Die 1983 in Tiflis geborene Schriftstellerin wird für ihr literarisches Werk ausgezeichnet. Die Preisvergabe findet im Dezember statt.
01.10.2026 · 17:33 Uhr
Die Schriftstellerin Nino Haratischwili.
Foto: G2 BaraniakDüsseldorf · Die 1983 in Tiflis geborene Schriftstellerin wird für ihr literarisches Werk ausgezeichnet. Die Preisvergabe findet im Dezember statt.
Die Schriftstellerin Nino Haratischwili erhält den Heine-Preis 2026 der Landeshauptstadt Düsseldorf. Das hat die Preisjury in ihrer Sitzung am 1. Oktober 2026 entschieden. Die Auszeichnung wird seit 1972 verliehen und gehört zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland. Die Ehrung ist mit 50.000 Euro dotiert. Traditionell wird der Preis an einem Termin rund um Heinrich Heines 229. Geburtstag (13. Dezember) in einem Festakt überreicht. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Der internationale Durchbruch gelang der Autorin 2014 mit dem 1300-Seiten-Epos „Das achte Leben (Für Brilka)“. In ihrem vielschichtigen und substanziellen Schaffen verbindet Haratischwili persönliche Lebensgeschichten mit großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen Europas, heißt es in der Jury-Begründung. „Ganz im Sinne Heinrich Heines tritt sie leidenschaftlich für den europäischen Gedanken, Freiheit und Grundrechte der Menschen ein, über nationale und kulturelle Grenzen hinweg“. Dabei mache die aus Georgien stammende Autorin die Erfahrungen von Diktatur, Repression und Zensur im postsowjetischen Raum für ein internationales Publikum sichtbar. „Nino Haratischwili erinnert daran, dass Menschenrechte und demokratische Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen."
Der Heine-Preis wird durch die vom Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf eingesetzte Jury "an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten".
Haratischwili wurde 1983 in Tiflis geboren, sie ist eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Zuletzt wurden mit dem alle zwei Jahre verliehenen Heine-Preis Juri Andruchowytsch (2022) und David Grossman (2024) geehrt.
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