Während die Sanierung von Becken und Co. seit Monaten läuft, rückte jüngst auch die Umgestaltung des Freibadgebäudes in den Blick der Schechinger Räte – mit überraschendem Ergebnis.
Stand: 04.09.2026, 08:00 Uhr

Während die Sanierung von Becken und Co. seit Monaten läuft, rückte jüngst auch die Umgestaltung des Freibadgebäudes in den Blick der Schechinger Räte – mit überraschendem Ergebnis.
Schechingen. Seit Ende April wird fleißig gearbeitet, werkeln Ehrenamtler und Profis Hand in Hand: Das Millionenprojekt namens Freibad-Modernisierung kommt gut voran. Natürlich stehen bei der Generalsanierung zuvorderst die Arbeiten am Becken und der für den späteren Betrieb notwendigen Technik im Vordergrund. Aber: Auch das Eingangsgebäude und der dort integrierte Kiosk werden eine Frischzellenkur bekommen haben, ehe die Schechinger Badeanstalt im Mai nächsten Jahres ihre Pforten wieder öffnen wird.
Bereits im Januar hatten die Gemeinderäte ein Architekturbüro beauftragt, Varianten für den Umbau des Hauses auszuarbeiten. Im Zuge ihrer jüngsten Tagung vor wenigen Wochen sollten die Schechinger Kommunalpolitiker nun darüber entscheiden, auf welche bauliche Lösung es hinauslaufen wird. In der jetzigen Erscheinung des Eingangsgebäudes sind dort der Zugangsbereich zum Bad mit Kasse, vier Umkleiden, eine Aufenthaltsfläche, Lager- und Vereinsräume integriert – sowie der Kiosk, welcher die Gäste mit Eis, Pommes und Co. versorgt.
Es gab einiges zu klärenEine der Grundsatzfragen: Sollen in das Haus, welches in den 60er-Jahren erbaut und in den 80ern letztmals saniert worden ist, sanitäre Anlagen eingebaut werden – oder doch nicht? Aktuell gibt es Toiletten und Duschen nur in einem separaten Gebäude auf dem Gelände. Und: Kann der Kiosk künftig dann auch außerhalb der Badezeit betrieben werden – etwa bei möglichen Veranstaltungen im Freibad-Areal?
Die Bestandsaufnahme der Profis sprach jedenfalls eine deutliche Sprache: „Die Anzahl der Wechselkabinen ist zu gering, es gibt keinen barrierefreien Umkleide- und Sanitärraum, weder Sammelumkleiden noch Garderobenschränke oder Frisierplätze", heißt es in den entsprechenden Unterlagen. Und weiter: „Umkleide und Toiletten für das Personal von Kasse sowie Kiosk sind nicht vorhanden und müssen bereitgestellt werden."
Große oder kleine Lösung?Architektonisch übersetzt hieß das: Soll man einen Anbau schaffen, um dort unter anderem die WCs für Damen und Herren unterzubringen? Oder die Kosten doch lieber geringer halten und auf die zusätzlichen Räume verzichten? Eine Entscheidung mit Folgen nicht nur für den Geldbeutel. Denn: Ohne den Anbau und die zusätzlichen sanitären Anlagen kann der Kiosk – anders als im Gesamtkonzept eigentlich vorgesehen – nicht losgelöst vom regulären Badebetrieb verkaufen.
Und genau auf jene kleine Lösung einigten sich die Schechinger Kommunalpolitiker. Das Votum erstaunt zunächst: Denn in allen vier vom Planbüro vorgestellten Varianten war die Integration der Sanitäranlagen eigentlich vorgesehen gewesen. Doch das finanzielle Risiko erschien vielen Räten zu groß – und die Möglichkeit zu verlockend, die veranschlagten Gesamtkosten für die Gebäude-Instandsetzung von rund 800.000 Euro um ungefähr 150.000 Euro nach unten drücken zu können.
„Wir können damit nun keine Veranstaltungen ohne Beckenaufsicht machen", erklärt Bürgermeister Stefan Jenninger auf Nachfrage dieser Redaktion. Denn: „Die Leute müssten zur Nutzung der Toiletten dann immer runter zum Häuslein am Becken gehen – und jenes muss vom Bademeister beaufsichtigt sein." Ergo: Ohne Aufsicht für die Schwimmenden keine Veranstaltung. Die nötigen Rohre für die Sanitäranlagen würden dennoch gelegt, sodass man jene später irgendwann noch einbauen könne.
Was wird nun umgebaut?Wie steht der Rathauschef zu dieser Entscheidung? „Natürlich ist es immer der Wunsch, eine Ideallösung umzusetzen", sagt Jenninger. „Aber es muss natürlich am Ende des Tages auch finanzierbar sein." Sollten auf dem Areal tatsächlich später größere Veranstaltungen stattfinden, könne man sich womöglich auch mit einem mobilen Toilettenwagen behelfen. In puncto Kiosk wird es immerhin möglich bleiben, durch eine Durchreiche in der Wand auch Kunden außerhalb des Freibads im To-go-Verkauf zu bedienen.
Und was geschieht nun tatsächlich baulich? Im Inneren werden Zuordnungen und Strukturen von Räumen verändert, das Abwassersystem wird erneuert, der Eingangsbereich barrierefrei. Die Kasse soll von einer menschlich besetzten zu einer automatisierten umgestellt und die Umkleiden erneuert werden. Überdies bekommt das alte Gebäude eine neue Fassade spendiert: Die marode Holzvertäfelung soll einer neuen weichen – und auch die Fenster werden modernisiert.
Schechinger Icotek-Freibad: Das sind die Eckdaten der SanierungDeutlich über drei Millionen Euro wird die Instandsetzung des maroden, anno 1963 gebauten Schechinger Bads kosten. Monatelang rangen die sechs Kommunen des Verwaltungsverbands Leintal-Frickenhofer Höhe im Herbst und Winter um den Finanzierungskompromiss, ehe jener letztlich beschlossen werden konnte.
Das Konzept für die im Mai 2027 vorgesehene Wiederöffnung setzt zentral auf die Mitwirkung der Bevölkerung: Ehrenamtler sollen nicht nur finanziell beim Förderverein mithelfen, sondern künftig auch ganz praktisch den Badebetrieb unterstützen – etwa beim Verkauf im Kiosk, aber auch als Badeaufsicht ergänzend zum Profi-Schwimmmeister.
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