Allison Pugh ist eine der wichtigsten Stimmen der US‑Soziologie. Sie warnt: Menschen verlieren ihre Würde, wenn KI alle Arbeit ersetzt. Künftig könnte vor allem eine Fähigkeit zählen.

Allison Pugh: „Wir priorisieren oder schätzen nicht, was ein Mensch leistet.“ Foto: Getty Images, privat [M]
Allison Pugh ist Soziologin an der Johns-Hopkins-Universität, einer der besten Universitäten der Welt. Sie forscht zu den Auswirkungen von KI auf unsere Gesellschaft – zu dem, was sie denkt, was zerfallen könnte, wenn KI das Zwischenmenschliche ersetzt. Und da sind viele Katastrophenszenarien, die sie sich ausmalt und die sie fast als unweigerlich sieht – immerhin rolle ein „KI-Tsunami“ auf uns zu, sagt sie.
Aber dann gibt es manchmal kleine Momente, die sie hoffen lassen. Etwa wenn Menschen andere Menschen zusätzlich um Rat bitten. So sei es letztens einer Vortragsteilnehmerin ergangen, deren Tochter sagte: „Ich habe ChatGPT gefragt – aber ich frage auch dich, weil ich weiß, dass du mir nicht einfach sagst, was ich hören will.“ Irgendwann, so denkt Soziologin Pugh, könnte die Bedeutung des Zwischenmenschlichen für die Wirtschaft sogar wieder deutlich steigen.
Frau Pugh, Tech-Unternehmer wie Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, behaupten, KI werde die meisten Bürojobs in wenigen Jahren übernehmen. Wäre eine Welt ohne Arbeit nicht eigentlich etwas Schönes?
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