Mit dem Kabinettsumbau hat Merz viel Schaden angerichtet. Die Partei dürfte in den nächsten Wochen kaum zur Ruhe kommen. Die Voraussetzungen für die Wahl in Sachsen-Anhalt sind denkbar schlecht.

Merz (l.), Frei: Neue Rolle für den Vertrauten des Kanzlers. Foto: Hans Christian Plambeck/laif
Man stelle sich vor, Friedrich Merz hätte vor einer Woche eine souveräne Pressekonferenz gegeben wie am selben Tag der neue Trainer der Fußball-Nationalmannschaft: ein klares Team um ihn herum, ein klares Konzept, ein klares Ziel.
Die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt wüsste, wie der Weg zurück an die Spitze aussehen könnte, wer welche Verantwortung im Team übernimmt und worauf sich die Menschen gespannt freuen können. Der Bundeskanzler hätte zufrieden und beruhigt in den Sommerurlaub an den Tegernsee fahren können, Kraft tanken, planen, um dann im September wieder durchzustarten.
Nichts davon ist Merz gelungen. Einmal mehr hat er die Chance zum Befreiungsschlag verpasst und stattdessen anhaltenden Schaden angerichtet. Acht Positionen besetzt er neu und kaum einer weiß, was am Ende nach den Chaostagen wirklich geblieben ist. Kein Wunder, dass die Fraktion am Mittwoch in ihrer Sondersitzung zwar Thorsten Frei mit einem überzeugenden Ergebnis zum neuen Vorsitzenden gewählt hat. Die folgende Aussprache aber war ungemütlich für Merz.