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Das MoreClockTool setzt neues PPT-Limit für Radeon-Karten – Mehr Power zum Nulltarif

Дата публикации: 06-10-2026 06:38:07

Mit einem neuen PPT-Limit erweitert das MoreClockTool die Möglichkeiten, die Leistungsaufnahme einer Radeon-Grafikkarte unter Windows zu steuern. Anders als eine dauerhaft gespeicherte Änderung soll sich der Wert für die laufende Sitzung festlegen lassen und nach einem Neustart wieder auf den vorherigen Zustand zurückfallen. Für bislang getestete Karten der RDNA-4-Generation werden Obergrenzen von 182 Watt bei […]

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Mit einem neuen PPT-Limit erweitert das MoreClockTool die Möglichkeiten, die Leistungsaufnahme einer Radeon-Grafikkarte unter Windows zu steuern. Anders als eine dauerhaft gespeicherte Änderung soll sich der Wert für die laufende Sitzung festlegen lassen und nach einem Neustart wieder auf den vorherigen Zustand zurückfallen. Für bislang getestete Karten der RDNA-4-Generation werden Obergrenzen von 182 Watt bei der Radeon RX 9060 XT, 245 Watt bei der RX 9070 und 340 Watt bei der RX 9070 XT genannt. Die Zahlen sind als ermittelte Werte dieser Tests zu verstehen, nicht als pauschale Garantie für jedes Kartenmodell oder jede Systemkonfiguration. Der praktische Unterschied liegt im Umgang mit dem Power-Limit: Es begrenzt, wie viel elektrische Leistung die GPU unter Last aufnehmen darf. Bei einer Radeon RX 9070 XT ließ sich das Limit nach den vorliegenden Angaben beispielsweise von 306 auf 340 Watt anheben. Das kann der Grafikkarte mehr Spielraum geben, wenn sie unter hoher Last durch ihre Leistungsgrenze und nicht durch Temperatur oder andere Beschränkungen limitiert wird. Ein höheres Limit allein verspricht jedoch weder mehr Leistung noch einen stabilen Betrieb; beides hängt auch von Karte, Kühlung, Firmware und konkreter Last ab.

Sitzungslimit statt dauerhafter Änderung

Das PPT Limit unterscheidet sich von der SoftTuningTable, kurz STT. Über die STT lassen sich bestimmte Power-Limit-Werte dauerhaft ändern beziehungsweise reduzieren. Das neue PPT Limit setzt dagegen ein absolutes Maximum für die laufende Windows-Sitzung. Nach einem Neustart wird diese temporäre Einstellung zurückgesetzt. Damit eignet sich die Funktion grundsätzlich für schnelle Versuche, ohne dass die Änderung als dauerhafte Konfiguration bestehen bleibt. Für die Aktivierung muss im MoreClockTool zunächst die Expertenoption „I am an expert“ eingeschaltet werden. Danach erscheint die Einstellung am unteren Ende der Tuning-Seite. Ein zusätzlicher Kernel-Treiber sei dafür nicht erforderlich. Die Entwickler beziehungsweise Tester berichten außerdem, dass das Limit bei den untersuchten RDNA-4-Karten offenbar unabhängig vom in der Firmware hinterlegten Power-Limit gesetzt werden kann. Diese Beobachtung ist bislang nicht als allgemeine Aussage für andere Radeon-Generationen oder sämtliche Kartenvarianten bestätigt. Die derzeit genannten Werte beziehen sich auf die Radeon RX 9060 XT, RX 9070 und RX 9070 XT. Ob das Verfahren auch mit älteren oder anderen Radeon-Generationen zuverlässig funktioniert, ist offen. Ebenso fehlen bislang Angaben zu einheitlichen Testbedingungen, anhand derer sich die genannten Obergrenzen für alle Ausführungen der jeweiligen GPU verallgemeinern ließen.

Oberfläche von MoreClockTool 2.1 mit Takt-, Spannungs- und Power-Limit-Feldern, Speichertiming, Preset-Tuning, aktiviertem Resizable BAR und acht Profilen. Das PPT-Limit steht auf 182 Watt; der Status meldet „Request accepted (no readback)“.MoreClockTool 2.1 mit Tuning-Optionen und PPT-Limit, dessen Anfrage ohne ausgelesenen Rückgabewert angenommen wurde.MoreClockTool und MorePowerTool haben unterschiedliche Aufgaben

Das MoreClockTool ist Teil einer längeren Entwicklung von Werkzeugen für Radeon-Tuning. Das MorePowerTool, meist MPT abgekürzt, wurde für den weitergehenden Zugriff auf Leistungs-, Takt- und Spannungsparameter entwickelt. Es arbeitet mit sogenannten SoftPowerPlayTables, kurz SPPT. Vereinfacht gesagt enthalten diese Tabellen Vorgaben, anhand derer Treiber und GPU bestimmte Betriebsgrenzen und Einstellmöglichkeiten behandeln. Das MPT machte solche Parameter für Enthusiasten zugänglich, die über die gewöhnlichen Optionen der Radeon-Software hinausgehen wollten. Als AMD mit den Adrenalin-Treibern ab 2020 die Nutzung dieser SoftPowerPlayTables stärker einschränkte, verlor das klassische MPT auf neueren Plattformen einen Teil seines Handlungsspielraums. In der Community entstanden daraufhin ergänzende Werkzeuge: Der Red BIOS Editor, kurz RBE, kann bei unterstützten Karten BIOS-Einträge bearbeiten, während das 2022 eingeführte MoreClockTool vor allem als schlankere Oberfläche für die laufenden Treibereinstellungen gedacht war. Es sollte den früheren WattMan-Bereich der Radeon-Software für alltägliche Takt- und Spannungsanpassungen übersichtlicher zugänglich machen und das MPT ergänzen, nicht einfach dessen tieferen Zugriff ersetzen.

Mit neueren GPU-Generationen änderten sich die technischen Rahmenbedingungen erneut. Für RDNA 3 verhinderten von AMD eingeführte Beschränkungen bislang eine Aktualisierung des klassischen MorePowerTools in seiner bisherigen Form. Das MoreClockTool setzt dagegen auf die Schnittstellen des Grafiktreibers und entwickelte sich weiter, unter anderem mit Unterstützung für neuere Radeon-Generationen. Das neue PPT Limit knüpft an diesen Ansatz an: Es soll eine zusätzliche Laufzeitsteuerung ermöglichen, ohne dass dafür ein separater Kernel-Treiber installiert werden muss. Die Werkzeuge sind damit nicht austauschbar, sondern decken unterschiedliche Ebenen und Generationen des Radeon-Tunings ab.

Was die Oberfläche tatsächlich bestätigt

Die gezeigte Oberfläche von MoreClockTool 2.1 bündelt Einstellungen für Takt, Spannung und Power-Limit sowie Optionen für Speichertiming, Preset-Tuning und Resizable BAR. Sichtbar sind unter anderem ein GFX-Takt von 0 MHz, ein Speichertakt von 2518 MHz, eine GFX-Spannung von 0 mV und ein Power-Limit von 0 Prozent. Das Memory Timing Level steht auf „Default“, Preset Tuning auf „Off“; Resizable BAR ist aktiviert. Außerdem sind acht Tuning-Profile vorhanden, wobei Profil 1 hervorgehoben ist. Diese Felder und Schalter dokumentieren die angezeigte Konfiguration, belegen aber nicht für sich genommen, dass sämtliche Werte tatsächlich auf eine Grafikkarte angewendet wurden. Im Expertenbereich steht das PPT-Limit auf 182 Watt. Die Statuszeile „Request accepted (no readback)“ besagt, dass die Anfrage angenommen wurde, aber kein Rückgabewert ausgelesen werden konnte. Das ist ein wichtiger Unterschied: Eine akzeptierte Anforderung bestätigt nicht unabhängig, dass die GPU den Wert anschließend tatsächlich übernommen hat. Auch die sichtbaren grünen Bestätigungsschaltflächen und Eingabefelder sind kein Hardware-Readback.

Mehr Spielraum, aber keine pauschale Freigabe

Das neue Limit erweitert die Möglichkeiten für Tests und individuelle Abstimmung, macht eine sorgfältige Kontrolle von Temperatur, Stabilität und Leistungsaufnahme aber nicht entbehrlich. Insbesondere lassen sich aus einer höheren Wattgrenze keine sicheren Rückschlüsse auf dauerhaft erreichbare Taktraten oder Leistungszuwächse ziehen. Die bislang veröffentlichten Maximalwerte sind auf drei RDNA-4-Karten bezogen; für andere Generationen und Konfigurationen steht eine Bestätigung noch aus. 

In der Einordnung der MorePowerTool-Geschichte zeigt sich zugleich, warum das MoreClockTool eine eigene Rolle behalten hat: Während MPT und RBE tiefer an Tabellen- beziehungsweise BIOS-Einstellungen ansetzen, konzentriert sich das MCT auf den bequemeren Zugriff auf Treiberfunktionen und entwickelt diesen Ansatz weiter. Das PPT Limit ergänzt diese Bedienebene um ein temporäres Leistungsmaximum. Für Nutzer der bestätigten RDNA-4-Karten ist das ein interessanter zusätzlicher Stellhebel, dessen tatsächliche Wirkung jedoch weiterhin am konkreten System geprüft werden muss.

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