehen kann. Merz will, dass die Rentenreform bis Ende des Jahres ohne Änderungen das Kabinett passiert.
Rentenreform: JU droht mit RebellionGelingt das nicht, verspielt der Kanzler dieses Mal nicht nur das Vertrauen der Bevölkerung, sondern auch das der Jungen Union. Schon bei leichten Verzögerungen droht ihm eine Rebellion. Dass die JU-Mitglieder rebellieren können, zeigte ihr Widerstand gegen Zugeständnisse an die SPD bei der Rentenreform auf dem „Deutschlandtag“ im vergangenen Jahr. Merz muss jetzt liefern.
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