Vor der Buchmesse ist die Stimmung in der Branche nicht gut. Vor allem junge Menschen kaufen weniger Bücher. Woran liegt das und was kann man dagegen tun?
03.10.2026 · 04:00 Uhr
Frankfurt/Main · Vor der Buchmesse ist die Stimmung in der Branche nicht gut. Vor allem junge Menschen kaufen weniger Bücher. Woran liegt das und was kann man dagegen tun?
Die Stimmung in der Buchbranche ist vor dem Start der Frankfurter Buchmesse eher düster. Vor allem junge Menschen lesen weniger, die Zahl der Neuerscheinungen und der Übersetzungen sinkt, die Ab- und Umsätze ebenfalls. Die wichtigsten Zahlen im Überblick:
Zum einen: Die Lesekompetenz sinkt. Rund 20 Prozent der Erwachsenen - 10,6 Millionen Menschen - zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland können nur schlecht lesen und schreiben. Das war das Ergebnis einer Sonderanalyse zur Entwicklung der Lese- und Schreibkompetenzen Erwachsener, auf die die Stiftung Lesen hinweist.
Die jüngste Pisa-Studie zeigt das auch für Schüler. Jedem dritten 15-Jährigen fehlt die „grundlegende Kompetenz beim Lesen“, so der Studienleiter. „Rückläufige Buchkäufe unter Jugendlichen und die schwachen Pisa-Ergebnisse zur Lesekompetenz sind parallele Entwicklungen“, sagt der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz.
Was kann man dagegen tun? Das ist die Frage schlechthin auf der Buchmesse. Messe-Chef Juergen Boos hofft, dass die Messe selbst dazu beiträgt, neue Leselust zu wecken. Der Hebel: eine emotionale Bindung zum Autor oder zum Thema herstellen. „Die Rezeption ist heute eine andere“, sagt Boos. „Wir sehen eine Entwicklung vom Leser zum Fan.“
Damit möglichst viele Besucher „über das Fan-Sein zum Lesen kommen“, befindet sich die Messe im Wandel. Die Zahl der „Events“ steigt von Jahr zu Jahr. Im „Meet the Autor“-Areal stehen die Fans stundenlang für Selfies oder Autogramme an. Neu sind diesmal „Erlebniswelten“ mit Mitmachangeboten, etwa für Krimifans, Podcast-Hörer oder Comic-Liebhaber.
© dpa-infocom, dpa:261003-930-782681/1
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