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In CDU-Krise macht ZDF Philipp Amthor zum Hoffnungsträger

Дата публикации: 22-09-2026 19:12:00

Eine „CDU im Abstiegskampf“ will das ZDF zur besten Sendezeit zeigen. Tatsächlich bekommt der Zuschauer viel Abstieg zu sehen – und ganz, ganz wenig Kampf. Das macht wenig Hoffnung auf eine bessere Perspektive für eine Partei, die gerade ihr Selbstbewusstsein als Volkspartei verliert.

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Eine „CDU im Abstiegskampf“ will das ZDF zur besten Sendezeit zeigen. Tatsächlich bekommt der Zuschauer viel Abstieg zu sehen – und ganz, ganz wenig Kampf. Das macht wenig Hoffnung auf eine bessere Perspektive für eine Partei, die gerade ihr Selbstbewusstsein als Volkspartei verliert.

Machen wir uns nichts vor. Eine Fußballmannschaft mit weniger als fünf Punkten ist definitiv abgestiegen. Der CDU, frisch an der Fünf-Prozentpunkte-Hürde gescheitert, gönnt das öffentlich-rechtliche Fernsehen, zumindest noch eine Chance.

„Machtbeben: CDU im Abstiegskampf“ überschreibt das ZDF seine Dokumentation übers Wahldesaster einer Partei, die gerade das Selbstverständnis und das Selbstbewusstsein einer Volkspartei verliert. Im Fußball, und da hat der Sender sich ja das Bild vom Abstiegskampf ausgeliehen, wäre die Lösung ziemlich klar: Trainerwechsel!

Mit Botschaften ans Volk tut sich Merz schwer

Das ZDF zeigt seinen Zuschauern die Kommentierungen der vergangenen Tage. Armin Laschet, selber als CDU-Kanzlerkandidat gescheitert mit dem bis dahin schlechtesten Wahlergebnis der Union, tingelt gerade unermüdlich durch die Talkshows. Hier spricht er vom Schock, trotz der hohen Wahlbeteiligung so desaströs abgeschnitten zu haben.

Alice Weidel, die erste Kanzlerkandidatin der AfD, sieht ihre Partei als die neue Volkspartei. Der Alt-Linke Gregor Gysi stimmt den Totengesang aufs Parteiensystem ans, „das können wir als Stabilitätsfaktor vergessen“.

Und von Bundeskanzler Friedrich Merz wiederholt das ZDF den merkwürdigsten Satz aus seiner Pressekonferenz: „Jeder, der einmal regiert hat, weiß, es gibt keine einfachen Lösungen.“ Wie viele seiner Zuhörer haben schon einmal regiert? Vielleicht war diese Botschaft ja an seine ungeliebte Vorgängerin Angela Merkel gerichtet. Oder sie ist der Beweis dafür, wie schwer es dem Bundeskanzler fällt, Botschaften für seine Wähler und die Bürger des Landes zu formulieren.

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Gefeiert wird links – und rechts

„In Deutschland herrscht Krisenstimmung“, stellt das ZDF fest. Widerspruch: Wer in den vergangenen Wochen seinen Fernseher nicht aus dem Fenster geworfen hat, konnte durchaus Jubelstimmung feststellen. Aber halt von anderen Parteien. Ganz links in Berlin. Da sahen wir eine Linke im Multi-Kulti-Tanz. Ganz rechts in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

In den Bundesländern mit den Doppelnamen hat die AfD Riesenparty gefeiert. Bei der CDU dagegen zieht die Schwerkraft die Mundwinkel in Richtung Maßschuhe.

Merz macht es seiner Partei nicht leichter

„Nein, sorg dich nicht um mich“, hören wir bei der CDU nur von der Schlagersängerin Vicky Leandros. Die hatte der damalige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als Stargast zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Aber Linnemann hat der Kanzler ja inzwischen zum Bundesgesundheitsminister gemacht.

Preisfrage: Wer hat inmitten der größten Krise der CDU den Job als Generalsekretär übernommen? Genau – Nachfolgerin Franziska Hoppermann muss sich erst einmal einen Namen machen. Mit dieser Umbesetzung hat es der Vorsitzende Friedrich Merz es für seine Partei sicher nicht leichter gemacht.

Die CDU spricht viel von der Brandmauer. Wenig von der Zukunft

Das ZDF zeigt in seiner Dokumentation eine CDU im Abstieg. Der Kampf dagegen? Da hat man offensichtlich nicht allzu viele Bilder gefunden. Die befragten Unionspolitiker sprechen viel über die AfD. Sie beschwören die Brandmauer. Sie beschreiben wortreich die aktuellen Probleme ihrer Partei. Aber zumindest vor den ZDF-Kameras haben sie wenig zu sagen, wie ihre Vision von einer besseren Zukunft aussieht. Den Glauben an den Wiederaufstieg, so scheint es, haben viele schon verloren. Im Fußball, um noch einmal im Bild zu bleiben, wäre die Lösung klar. Da bekanntlich kein Verein die Mannschaft austauschen kann, gibt es da nur eine Lösung. Sie heißt: Trainerwechsel.

Verblüffend oft zeigt das ZDF übrigens Philipp Amthor. Wer sehen ihn beim Wahlkampf. Wir sehen ihn bei der Fahrt im Auto. Wir sehen ihn an der Seite von Friedrich Merz. Es sieht ganz so aus, als wollte der öffentlich-rechtliche Sender diesen 33-Jährigen zum Hoffnungsträger seiner Partei machen. „Lange Zeit belächelt“, findet das ZDF, „gehört er inzwischen zum Spitzenpersonal.“

TV-Kolumne

Im Treppenhaus - nach oben oder unten? Bundeskanzler Friedrich Merz in der ZDF-Dokumentation ZDF

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