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Arzt achtet besonders auf 2 Zeichen von Darmkrebs: „Als jemand, der jünger als 50 ist, bin ich besonders sensibilisiert”

Дата публикации: 08-09-2026 10:19:00

Da Betroffene unspezifische Warnzeichen nicht erkennen, bleibt Darmkrebs oft lange unentdeckt. Zwei „große” Symptome hat ein Mediziner bei sich selbst im Blick.

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Da Betroffene die unspezifischen Warnzeichen nicht erkennen, bleibt Darmkrebs oft lange unentdeckt. Welche zwei „großen” Symptome ein Mediziner bei sich selbst im Blick hat.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Im Laufe des Lebens stellen Mediziner die Diagnose einer von 19 Frauen und einem von 15 Männern. Lange Zeit galt Darmkrebs als Erkrankung des Alters. Doch er betrifft auch junge Menschen. Zuletzt wurde etwa der tragische Fall des Schauspielers James Van Der Beek bekannt, der im Alter von 48 Jahren daran verstarb. 

"Als jemand, der jünger als 50 Jahre alt ist und besonders, weil die Zahl der Darmkrebserkrankungen bei Menschen unter 50 Jahren tatsächlich zunimmt, bin ich besonders sensibilisiert", sagte der Mediziner Derek Ebner dem Nachrichtenportal "Today.com". Dieser Trend gilt zwar vor allem in den USA, weniger in Deutschland. Trotzdem ist es gut, in jedem Alter wachsam zu sein.

Darmkrebs-Arzt achtet auf 2 "große" Symptome

Ebner arbeitet als Gastroenterologe an der international bekannten Mayo Clinic in den USA. Als Spezialist für die Erkrankungen der zum Verdauungssystem gehörenden Organe, sieht er sich täglich mit den Vorboten und Folgen von Darmkrebs konfrontiert. 

Um Vorzubeugen, achte er beispielsweise auf eine gesunde Ernährung und tägliche Bewegung. Genauso wichtig sei es jedoch auch auf frühe Warnzeichen zu achten, um den Krebs zu erkennen, bevor er sich ausbreitet. "Wenn man ihn frühzeitig entdeckt, sind die Überlebenschancen hervorragend. Bei Darmkrebs im Frühstadium liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate höher als 90 Prozent", sagt der Experte. Besonders zwei der "großen" Symptome habe er dabei auch bei sich selbst immer im Blick.

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1. Blut im Stuhl

Blut im Stuhl oder generell am After werde von vielen Menschen unterschätzt, berichtet Ebner. "Für mich als Person unter 50 sind Blutungen aus dem After etwas, worauf ich sehr achte", erklärt er. Vor allem jüngere Menschen sollten dieses Zeichen ernst nehmen.

In seiner Praxis erlebe er allerdings häufig, dass Darmkrebs-Betroffene genau das nicht taten. "Das Beängstigende daran ist, dass viele Menschen davon ausgegangen sind, dass sie nur aufgrund von Hämorrhoiden Blutungen hatten", erklärt Ebner. Daher hätten sie nicht früh genug eine medizinische Untersuchung in Anspruch genommen.

Darauf können Sie achten:

  • Hellrotes Blut, das im Toilettenwasser zu sehen ist oder nach dem Abwischen auf dem Toilettenpapier erscheint, sollte laut Ebner Anlass sein, medizinischen Rat einzuholen.
  • Blutstreifen auf der Oberfläche des Stuhls, können laut Ebner darauf hinweisen, dass die Blutungsquelle eher im unteren Bereich des Verdauungstrakts liegt. Etwa bei Hämorrhoiden oder einem Tumor im Enddarm.
  • Blut, das im Stuhl vermischt ist, könne dagegen auf eine Blutung weiter oben im Dickdarm hindeuten.

Ebner rät deshalb dazu, solche Veränderungen nicht zu ignorieren. "Wenn Sie es beobachten, sollten Sie am besten Ihre Mediziner informieren und nichts dem Zufall überlassen", sagt er. 

Diese Symptome können auf Darmkrebs hindeuten

Darmkrebs entwickelt sich langsam über viele Jahre hinweg. Folgende Symptome können schon früh auf die Erkrankung hinweisen:

  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • veränderter Stuhlgang in Konsistenz (Verstopfung, Durchfall, bleistiftdünn) und Häufigkeit (vermehrter Stuhldrang, auch zu ungewöhnlichen Tageszeiten)
  • Blut im Stuhl, erkennbar durch rötliche, dunkle oder schwarze Färbung oder Schleim und Blut, die aus dem Enddarm austreten
  • übelriechender Stuhl
  • Völlegefühl und Gefühl, dass sich der Darm nicht vollständig entleert
  • häufige und laute Geräusche im Darm
  • nächtliches Schwitzen

Diese Symptome treten bei fortgeschrittenem Darmkrebs auf:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Blässe
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Übelkeit, Erbrechen
  • leichtes Fieber
  • Bauchschmerzen und Krämpfe im Unterleib oder um den Darmausgang herum
  • Schmerzen in Becken oder der Lendenwirbelsäule
  • Verhärtungen im Bauch, manchmal sogar tastbar
2. Bauchschmerzen

Das zweite Warnsignal, auf das Ebner besonders achtet, sind Bauchschmerzen. Gerade bei Darmkrebs, der in jüngeren Jahren auftritt, träten diese häufig auf der linken Seite des Bauchs auf, erklärt er "Today.com" – entweder im linken Ober- oder im linken Unterbauch.

Die Schmerzen könnten sich außerdem als 

  • anhaltendes Unwohlsein,
  • Druckgefühl,
  • Völlegefühl oder
  • Enge im Bauch 

bemerkbar machen.

Besonders aufmerksam sollten Betroffene werden, wenn sich die Schmerzen bei Bewegung verstärken, ergänzt Ebner. Dann könne dahinter eine Blockade im Darm stecken.  

Symptome sind oft unscheinbar

Einer der Gründe, wieso Darmkrebs häufig tödlich ist, liegt daran, dass er viel zu spät entdeckt wird. "Die meisten Menschen denken erst an Krebserkrankungen, wenn sie vielleicht schon tastbare Knoten oder starke Schmerzen haben", erklärte die Medizinerin Heidrun Thaiss im Interview mit FOCUS online. Doch viele Symptome würden lange unter dem Radar laufen.

So können zum Beispiel auch

  • Gewichtsveränderungen durch Appetitverlust,
  • Schlafstörungen,
  • Müdigkeit,
  • Erschöpfung
  • und leichtes Fieber

auf eine Erkrankung hinweisen. Sollten solche vermeintlich harmlosen Beschwerden länger als vier Wochen dauern, sollten sie abgeklärt werden.

Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland

Wichtig sei laut Ebner außerdem die Vorsorge, etwa durch Stuhltests oder eine Darmspiegelung. In Deutschland beginnt das gesetzliche Vorsorgeprogramm für Darmkrebs ab einem Alter von 50 Jahren. Frauen und Männer können sich dann in ihrer Arztpraxis einmalig über die bestehenden Möglichkeiten der Darmkrebsfrüherkennung informieren und beraten lassen.

Diese Methoden zur Früherkennung können Sie in Anspruch nehmen:

  • Test auf unsichtbares oder auch okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl (immunologischer fäkaler Okkultbluttest, iFOBT) – für Patienten ab 50 Jahren übernehmen die Krankenkassen die Kosten für diesen Test alle zwei Jahre.
  • Alternativ können sich Patienten auch direkt für eine Darmspiegelung entscheiden. Anstelle des zweijährlichen Stuhltests besteht die Möglichkeit, zwei Koloskopien im Abstand von mindestens zehn Jahren durchführen zu lassen.

Entscheiden Sie sich zehn Jahre nach der ersten Koloskopie gegen eine zweite, können Sie alternativ auch Stuhltests machen lassen. Bei auffälligen Stuhltests besteht zudem immer ein Anspruch auf eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung.

Dabei komme es nicht darauf an, für welche Methode Sie sich entscheiden, bilanziert Ebner: "Das Beste ist das, was gemacht wird."

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