Gas wird im Großhandel immer teurer. Die Entwicklung schlägt verstärkt auf Verbraucher durch. Wie teuer der Winter wird und worauf Verbraucher achten müssen.
Gas wird im Großhandel immer teurer. Die Entwicklung schlägt verstärkt auf Verbraucher durch. Wie teuer der Winter wird und worauf Verbraucher achten müssen.
20 Prozent mehr Heizkosten: Das droht Verbrauchern, wenn das aktuelle Preisniveau im Großhandel bestehen bleibt. Noch immer ist die Straße von Hormus am Persischen Golf blockiert. Das entzieht dem Markt große Mengen Öl und Gas. In der Folge hat Deutschland Probleme damit, seine Gasspeicher aufzufüllen. Experten warnen seit Monaten vor Preisanstiegen – aber Verbraucher können sich davor schützen.
Das Wichtigste in Kürze:
Gas steigt bereits im Preis. Seit Anfang März 2026 haben sich die günstigsten Neukunden-Gasangebote von acht auf zehn Cent pro Kilowattstunde verteuert, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Sobald Gas im Großhandel teurer wird, wirkt sich das zwangsläufig auf die Verbraucherpreise aus. Ein Beispiel-Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 kWh muss, wenn der Eigentümer erst jetzt statt im März einen neuen Vertrag abschließt, bereits 400 Euro mehr zahlen.
Wie sich die Preise kurzfristig entwickeln könnten, zeigt ein Blick auf die Gaskrise 2022. Ihre Ursache war ähnlich, aber für Deutschland wesentlich kritischer, weil damals der direkte Gasfluss durch die Nord-Stream-Pipelines in die Bundesrepublik versiegt war. Zuerst hatte Russland die Lieferungen von sich aus eingestellt, später erfolgten die berüchtigten Explosionen und nahmen die relevanten Röhren der Pipeline aus der Gleichung.
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Am 9. Januar 2023 hatte Gas im Großhandel um die 64 Euro pro MWh gekostet. Das ist etwas weniger als jetzt. Erdgas kostet im Großhandel derzeit um die 66 Euro pro Megawattstunde. Vier Tage später, am 13.01.23, hatte Verivox durchschnittliche Neukunden-Gaspreise um die 14,3 Cent berichtet. Die aktuelle Krise ist anders – Deutschland kriegt sein Gas noch, aber der globale Markt ist angespannt.
Bestandskunden waren vor dieser Entwicklung noch relativ sicher, weil viele Energiekonzerne ihr Gas noch zu Zeiten eingekauft haben, als es billiger war. Aber:
„Sollte das aktuelle Preisniveau der Großhandelspreise jedoch noch länger bestehen bleiben, sind früher oder später auch für Bestandskunden Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zu erwarten.“ – Thorsten Storck, Energiemarktexperte bei Verivox
Für Verbraucher, die jetzt aus verschiedenen Gründen einen neuen Vertrag abschließen müssen, ist es ein Abwägen: Wer schnell ist, kann sich das aktuell gültige Preisniveau sichern. Falls dann die Krise weiter anhält und Gas noch teurer wird, hat er Geld gespart. Falls sich die USA und der Iran aber überraschend einigen und die Straße von Hormus frei wird, wird Gas schnell wieder billiger – Verbraucher hätten dann womöglich einen unnötig teuren Vertrag abgeschlossen.
„Derzeit rechnen wir nicht mit einem schnellen Preisverfall. Durch die höhere Gasnachfrage mit Ende des Sommers und Beginn der Heizsaison erhöht sich der Druck auf die Märkte jetzt zusätzlich.“ – Jannik Schall, Mitgründer des Energieunternehmens 1Komma5°
Verträge mit einer Preisgarantie von zwölf oder 24 Monaten können verhindern, dass eventuelle Teuerungen im Winter den laufenden Vertrag teurer machen. Je kürzer die Garantiezeit, umso günstiger ist der Tarif in der Regel. „24-monatige Tarife können im Durchschnitt etwas teurer sein, da der Anbieter das Preisrisiko über einen längeren Zeitraum absichern muss“, erklärt ein Verivox-Sprecher. „Dafür erhalten Verbraucher bei einer entsprechend langen Preisgarantie mehr Planungssicherheit.“
Garantietarife sind allerdings nicht preislich unangreifbar. Verbraucher müssen im Preisvergleich darauf achten, ob sie einen Tarif mit eingeschränkter Preisgarantie abschließen oder mit einer vollen. Hier ist die Zusammensetzung des Energiepreises wichtig:
Bei der eingeschränkten Garantie sind Beschaffung und Vertrieb sowie die Netzentgelte festgeschrieben. Änderungen bei den staatlich veranlassten Bestandteilen dürfen Energieunternehmen an Kunden durchreichen. Es kommt wie immer auf die Details an – auch Tarife mit eingeschränkter Garantie können sinnvoll sein.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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