Der Bundestag hat eine Reform der Notfallversorgung beschlossen. Kliniken, Rettungsdienste und Bereitschaftspraxen sollen damit enger zusammenarbeiten, die Nufnummern 112 und 116 117 besser vernetzt werden.
AUDIO: Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung (3 Min)
Bessere Vernetzung
Bundestag beschließt Reform der Notfallversorgung – was sich jetzt ändern sollStand: 15.10.2026 19:53 Uhr
Der Bundestag hat eine Reform der Notfallversorgung beschlossen. Kliniken, Rettungsdienste und Bereitschaftspraxen sollen künftig enger zusammenarbeiten, der Notruf 112 und die 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen werden stärker vernetzt. Der Arbeiter-Samariter-Bund warnt derweil vor übermäßigem Spardruck.
von MDR AKTUELL
Der Bundestag hat eine Reform der Notfallversorgung beschlossen. Damit sollen unter anderem der vertragsärztliche Notdienst, die Notaufnahmen der Krankenhäuser und die Rettungsdienste besser aufeinander abgestimmt werden. Geplant sind sogenannte Integrierte Notfallzentren, die an vielen Kliniken angedockt werden sollen.
Video: Neues Gesetz soll Notaufnahmen entlasten (2 Min)
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann sagte im Bundestag, die Notaufnahmen würden entlastet. Sie könnten sich künftig "auf die Fälle konzentrieren, die wirklich schnelle Hilfe brauchen", erklärte der CDU-Politiker.
Notdienste und Telemedizin über Rufnummer 116 117Auch der Notruf 112 und die Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen sollen den Plänen nach besser vernetzt und Patienten direkt an die richtige Stelle geleitet werden. Über die 116 117 werden demnach neben einem Termin- und Vermittlungsservice künftig rund um die Uhr auch telemedizinische Dienste und Notdienste angeboten.
Die Notfallnummer 112 soll aber weiterhin wie gewohnt für Notfälle mit Lebensgefahr oder schweren gesundheitlichen Störungen immer direkt erreichbar sein.
Video: So soll die Notfallversorgung refomiert werden (1 Min)
Ziel der Reform ist es, Rettungsdienste und Notaufnahmen zu entlasten sowie Patientinnen und Patienten effektiver zu versorgen. Zudem sollen Kosten gespart werden.
Neben den Koalitionsfraktionen von Union und SPD stimmten auch die Grünen für die Pläne. AfD und Linke enthielten sich. Der Bundesrat muss noch grünes Licht geben.
ASB begrüßt Reform, warnt aber vor SpardruckDer Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Sachsen-Anhalt, Sven Baumgarten, begrüßte die Pläne vorab. Er sagte MDR AKTUELL, die Reform sei dringend notwendig. Die Notaufnahmen seien täglich überlastet.
Gleichzeitig warnte Baumgarten vor übermäßigem Spardruck. "Wer Qualität bestellt, muss auch Qualität bezahlen", sagte der Geschäftsführer.
Bundesärztekammer: Parallelstrukturen und zusätzliche BelastungenKritik kam von der Bundesärztekammer. Präsident Klaus Reinhardt sprach von verschärften Terminmeldepflichten und Parallelstrukturen.
Es drohe ein problematisches Gemisch aus mehr Bürokratie, zusätzlichen Belastungen und weniger Planungssicherheit für Ärztinnen und Ärzte.
Mit dem Beschluss zur Notfallreform wird auch die Ausschreibung für Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen wiedereingeführt. Sanitätshäuser kritisieren diesen Schritt und warnen, dass die Versorgungsqualität darunter leide. Mehr dazu im Beitrag von Astrid Wulf:
AFP, KNA, MDR (fef)
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