Die Ölpreise steigen wieder deutlich, im Gegenzug gibt der Goldpreis kräftig nach. Auch Dax und Nasdaq wandern südwärts. Die Aktie von BASF setzt ihren Kursrutsch fort.
Der Dax hat sich am Montag der Schwäche der US-Börsen nicht ganz entziehen können. Erst im späten Handel drehte der deutsche Leitindex ins Minus und schloss 0,13 Prozent tiefer mit 25.374 Punkten. Davor hatte er den wieder kräftig steigenden Ölpreisen und Anleiherenditen sowie neuen Negativ-Schlagzeilen aus der KI-Branche getrotzt.
Immerhin hielt einmal mehr die Unterstützung im Bereich der für den mittel- bis langfristigen Trend wichtigen 100-Tage-Linie. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank letztlich um 0,44 Prozent auf 30.896 Punkte. Der TecDax gab 0,2 Prozent auf 3.969 Zähler nach.
Aktien von Siemens Healthineers, Scout24 und Beiersdorf notierten zeitweise mit Gewinnen von 2,7 und 1,7 Prozent an der Dax-Spitze. Am Ende des Leitindex standen die Papiere von Infineon, Hochtief und Siemens Energy mit Verlusten von 1,2 und 2,2 Prozent.
Für Wirbel sorgte bereits am Freitag die Aussicht auf eine mögliche milliardenschwere Übernahme im Chemiesektor. Der deutsche Branchenprimus BASF hat offenbar den kleineren Konkurrenten Evonik ins Visier genommen . Die Aktie von BASF, die bereits am Freitag um knapp 3 Prozent nachgegeben hatte, setzte am Montag mit einem Verlust von 2 Prozent ihre Talfahrt fort und fiel unter die Marke von 50 Euro. Dagegen zog der Kurs der Evonik-Aktie am Freitag deutlich an. Am Abend machte schließlich eine Ablehnung des ersten Angebots durch von Evonik Schlagzeilen.
Der Goldpreis ist am Montag deutlich gefallen und hat damit an die Kursverluste der vergangenen Woche angeknüpft. Am Vormittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 4.190 US-Dollar gehandelt und damit etwa drei Prozent tiefer als am Freitag. Im Verlauf einer Woche ist der Goldpreis damit bereits etwa 200 Dollar je Feinunze gefallen.
Der Goldpreis steuert in diesem Monat auf ein Minus von etwa sechs Prozent zu, nachdem die US-Notenbank Fed die erste Zinserhöhung seit 2023 vorgenommen hat und weitere Schritte im Kampf gegen die hartnäckige Inflation erwartet werden.
Schwache Konjunkturdaten aus China und Zinsängste nach einem erneuten Ölpreisanstieg haben die Börsen in Asien am Montag belastet. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verloren rund 2,5 und 2 Prozent. Das Gewinnwachstum der chinesischen Industrie hat sich im August wegen einer anhaltend schwachen Binnennachfrage weiter verlangsamt. Während der Boom bei künstlicher Intelligenz (KI) die Gewinne in der Technologiebranche antrieb, haben Unternehmen in anderen Sektoren wegen der Kaufzurückhaltung und Überkapazitäten zunehmend Schwierigkeiten, ihre Preismacht zu behaupten. In Japan richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Geldpolitik. Aus den Protokollen der jüngsten Sitzung der Bank of Japan (BoJ) ging hervor, dass die Währungshüter angesichts steigender Inflationsrisiken raschere Zinserhöhungen in Betracht ziehen. Der 225 Werte umfassende Nikkei gab zum Wochenstart leicht auf 66.255 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notierte mit 4127 Zählern kaum verändert.
Steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen haben die US-Börsen am Montag belasten. Zudem trübten Negativ-Schlagzeilen zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) die Stimmung insbesondere im Technologiesektor. Zuletzt notierte der Nasdaq 100 0,9 Prozent tiefer bei 30.340 Punkten. Den Leitindex Dow Jones Industrial notierte 0,7 Prozent im Minus.
Enttäuschte Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran trieben die Ölpreise zu Wochenbeginn kräftig nach oben: Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November kostete zuletzt knapp 108 US-Dollar. Die Renditen der als richtungsweisend geltenden US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren legten nach der jüngsten Pause ebenfalls wieder zu.
Nasdaq 100
Vertreter aus den USA und dem Iran waren am Rande der UN-Generalversammlung in New York erstmals seit Monaten wieder zu Verhandlungen zusammengekommen. Kurz darauf wurde ein neuer iranischer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Meeresstraße von Hormus bekannt, den US-Präsident Donald Trump allerdings am Samstag ablehnte. Er rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Verhandlungen mit dem Iran - laut dem Nachrichtenportal "Axios", das sich auf zwei regionale Quellen beruft, bereits ab diesem Montag.
Nvidia startet AktienrückkaufAus der für KI extrem wichtigen Halbleiterbranche sanken die Aktien von Intel und Micron um 3,1 sowie 1,8 Prozent. Beim Branchenprimus Nvidia fiel das Minus mit 1,2 Prozent etwas geringer aus. Nvidia erhöhte sein Aktienrückkaufprogramm um 150 auf insgesamt 235 Milliarden Dollar und betreibt damit weiter aktive Kurspflege.
Die Titel des Social-Media- und Technologieriesen Meta verloren zuletzt rund 3 Prozent. Sie hatten vergangene Woche dank der Euphorie über den guten Marktstart des eigenen KI-Agenten Muse kräftig zugelegt.
Bitcoin gibt wieder nach – Anleger erwarten steigende ZinsenDer Preis der Kryptowährung Bitcoin gab am Montag weiter nach und fiel auf 82.000 US-Dollar. Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA macht Alternativen zu Bitcoin attraktiver: Die Kryptowährung wirft keine Zinsen ab und ist ein reines Spekulationsobjekt.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich am Morgen die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,9 Prozent auf 106,25 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,1 Prozent fester bei 93,39 Dollar. Preistreiber war die anhaltende geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende einen iranischen Friedensvorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus zurückgewiesen. Zudem setzten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf Saudi-Arabien fort, was die Sorgen vor Versorgungsengpässen in der Region aufrechterhielt.
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