Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs. Der Autokonzern legt sein Abfindungsprogramm erneut auf, während das Management mit Werksschließungen droht, falls Beschäftigte bei den Arbeitskosten nicht nachgeben. Betroffen sind zunächst Verwaltung und indirekte Bereiche.
Mercedes-Benz legt sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Mercedes habe bereits mit seinem Sparprogramm wichtige Schritte eingeleitet, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Um die erforderlichen strukturellen Anpassungen weiterhin verantwortungsvoll und sozialverträglich gestalten zu können, werde das freiwillige Abfindungsprogramm in den indirekten Bereichen wiederbelebt. Individuelle Angebote erhielten Tarifbeschäftigte und teilweise auch Führungskräfte.
„Das wirtschaftliche Umfeld hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr weiter verschlechtert“, erklärte Mercedes-Benz am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der „Wirtschaftswoche“.
Weiterhin gelte das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Sowohl die Beschäftigten als auch das Unternehmen müssten einem Ausscheiden zustimmen. Der Autobauer beschäftigt in Deutschland 108.000 Menschen.
Der Autobauer nennt keine Zahl zum angestrebten Personalabbau. Bisher schieden nach Medienberichten rund 5500 Arbeitnehmer aus.
Mercedes-Benz will zudem die Arbeitskosten in Deutschland senken, um wettbewerbsfähiger zu werden. Mercedes-Produktionsvorstand Michael Schiebe (43) hatte die Schließung von zwei Werken in Deutschland angedroht, wenn die Kosten in Deutschland nicht reduziert werden. Zuletzt hatte es gegen die Pläne des Managements immer wieder Protestaktionen gegeben.
Bei Mercedes läuft es schon länger nicht mehr rund. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er bereits 2024 um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen war.
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Mercedes-Benz hatte im zweiten Quartal dieses Jahres seit Langem wieder einen Zuwachs beim Konzerngewinn verzeichnet, doch das schwache China-Geschäft zog die Pkw-Sparte nach unten. Der Gewinn von Mercedes stieg im zweiten Quartal dieses Jahres um 13,5 Prozent. Von April bis Juni kletterte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro.
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