Am Homburger Schlossberg wurde es filmreif. Tatort- und Pilcher-Stars drehten dort den sechsten Kurzfilm eines Anthologieprojekts. Was dahintersteckt.
Homburg/Höchen · Am Homburger Schlossberg wurde es filmreif. Tatort- und Pilcher-Stars drehten dort den sechsten Kurzfilm eines Anthologieprojekts. Was dahintersteckt.
13.10.2026 , 12:13 Uhr
Regisseur Thomas Scherer sowie die Schauspieler Gerhard Polacek, Klaus Ebert und Hanno Friedrich (von links)
Foto: Stefan HolzhauserWer sich am vergangenen Samstagvormittag rund um den Homburger Schlossberg aufhielt, dürfte den ein oder anderen bekannten Schauspieler erkannt haben.
Der Filmemacher Thomas Scherer aus Höchen hatte quasi wieder einmal seine Stammclique eingeladen: Hanno Friedrich (unter anderem Sechserpack oder Rote Rosen), Gerhard Polacek (Tatort) und Klaus Ebert (Rosamunde Pilcher). Am Nachmittag stieß dann auch noch der Musiker Andreas Dormann aus Bonn hinzu.
Vor Ort wurde bereits der sechste Kurzfilmdreh eines geplanten Anthologiespielfilms durchgeführt. Angefangen hatte alles im Coronajahr 2020. Damals standen die Schauspieler und Scherer untereinander in Kontakt. Seinerzeit gab es in der Film- und Fernsehbranche nur wenige Aufträge. Und so entstand die Idee, sich in Höchen unter den damals gültigen Hygienebedingungen zu treffen und gemeinsam einen Kurzfilm zu drehen.
Und da vom ersten Kurzfilm an die Chemie zwischen Scherer und den Schauspielern stimmte, trifft man sich nun Jahr für Jahr in Höchen und dreht bei diesem „Klassentreffen“ (O-Ton Scherer) sowohl im Ort selbst als auch in der Umgebung.
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21.09.2026
„Jeder Kurzfilm erfüllt ein eigenes Genre“, erzählte Scherer. Angefangen habe alles mit Komödie, ehe verschiedene weitere Beiträge folgten. „Wir haben dabei stets das identische Team am Start. Jeder schlüpft dabei aber immer wieder in verschiedene Rollen. Jetzt haben wir bereits den sechsten Filmdreh – und irgendwann erscheint dann die Anthologie“, erklärte Scherer.
Dieses Mal heißt der Kurzfilm „Auf der Mauer“. Es werde zunächst der Eindruck erweckt, dass sie zusammen von dieser Mauer herunterspringen wollten, aber da stecke noch ein Geheimnis dahinter. Alles gehe natürlich gut aus.
Ebert und Scherer kennen sich bereits seit längerer Zeit. Daraus sei laut Scherer mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden. Ähnlich würde es auch bei Polacek aussehen: Seit 13 Jahren harmoniere man gut miteinander. Und Friedrich sei mittlerweile ebenfalls ein fester Freund für die Drehs rund um Höchen. „Es ist immer wieder toll, wenn wir uns sehen und dabei kreative Sachen machen. Da wir ja stets in identischer Besetzung drehen, erkennt man auch von Jahr zu Jahr ganz genau, wie wir älter werden. Das gehört aber auch einfach mit dazu und macht auch irgendwie den Charme von diesem Fortsetzungsprojekt aus“, sagte Scherer. Und außerhalb der Dreharbeiten würde man auch noch genügend Zeit für einen geselligen Austausch finden.
Friedrich verglich den Dreh im Saarland mit einem „Feriencamp“. Er sagte: „Wenn man die einzelnen Kurzfilme miteinander verbindet, geht man mit uns durch die Jahre hindurch. Wenn es dann am Ende zehn Filme sind, wird es eine Dekade sein – und das finde ich eine ganz tolle Idee.“
Friedrich sei aktuell in der ZDF-Fernsehserie „Heile Welt“ mit am Start. Und im Dezember würden dann am Theater Lübeck die Proben für ein Stück beginnen. Er freue sich sehr darauf, wieder Theater spielen zu dürfen. Und Polacek meinte: „Wir sehen uns ja im Normalfall einmal pro Jahr. Das ist stets eine große Freude – so wie ein Urlaub mit Spielverpflichtung. Da wir uns alle so gut kennen, kann eigentlich nichts passieren – außer, dass es schön wird.“
Dass man nun in Homburg auf dem Schlossberg drehe, schließe ja quasi den Kreis, da man ja auch zur Historie dazugehöre. „Wir waren ja schon einmal vor zwei Jahren hier beim Drehen gewesen. Damals mussten wir aufgrund von Regen und Hagel zwischenzeitlich ins Mauersystem flüchten“, berichtete Polacek.
Ein echtes Heimspiel war es dagegen für Ebert, der im nordsaarländischen Wadern aufgewachsen ist. Außerdem pflegt er familiär bedingt noch Kontakte ins rheinland-pfälzische Käshofen. „Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr im Saarland lebe, besteht daher immer noch ein enger Kontakt hierhin. Und aus den gemeinsamen Projekten haben sich wiederum weitere Projekte entwickelt“, berichtete Ebert.
So betreibe er auch zusammen mit Scherer das Heimatsaarlandprojekt, in dessen Rahmen am kommenden Wochenende wieder gedreht werde – und zwar zusammen mit Kindern rund um die Glanhalle in Höchen herum. (lwg/nlk)
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