Leroy Sané fehlt in Jürgen Klopps erstem DFB-Kader. Eine Absage gab es aber offenbar nicht – der Bundestrainer hat noch nicht mit ihm gesprochen.
Jürgen Klopp setzt bei seiner ersten Kadernominierung als Bundestrainer auf einen radikalen Umbruch. 44 Spieler berief er für die kommenden vier Nations-League-Partien - Leroy Sané ist nicht dabei.
Dass der 30-Jährige vom türkischen Spitzenklub Galatasaray Istanbul nicht mit von der Partie ist, mag sportlich erklärbar sein. Auffällig ist jedoch das Verhalten des neuen DFB-Coaches, denn mit Sané führte Klopp vor der Veröffentlichung der Kaderliste nicht einmal ein persönliches Gespräch.
„Manche Dinge sind auch einfach logisch“, erklärte Klopp auf der Pressekonferenz auf die Frage nach Sanés Fehlen. „Leroy hat noch nicht so richtig Fuß gefasst. Also in der Saison, nicht bei Galatasaray“, führte er weiter aus. Dennoch hinterlässt die fehlende Kommunikation Fragen. Klopp berichtete stolz, im Zuge seiner Kaderplanung „über 50, 60 Telefonate geführt“ zu haben. Für den Ex-Münchner war dabei allerdings keine einzige Minute reserviert.
„Ich werde mit ihm sicherlich noch sprechen, habe ich bisher aber nicht getan“, gestand Klopp trocken. Und schob noch hinterher: „Wenn es was zu reden gibt, werden wir reden.“
Der Bundestrainer sieht beim Offensivakteur aktuell schlicht keinen Redebedarf. Dass Sané nicht nominiert wurde, kommt wenig überraschend. Schon unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann stand der Offensivspieler immer wieder in der Kritik. Bei der WM gehörte Sané allerdings noch zum Aufgebot und stand in allen Partien in der Startelf.
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Dennoch ist es ein Denkzettel an einen Profi, der seit 2015 und damit seit mehr als zehn Jahren fest zum Stamm des DFB-Teams gehört und bereits 80 Länderspiele vorweisen kann. Jetzt ist Sanés Platz in der Nationalmannschaft vorerst weg. Die Hierarchie auf den offensiven Außenpositionen hat sich verschoben: Jüngere, hungrige Akteure wie Lennart Karl, Brajan Gruda oder Kevin Schade haben klar die Nase vorn.
Für Sané setzt sich damit ein schwieriger Trend fort. Auch am Bosporus läuft es für den Flügelspieler derzeit alles andere als nach Wunsch. Bei Galatasaray pendelt er regelmäßig zwischen Startelf und Ersatzbank und soll sich darüber bereits bei den Gala-Bossen beschwert haben.
Die nackten Zahlen geben ihm jedoch wenig Argumente an die Hand: In seinen ersten fünf Ligaspielen für den Istanbuler Klub konnte er weder einen Treffer erzielen noch eine Vorlage beisteuern.
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