Das sogenannte „Maricarmen-Dekret“ der spanischen Regierung gegen die Wohnungsnot zeigt erste Auswirkungen auf Mallorca: Am Donnerstagmorgen (1.10.) ist eine geplante Zwangsräumung im Palmas Viertel Coll d’en Rabassa gestoppt worden.
Das sogenannte „Maricarmen-Dekret“ der spanischen Regierung gegen die Wohnungsnot zeigt erste Auswirkungen auf Mallorca: Am Donnerstagmorgen (1.10.) ist eine geplante Zwangsräumung im Palmas Viertel Coll d’en Rabassa gestoppt worden.
Die betroffene Person berief sich auf die neuen Maßnahmen, die besonders schutzbedürftige Menschen ohne alternative Wohnmöglichkeit bis 2030 vor Zwangsräumungen schützen. Zudem werden Mietverträge, die vor dem 31. Dezember 2028 auslaufen, automatisch um zwei Jahre verlängert.
Der zuständige Dienst des Gerichts in Palma hatte für Donnerstag insgesamt drei Räumungen in der Stadt angesetzt. Zwei davon konnten durchgeführt werden, nachdem die Bewohner die Schlüssel übergeben hatten.
Die dritte Räumung im Carrer Illes Pitiüses wurde dagegen wegen des neuen „Maricarmen-Dekrets“ ausgesetzt. Das Maßnahmenpaket war nach der umstrittenen Räumung von Maricarmen Abascal beschlossen worden. Die 87-Jährige musste am 23. September ihre Wohnung in Madrid verlassen, in der sie 70 Jahre gelebt hatte. Der Fall hatte landesweit Proteste gegen die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt ausgelöst.
Weitere Räumungen für Freitag geplantFür Freitag sind in Palma zwei weitere Räumungen vorgesehen. Wie diese ausgehen werden, ist noch unklar. In einem der beiden Fälle wurde bereits beantragt, die Räumung auszusetzen und auf Januar zu verschieben.
Wie die Organisation "Stop Desahucios" am Freitagmorgen mitteilte, betrifft eine der geplanten Zwangsräumungen eine Familie im Viertel Pere Garau. In der Wohnung lebt demnach ein junger Mann mit einem anerkannten Behinderungsgrad von 41 Prozent, dessen Gesundheitszustand sich angesichts der drohenden Räumung verschlechtert habe.
Seine Mutter, die nach einer längeren krankheitsbedingten Auszeit erst kürzlich an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sei, habe während dieser Zeit erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.
Von der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" befragte Juristen gehen davon aus, dass es infolge des neuen Dekrets auf Mallorca zu weiteren ausgesetzten Zwangsräumungen kommen wird.
Camp ist gewachsenParallel zu den neuen Maßnahmen wächst in Palma der Protest gegen die Wohnungsnot. Aus einer spontanen Aktion mit zunächst neun Zelten auf der Plaça d’Espanya ist innerhalb weniger Tage ein Camp mit mehr als 30 Zelten geworden.
Die Aktivisten warten nun unter anderem auf die Abstimmung im spanischen Kongress am Freitag (2.10.) über die neuen Wohnungsdekrete und rufen Mieter dazu auf, sich bei auslaufenden oder geänderten Mietverträgen auf die neuen Regelungen zu berufen.

Campen gegen die Wohnungsnot in Palma. / B.RAMON
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