Mit der SoftTuningTable, kurz STT, öffnet das MoreClockTool auf RDNA4-Grafikkarten einen Bereich, der bei aktuellen Radeon-Modellen deutlich stärker von den Vorgaben des Treibers und der Firmware geprägt ist als bei älteren Generationen. Ab Version 2.1.3, ergänzt durch Hotfix 2.1.4, lassen sich damit unter anderem Lüfterverhalten, Tuning-Profile sowie Leistungs- und Stromgrenzen dauerhaft anpassen. Das ist kein […]
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Der Praxistest untersucht, wie das MoreClockTool mit der SoftTuningTable auf RDNA4-Grafikkarten arbeitet. Im Mittelpunkt stehen die Einrichtung, die Lüftersteuerung, anpassbare Leistungs- und Stromgrenzen sowie ein Beispiel mit reduzierter Leistungsgrenze auf einer Radeon RX 9070 XT. Die Funktion bietet deutlich mehr Kontrolle als eine einfache Powerlimit-Prozentangabe, ersetzt aber keine reproduzierbaren Messungen zu Leistung, Temperatur, Lautstärke oder Effizienz.
Wichtigste Fakten| Aspekt | Dokumentierter Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Unterstützte Generation | RDNA4 | Die SoftTuningTable wird für unterstützte Radeon-RX-9000-Karten bereitgestellt. |
| Firmware-Einheit | SMU 14 | Koordiniert unter anderem Energieverwaltung, Temperaturverhalten und Lüftersteuerung. |
| ADLX-Anforderung | Mindestens Version 1.4 | Die erkannte Version wird auf der Programmstartseite angezeigt. |
| Tool-Version | Version 2.1.3, Hotfix 2.1.4 | Ermöglicht Anpassungen an Lüfterverhalten, Profilen sowie Leistungs- und Stromgrenzen. |
| Beispielkarte | Radeon RX 9070 XT | Dokumentiert wird ein Profil mit reduziertem Powerlimit. |
| Übernahme der Tabelle | Neustart erforderlich | Der Treiber liest die neue Tabelle nicht während des laufenden Betriebs vollständig ein. |
| Bereich | Unterstützte Parameter oder Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| Speicherort | PP_PhmSoftTuningTable in der Registry | Die Tabelle ist nicht mit der früheren SoftPowerPlayTable identisch. |
| Leistungsgrenzen | SocketPowerLimitAc und SocketPowerLimitDc für PPT0 bis PPT3 | Zusätzlich wird SocketPowerLimitSmartShift2 genannt. |
| Stromgrenzen | VrTdcLimit und PlatformTdcLimit für GFX und SOC | Welche Werte aktiv sind, hängt von GPU, Platinenlayout, BIOS und Treiber ab. |
| Profile | Quiet, Balanced, Turbo und Rage | Für jedes Profil können Leistungs- und Akustikparameter angepasst werden. |
| Betriebsarten | POWER_MODE: cap, max und min | Erlaubt eine getrennte Definition des Verhaltens verschiedener Modi. |
| Lüftersteuerung | FanStopTemp, FanStartTemp, FanGain und FanTargetTemperature | Zusätzlich sind unter anderem PWM-, Drehzahl- und Zero-RPM-Parameter verfügbar. |
| Rücksetzung | Funktion „Create Reset“ | Erzeugt eine Registry-Datei; danach ist erneut ein Neustart notwendig. |
| Beobachtung | Konkreter Wert | Kontext |
|---|---|---|
| Unterstützte Sensoreingänge | 12 Gruppen | EDGE, HOTSPOT, HOTSPOTGFX, HOTSPOTSOC, MEM, VRGFX, VRSOC, VRMEM0, VRMEM1, LIQUID0, LIQUID1 und PLX. |
| ADLX-Untergrenze | Version 1.4 | Diese Version wird für die beschriebene RDNA4-Funktion vorausgesetzt. |
| RDNA4-Firmware | SMU 14 | Die technische Beschreibung ordnet RDNA4 dieser SMU-Version zu. |
| RDNA3-Firmware | SMU 13 | Für RDNA3 wird laut Tool-Dokumentation keine wirksame Custom PowerPlay Table genannt. |
| Vorher-nachher-Messungen | Keine konkreten Werte dokumentiert | Für die Radeon RX 9070 XT fehlen Zahlen zu Takt, Temperatur, Lautstärke, Verbrauch und Spieleleistung. |
Die Sensornamen beschreiben den möglichen Parameterraum und nicht automatisch die vollständige Ausstattung jeder Radeon-Karte. Ob ein Sensor im konkreten Fall aktiv ausgelesen werden kann, hängt unter anderem von GPU, BIOS und Treiber ab. Die Dokumentation liefert keine Vorher-nachher-Ergebnisse, aus denen sich eine Leistungssteigerung, geringere Lautstärke oder höhere Effizienz ableiten ließe.
Testbedingungen und GrenzenVor der Einrichtung muss auf der Startseite geprüft werden, ob der ADL-Status „Fully available“ lautet und welche ADLX-Version erkannt wird. ADL und ADLX müssen mit der installierten Treiberversion kompatibel sein. Das gilt auch für eine reine Treiberinstallation ohne vollständige Radeon-Software.
Nach der Aktivierung der Tweaks-Seite wird der STT-Prüfknopf betätigt. Das MoreClockTool liest daraufhin die aktuelle PowerPlay Table aus dem Kernel-Treiber und erzeugt daraus die SoftTuningTable. Erst danach werden die Parameter angezeigt, die für die konkrete Karte, das BIOS und den Treiber verfügbar sind. Eingaben können dezimal erfolgen; zusätzlich zeigt das Programm die entsprechende Hexadezimaldarstellung an.
Die Tabelle wird mit „Write STT“ in die Registry geschrieben. Ein Neustart ist zwingend erforderlich. Meldet der Treiber anschließend „Bad Table“, kann die Tabelle als ungültig erkannt worden sein. Als mögliche Ursachen gelten insbesondere Powerlimit- oder TDC-Werte sowie daraus abgeleitete prozentuale Offsets innerhalb der Tuning-Profile.
Das MoreClockTool prüft Eingaben gegen bekannte Grenzen, garantiert jedoch nicht die Akzeptanz durch jedes BIOS. Absolute Firmwarelimits lassen sich mit der SoftTuningTable nicht überschreiten. Vor jeder Änderung sollte die aktuelle Konfiguration dokumentiert werden. Ein schrittweises Vorgehen mit einzelnen Änderungen ist nachvollziehbarer als die gleichzeitige Anpassung von Powerlimit, TDC, Lüfterparametern und allen Profilen.
Für einen belastbaren Vergleich des reduzierten Powerlimits wären identischer Treiber, gleiche Raumtemperatur und eine reproduzierbare Last erforderlich. Zu erfassen wären unter anderem durchschnittliche GPU-Leistungsaufnahme, Board-Power, Edge- und Hotspot-Temperatur, Lüfterdrehzahl und tatsächlich erreichte Taktraten. Die Leistung müsste zusätzlich in mehreren Spielen oder Benchmarks reproduzierbar geprüft werden.
EinordnungDas MoreClockTool arbeitet nicht wie das MorePowerTool. Während das MorePowerTool traditionell die SoftPowerPlayTable bearbeitet, liest das MoreClockTool die aktuelle PowerPlay Table direkt aus dem Kernel-Treiber aus und nutzt deren Hardwarewerte und Limits als Grundlage für die SoftTuningTable. Die vom Benutzer gesetzten Zielwerte bleiben von den absoluten Hardwaregrenzen getrennt.
Die STT ist damit ein treiber- und firmwaregebundenes Konfigurationswerkzeug für RDNA4. Sie bietet mehr Stellmöglichkeiten als eine einfache Powerlimit-Anzeige, ist jedoch kein universeller Weg, um BIOS- oder Firmwaregrenzen zu umgehen. Im Umfeld des Red BIOS Rebellion Teams stehen außerdem MCT2, MorePowerTool, Red BIOS Editor und RebelsTool zur Verfügung. Diese Werkzeuge greifen je nach Generation auf unterschiedliche Ebenen von Treiber, Registry, Firmware oder Hardwareschnittstellen zu.
Für die Radeon RX 9070 XT ist die Funktion vor allem dann interessant, wenn ein kontrolliert reduzierter Verbrauch oder ein angepasstes Akustikverhalten wichtiger ist als ein maximaler Werks- oder Übertaktungstakt. Ob ein reduziertes Powerlimit tatsächlich effizienter arbeitet, hängt davon ab, wie stark die Leistung und die Taktraten unter der Begrenzung zurückgehen.
StärkenDie SoftTuningTable ermöglicht auf unterstützten RDNA4-Karten dauerhaft speicherbare Zielwerte für Lüfter, Profile, Leistungs- und Stromgrenzen.Die Lüftersteuerung umfasst mehrere Temperatur-, Drehzahl-, PWM- und Zero-RPM-Parameter.Quiet, Balanced, Turbo und Rage können getrennt angepasst werden.Die Eingaben werden gegen bekannte Treiber- und Firmwaregrenzen geprüft.EinschränkungenFür die Radeon RX 9070 XT sind keine konkreten Vorher-nachher-Messwerte dokumentiert.Die SoftTuningTable überschreitet keine absoluten Firmwarelimits.Die Liste möglicher Sensoren bedeutet nicht, dass jeder Sensor auf jeder Karte verfügbar ist.Eine formal geprüfte Tabelle wird nicht von jedem BIOS zwingend akzeptiert.Die Funktion selbst belegt weder eine höhere Leistung noch geringere Temperaturen, Lautstärke oder Leistungsaufnahme.Fragen und AntwortenWelche Grafikkarten-Generation wird unterstützt? Die beschriebene SoftTuningTable setzt eine unterstützte RDNA4-Grafikkarte voraus, beispielsweise aus der Radeon-RX-9000-Serie.Welche ADLX-Version wird benötigt? Vorausgesetzt wird mindestens ADLX Version 1.4.Kann das MoreClockTool absolute Firmwarelimits überschreiten? Nein. Die SoftTuningTable arbeitet innerhalb der vom Treiber und der Firmware vorgegebenen Grenzen.Warum ist nach „Write STT“ ein Neustart nötig? Der Treiber liest die neue Tabelle während des laufenden Betriebs nicht vollständig ein.Belegt das reduzierte Powerlimit der RX 9070 XT eine bessere Effizienz? Nein. Die Dokumentation enthält keine Vorher-nachher-Werte; dafür wären reproduzierbare Leistungs- und Verbrauchsmessungen erforderlich.Mit der SoftTuningTable, kurz STT, öffnet das MoreClockTool auf RDNA4-Grafikkarten einen Bereich, der bei aktuellen Radeon-Modellen deutlich stärker von den Vorgaben des Treibers und der Firmware geprägt ist als bei älteren Generationen. Ab Version 2.1.3, ergänzt durch Hotfix 2.1.4, lassen sich damit unter anderem Lüfterverhalten, Tuning-Profile sowie Leistungs- und Stromgrenzen dauerhaft anpassen. Das ist kein Freifahrtschein für beliebig hohe Powerlimits, sondern ein kontrollierter Zugriff auf die Parameter, die der jeweilige Treiber und die Firmware tatsächlich freigeben. Im Mittelpunkt dieses Praxistests steht deshalb weniger die Jagd nach einem einzelnen Bestwert, sondern die Frage, wie sich die Funktion im Alltag einrichten lässt, welche Grenzen bestehen und welche Einstellungen sich für eine Radeon RX 9070 XT sinnvoll nutzen lassen. Die begleitenden Screenshots ordnen wir dabei direkt in den Ablauf ein, von der Prüfung der Systemvoraussetzungen über die Erstellung der Tabelle bis zur Übernahme eines reduzierten Powerlimits. Konkrete Vorher-nachher-Messwerte zu Taktraten, Temperaturen, Lautstärke, Verbrauch oder Spieleleistung sind für das hier beschriebene Beispiel allerdings nicht dokumentiert, weshalb daraus keine Leistungssteigerung oder Effizienzverbesserung abgeleitet werden kann.
Das MoreClockTool ist außerdem nicht mit dem MorePowerTool gleichzusetzen. Während das MorePowerTool traditionell die SoftPowerPlayTable bearbeitet, liest das MoreClockTool die aktuelle PowerPlay Table direkt aus dem Kernel-Treiber aus und nutzt deren Struktur, Hardwarewerte und Limits als Grundlage für die SoftTuningTable. Die vom Benutzer gesetzten Zielwerte bleiben intern von den ausgelesenen Hardwaregrenzen getrennt. Dadurch kann die Oberfläche veränderbare Optionen anbieten, ohne die absoluten Limits der Firmware zu überschreiben.
Für die aktuelle Tool-Familie existiert zusätzlich ein Eintrag im Microsoft Store. Dort wird das MoreClockTool 2, kurz MCT2, als eigenständige Windows-App angeboten. Der Store-Vertrieb gehört zum Umfeld des Red BIOS Rebellion Teams, kurz R.B.R.T., dessen Entwickler und Community seit Jahren an Werkzeugen für Radeon-Tuning, BIOS-Analyse und alternative Zugriffswege auf AMD-Grafikkarten arbeiten. MCT2 ist dabei als umfassendere Neuentwicklung zu verstehen, während die hier beschriebene STT-Funktion anhand des dokumentierten MoreClockTool-Ablaufs betrachtet wird.
Radeon RX 9070 XT als Beispielhardware für die Anpassung der SoftTuningTable.RDNA4, SMU 14 und die Grenzen der SoftTuningTableVoraussetzung für die STT-Funktion ist eine unterstützte RDNA4-Grafikkarte, beispielsweise aus der Radeon-RX-9000-Serie. RDNA4 verwendet laut der technischen Beschreibung die System Management Unit 14, kurz SMU 14. Diese Firmware-Einheit koordiniert unter anderem Energieverwaltung, Temperaturverhalten, Lüftersteuerung und verschiedene Leistungsgrenzen der GPU. MoreClockTool greift dabei nicht direkt auf beliebige Register zu, sondern nutzt die vom AMD-Treiber bereitgestellten Schnittstellen und Tabellenstrukturen. Entscheidend ist deshalb, dass auf der Startseite des Programms der ADL-Status „Fully available“ erscheint. ADL steht für AMD Display Library und stellt Funktionen bereit, über die sich Informationen und Steuerungsoptionen der Grafikkarte auslesen lassen. Zusätzlich müssen die offiziellen ADL- und ADLX-Bibliotheken vorhanden und mit der verwendeten Treiberinstallation kompatibel sein. Das gilt auch für eine Driver-Only-Installation, bei der die vollständige Radeon-Software-Oberfläche nicht installiert wird. Für ADLX wird mindestens Version 1.4 vorausgesetzt; die erkannte Version wird ebenfalls auf der Startseite angezeigt.
Die Generation ist nicht nur eine formale Kompatibilitätsangabe. Für RDNA3, also beispielsweise Radeon-RX-7000-Karten, wird SMU 13 genannt. Dort existiert laut der Beschreibung keine Custom PowerPlay Table, weshalb die STT keine Wirkung entfaltet. Bei RDNA2 und RDNA3 bleibt die entsprechende Funktion in MoreClockTool unsichtbar. Die Aussage zur fehlenden Wirkung bei RDNA3 stammt aus der Tool-Dokumentation und sollte deshalb nicht mit einem unabhängig durchgeführten Vergleichstest verwechselt werden.
MoreClockTool auf der Startseite mit den Voraussetzungen für ADL, ADLX und RDNA4.Die STT wird als PP_PhmSoftTuningTable im Registrypfad der jeweiligen Grafikkarte gespeichert. Damit ist sie nicht identisch mit der früher bekannten SoftPowerPlayTable. MoreClockTool erzeugt die Tabelle aus den Daten, die der Kernel-Treiber liefert, und schreibt sie anschließend in die Registry. Weil das Programm ohne erhöhte Rechte arbeitet und den Zugriff über den Treiber abwickelt, ist ein direktes Löschen der Tabelle aus MoreClockTool heraus nicht vorgesehen. Die wichtigste Grenze bleibt dabei unverändert: Absolute Firmwarelimits können nicht überschritten werden. Die STT eignet sich insbesondere dafür, Leistungs- und Stromgrenzen zu reduzieren oder das Lüfterverhalten genauer an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Wer dagegen eine Radeon-Karte über die vom BIOS beziehungsweise der Firmware erlaubten Maximalwerte hinaus betreiben möchte, findet mit dieser Funktion keinen universellen Weg.
Nach dem Start wird zunächst auf der Hauptseite kontrolliert, ob ADL vollständig verfügbar ist und welche ADLX-Version erkannt wurde. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich die optionale Tweaks-Seite über das Zahnrad in der unteren Navigationsleiste aktivieren. Diese Trennung ist sinnvoll, weil MoreClockTool die zusätzlichen Eingriffsmöglichkeiten nicht pauschal für jede Hardware und jede Treiberumgebung einblendet.
Auf der Tweaks-Seite wird anschließend der STT-Checkbutton aktiviert. MoreClockTool liest daraufhin die aktuelle PowerPlay Table aus dem Kernel-Treiber und generiert daraus die SoftTuningTable. Erst danach erscheinen die Parameter, die für die jeweilige Karte, das BIOS und den installierten Treiber tatsächlich verfügbar sind. Die Oberfläche arbeitet dabei nicht nur mit Prozentwerten. Eingaben können dezimal erfolgen, während zusätzlich die entsprechende Hexadezimaldarstellung angezeigt wird. Das ist vor allem für Anwender hilfreich, die Tabellenwerte mit technischen Dokumentationen oder eigenen Konfigurationen abgleichen möchten.
Die aktivierte Tweaks-Seite bildet die Grundlage für die Erstellung der SoftTuningTable.Die einzelnen Zielwerte werden innerhalb der vom Treiber und der Firmware vorgegebenen Grenzen gesetzt. Genannt werden unter anderem Lüfter-Zieltemperaturen für verschiedene Sensoren, Zero-RPM-Start- und Stoppschwellen, Fan Gain, reduzierte Power- und TDC-Limits sowie individuelle Werte für die Profile Quiet, Balanced, Turbo und Rage. MoreClockTool korrigiert Eingaben, wenn sie außerhalb der möglichen Grenzen liegen. Das verhindert zwar nicht jede problematische Konfiguration, reduziert aber das Risiko, dass bereits durch eine einfache Fehleingabe eine formal ungültige Tabelle entsteht.
Nach der Anpassung wird die Tabelle mit „Write STT“ in die Registry übernommen. Ein Neustart ist anschließend zwingend erforderlich, weil der Treiber die neue Tabelle nicht während des laufenden Betriebs vollständig einliest. Bleibt die Tabelle nach dem Neustart unberücksichtigt und meldet der Treiber „Bad Table“, wurde sie als ungültig erkannt. Als mögliche Ursachen kommen Powerlimit- oder TDC-Werte infrage, aber auch davon abgeleitete Einstellungen, etwa prozentuale Offsets innerhalb der Tuning-Profile. MoreClockTool prüft die relevanten Eingaben auf die bekannten Limits, eine Garantie für die Akzeptanz durch jedes BIOS lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Erstellung und Prüfung der SoftTuningTable vor dem Schreiben in die Registry.RX 9070 XT mit reduziertem PowerlimitDas dokumentierte Beispiel verwendet eine Radeon RX 9070 XT und setzt auf ein reduziertes Powerlimit. Der Ablauf ist bewusst unspektakulär, zeigt aber den eigentlichen praktischen Nutzen der STT: Auf der Tweaks-Seite wird ein niedrigerer Leistungswert innerhalb der zulässigen Grenzen eingetragen, anschließend mit „Write STT“ geschrieben und nach einem Neustart übernommen. Damit lässt sich eine Karte nicht nur auf höhere Leistungsaufnahme trimmen, sondern auch auf einen sparsameren oder akustisch zurückhaltenderen Betrieb.
Beispielkonfiguration der Radeon RX 9070 XT mit reduziertem Powerlimit.Für einen belastbaren Test müsste ein solches Profil mit identischem Treiber, gleicher Raumtemperatur und reproduzierbarer Last gegen die Werkseinstellung verglichen werden. Sinnvoll wären Messungen der durchschnittlichen GPU-Leistungsaufnahme, der Board-Power, der Edge- und Hotspot-Temperatur, der Lüfterdrehzahl sowie der tatsächlich erreichten Taktraten. Ergänzend müsste geprüft werden, ob sich die Änderung in mehreren Spielen oder Benchmarks stabil reproduzieren lässt. Die vorliegende Dokumentation nennt für die RX 9070 XT jedoch keine konkreten Vorher-nachher-Werte und auch keine daraus abgeleiteten Performance- oder Lautstärkeergebnisse.
Gerade bei einem reduzierten Powerlimit ist außerdem zu unterscheiden, ob die Karte tatsächlich effizienter arbeitet oder lediglich früher in eine Leistungsbegrenzung läuft. Eine niedrigere Leistungsaufnahme allein beweist noch keine bessere Energieeffizienz. Dafür müsste die erreichte Leistung ins Verhältnis zur aufgenommenen Energie gesetzt werden, beispielsweise über Bilder pro Sekunde pro Watt oder über eine definierte Benchmark-Punktzahl pro Watt. MoreClockTool stellt dafür die Stellschrauben bereit, ersetzt aber keine Messung.
Lüfterkurven mit deutlich mehr StellschraubenEin wesentlicher Vorteil der STT liegt in der Lüftersteuerung. MoreClockTool beschränkt sich nicht auf einige wenige Kurvenpunkte, sondern stellt zusätzliche Parameter für Start- und Stopptemperaturen, Fan Gain, Zieltemperaturen einzelner Sensoren und das Verhalten bei ungewöhnlichen Betriebszuständen bereit. Dadurch kann beispielsweise festgelegt werden, wann Zero RPM beendet wird, mit welcher Reaktion die Lüfterdrehzahl auf einen Temperaturanstieg folgt und welcher Sensor als maßgebliche Eingangsgröße dient. Die verfügbaren Sensorgruppen umfassen EDGE, HOTSPOT, HOTSPOT_GFX, HOTSPOT_SOC, MEM, VR_GFX, VR_SOC, VR_MEM0, VR_MEM1, LIQUID0, LIQUID1 und PLX. Nicht jede dieser Größen muss auf jeder RDNA4-Karte physisch vorhanden oder im jeweiligen BIOS aktiviert sein. Die Liste beschreibt daher den möglichen Parameterraum, nicht automatisch eine vollständige Ausstattung jeder Karte. Besonders bei Hotspot-, Speicher- und VRM-Sensoren ist es sinnvoll, die tatsächlich ausgelesenen Werte während einer reproduzierbaren Last zu kontrollieren, bevor daraus eine neue Lüfterstrategie abgeleitet wird.
Parameteransicht für Lüfterkurven, Temperatursensoren und Zero-RPM-Verhalten.Zu den konkreten Lüfterparametern gehören FanStopTemp, FanStartTemp, FanGain und FanTargetTemperature. Hinzu kommen FanPwmMin, AcousticTargetRpmThreshold, AcousticLimitRpmThreshold, FanMaximumRpm, MGpuAcousticLimitRpmThreshold und FanTargetGfxclk. Für das Null-Drehzahl-Verhalten sind außerdem TempInputSelectMask und FanZeroRpmEnable relevant. FanTachEdgePerRev beschreibt die Auswertung des Tachosignals und ist damit ein eher technischer Parameter, der bei einer normalen Lüfterkurve nicht verändert werden sollte.
Weitere Einträge wie FuzzyFan_ErrorSetDelta, FuzzyFan_ErrorRateSetDelta und FuzzyFan_PwmSetDelta greifen in die Regelcharakteristik ein. FanAbnormalTempLimitOffset, FanStalledTriggerRpm und FanAbnormalTriggerRpmCoeff betreffen Schutz- und Erkennungssituationen, während ODFeatureCtrlMask die verfügbaren Overdrive-Funktionen beeinflussen kann. Diese Optionen sind nicht als pauschale Optimierungsschalter zu verstehen. Wer sie verändert, sollte jede Änderung einzeln testen und die Reaktion unter Dauerlast beobachten.
Neben der Lüftersteuerung lassen sich die Profile Quiet, Balanced, Turbo und Rage anpassen. Für jedes Profil werden POWER_LIMIT, ACOUSTIC_TEMP, ACOUSTIC_TARGET_RPM und ACOUSTIC_LIMIT_RPM genannt. Zusätzlich existiert POWER_MODE mit den Ausprägungen cap, max und min. Damit können Nutzer nicht nur einen globalen Grenzwert setzen, sondern das Verhalten der verschiedenen Betriebsmodi gezielt voneinander trennen. Die Leistungsgrenzen umfassen SocketPowerLimitAc und SocketPowerLimitDc, jeweils für PPT0 bis PPT3, außerdem SocketPowerLimitSmartShift2. Bei den Stromgrenzen werden VrTdcLimit und PlatformTdcLimit für GFX und SOC aufgeführt. PPT bezeichnet dabei Leistungsgrenzen für unterschiedliche Versorgungspfade, während TDC für eine dauerhafte Stromgrenze steht. Welche dieser Werte im konkreten Fall aktiv ist, hängt von GPU, Platinenlayout, BIOS und Treiber ab. Eine Veränderung sollte deshalb nicht allein anhand des Namens erfolgen, sondern immer zusammen mit den tatsächlich gemessenen Sensorwerten betrachtet werden.
Übersicht der Leistungs-, Strom- und Profilparameter innerhalb der STT.MoreClockTool eignet sich in diesem Bereich besonders für kontrollierte Reduzierungen. Ein niedrigeres Powerlimit kann die Leistungsaufnahme begrenzen, die Abwärme reduzieren und eine leisere Lüfterkurve ermöglichen. Ob dadurch die Effizienz steigt, hängt jedoch davon ab, wie stark die Taktraten unter der Begrenzung einbrechen. Bei einer zu strengen Einstellung kann der Energieverbrauch sinken, während die Leistung überproportional stärker zurückgeht. Die technisch saubere Bewertung bleibt deshalb eine Messaufgabe und keine reine Frage der eingetragenen Wattzahl.
Fehlerbehandlung und Rückkehr zu den StandardwertenWird die STT nach dem Neustart mit „Bad Table“ zurückgewiesen, sollten zunächst die zuletzt geänderten Powerlimit- und TDC-Werte geprüft werden. Auch Werte, die aus diesen Grenzen abgeleitet werden, können die Gültigkeit der gesamten Tabelle beeinflussen. Ein schrittweises Vorgehen ist deshalb sicherer als die gleichzeitige Änderung von Powerlimit, TDC, Lüfterparametern und allen vier Tuning-Profilen. Für die Entfernung der Tabelle bietet MoreClockTool die Funktion „Create Reset“. Damit wird eine passende Registry-Datei erzeugt, die der Benutzer selbst ausführen muss. Danach ist erneut ein Neustart notwendig. Dieses Verfahren passt zur Arbeitsweise des Programms, das ohne erhöhte Rechte auskommt und die Registry nicht eigenständig direkt manipuliert. Vor dem Schreiben einer neuen Tabelle sollte die aktuelle Konfiguration dokumentiert werden, damit sich ein fehlerhaftes Profil nachvollziehbar zurücknehmen lässt.
STT-Menü mit Optionen zum Schreiben und Zurücksetzen der Tabelle.Nützliches Werkzeug, aber (noch) kein Ersatz für MessungenDie SoftTuningTable erweitert das MoreClockTool auf RDNA4 um einen bemerkenswert tiefen Zugriff auf die vom Treiber unterstützten Tuning- und Lüfterparameter. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Leistungs- und Stromgrenzen zu reduzieren, Profile differenziert anzupassen und das Lüfterverhalten anhand mehrerer Sensoren zu definieren. Für Nutzer einer Radeon RX 9070 XT oder einer anderen unterstützten RDNA4-Karte kann das eine schlankere Alternative zur vollständigen Radeon-Software sein, sofern ADL, ADLX und der Treiber die notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Gleichzeitig bleibt der Funktionsumfang an die Firmware gebunden. Die STT hebt keine absoluten Limits auf, garantiert keine erfolgreiche Übernahme auf jeder Karte und liefert selbst keine Aussage darüber, ob eine Einstellung stabil, effizient oder leise ist. Auch die lange Liste verfügbarer Parameter sollte nicht dazu verleiten, sämtliche Werte gleichzeitig zu verändern. Der sicherste Weg führt über ein Ausgangsprofil, kleine Einzelschritte, einen Neustart nach dem Schreiben und eine anschließende Kontrolle unter reproduzierbarer Last.
Das Umfeld des R.B.R.T. zeigt zudem, dass das MoreClockTool nur ein Baustein in einer größeren Werkzeuglandschaft für Radeon-Tuning ist. Neben dem MoreClockTool und MCT2 gehören dazu unter anderem das MorePowerTool, der Red BIOS Editor und das RebelsTool. Diese Werkzeuge verfolgen unterschiedliche Ansätze und greifen je nach GPU-Generation auf verschiedene Ebenen von Treiber, Registry, Firmware oder Hardware-Schnittstellen zu. Für die hier beschriebene STT ist entscheidend, dass sie innerhalb der vorgesehenen RDNA4-Treiber- und Firmwaregrenzen arbeitet, statt diese grundsätzlich zu umgehen.
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