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Weniger Geld, weniger Chancen: Sprachkurse in Aalen auf der Kippe

Дата публикации: 29-09-2026 08:00:00

Die geplanten Sparmaßnahmen des Bundes könnten die Integration in Aalen massiv erschweren und Bildungsträger wie die VHS treffen.

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Stand: 29.09.2026, 16:59 Uhr

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Integrationskurse sind künftig schwieriger zu bekommen.

Integrationskurse sind künftig schwieriger zu bekommen. © Julian Stratenschulte/dpa

Die geplanten Sparmaßnahmen des Bundes könnten die Integration in Aalen massiv erschweren und Bildungsträger wie die VHS treffen.

Aalen. Weniger Geld, weniger Kurse: Die geplanten Kürzungen des Bundes bei Sprach- und Integrationskursen werden nach Einschätzung der Stadt Aalen spürbare Folgen für die Integration vor Ort haben. Im Integrationsausschuss des Gemeinderats wurde deutlich, dass künftig deutlich weniger Menschen Zugang zu den geförderten Angeboten erhalten dürften. Betroffen sein könnten auch Einrichtungen wie die Volkshochschule, die seit Jahren Sprach- und Integrationskurse anbietet.

Mittel gekürzt

Die Bundesmittel für Integrationskurse sollen nach den aktuellen Haushaltsplanungen von rund 1,06 Milliarden Euro auf 590 Millionen Euro sinken. „Das ist eine drastische Kürzung, was natürlich auch Konsequenzen mit sich ziehen wird“, sagte Carina Rau vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Ausschuss. Zwar lägen noch keine detaillierten Vorgaben über die konkreten Auswirkungen vor. „Perspektivisch betrachtet kann man davon ausgehen, dass die Integrationskurse, in welcher Form auch immer, etwas einbüßen werden müssen.“

Aus Sicht der Stadt sind die Folgen bereits absehbar. Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer sprach von einem massiven, in Aalen spürbaren Einschnitt bei den Integrationskursen und beim Vermitteln der deutschen Sprache“. Die Stadt müsse gemeinsam mit ihren Bildungsträgern überlegen, „inwieweit wir trotzdem eine gelingende Integration auch organisieren können“.

Geflüchtete aus Ukraine bevorzugt

Vorrangig berücksichtigt werden künftig Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach Paragraf 24 des Aufenthaltsgesetzes. Dabei handelt es sich überwiegend um Geflüchtete aus der Ukraine.

Darüber hinaus können deutsche Staatsangehörige und Bürger anderer EU-Staaten zugelassen werden, wenn ein Bezug zum Arbeitsmarkt besteht. Asylbewerber sowie viele geduldete Personen fallen aus der Förderung. Schwarzendorfer fasste die Regelung zugespitzt zusammen: „Entweder kommt er aus der Ukraine, dann ist Nummer eins – oder aus der Europäischen Union mit Arbeitsmarktabsichten. Alle anderen fliegen aus den Integrationskursen raus oder werden nicht aufgenommen.“

Kritik aus dem Ausschuss

Kokouyi Mawulikplimi Pierre Kedagni, als sachkundiger Einwohner Mitglied im Ausschuss, äußerte seine Sorgen: Menschen ohne Zugang zu Sprachkursen müssten dennoch Arztbesuche, Behördengänge oder Einkäufe bewältigen. Außerdem fragte er nach Teilnehmern, die trotz eines Integrationskurses die Sprache nicht ausreichend beherrschten. Rau erklärte dazu: „Da gibt es aktuell kein weiteres Vorgehen.“ Ziel sei weiterhin das Sprachniveau B1 nach insgesamt 600 Unterrichtseinheiten.

Kritik an den Kürzungen übte Ausschussmitglied Franz Fetzer (Freie Wähler). „Sprache ist und bleibt die erste Basis, die ich haben sollte, um irgendwo Fuß fassen zu können“, sagte er. Die Einsparungen seien für ihn nicht nachvollziehbar, weil eine erfolgreiche Integration langfristig Kosten vermeide.

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