„¿Rotary, qué es eso?“ (Rotary, was ist das?) Diesen Satz hört Gertrude Edtstadtler-Pietsch immer wieder, wenn sie etwa mit Verantwortlichen der Kulturabteilungen in den Rathäusern spricht, weil sie Werbeplakate für ein Event aufhängen will. „Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Einheimische die Rotarier kennen“, so die 77-Jährige, Mitinitiatorin des erst im Februar 2026 ins Leben gerufenen Rotary Club Mallorca South International, dem ersten deutschsprachigen Rotary Club in Spanien und auf den Balearen.
„¿Rotary, qué es eso?“ (Rotary, was ist das?) Diesen Satz hört Gertrude Edtstadtler-Pietsch immer wieder, wenn sie etwa mit Verantwortlichen der Kulturabteilungen in den Rathäusern spricht, weil sie Werbeplakate für ein Event aufhängen will. „Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Einheimische die Rotarier kennen“, so die 77-Jährige, Mitinitiatorin des erst im Februar 2026 ins Leben gerufenen Rotary Club Mallorca South International, dem ersten deutschsprachigen Rotary Club in Spanien und auf den Balearen.
Gegenüber den Verantwortlichen in den Gemeinden holt sie dann aus, erklärt etwa, dass die Vereinigung weltweit 1,3 Millionen Mitglieder in allen Ländern der Welt zählt. Und dass diese in unterschiedlichster Weise dazu beitragen wollen, dass die Welt besser wird. „Aha. Klingt gut“, bekommt sie dann meistens zu hören und darf ihre Plakate aufhängen. Im konkreten Fall für ein Konzert des Musikers Hans Theessink, ein Freund der Wienerin, im Claustre de Sant Bonaventura (12.9., siehe Kasten). Nach einer Ausfahrt zum Cap Blanc anlässlich der Sonnenfinsternis am 12. August ist es erst die zweite Veranstaltung des noch sehr jungen Clubs.
Von Calvià nach Llucmajor„Ich war jahrelang im englischsprachigen Rotary Club Calvià International tätig, auch als Vorsitzende. Dort hatten wir viele deutsche Mitglieder, die dem Geschehen bei den Treffen auf Englisch leider nicht alle folgen konnten. Zudem stammten viele aus der Gegend Llucmajor und den umliegenden deutschen Hochburgen Felanitx und Santanyí“, erzählt Edtstadtler-Pietsch. So sei die Idee entstanden, einen neuen, deutschsprachigen Rotary Club in der Gegend zu gründen.
Zusammen mit neun weiteren Mitgliedern der Rotarier aus Calvià gründete die gelernte Dolmetscherin und Tierärztin den „Rotary Club Mallorca South International“. „Zuerst wollten wir ihn ‚Rotary Club Llucmajor International‘ nennen, wir wollten die deutschsprachigen Mitglieder aus den anderen Regionen aber nicht ausschließen“, erzählt die Langzeit-Residentin.

Das Logo des neuen Clubs. / Privat
Auf den Balearen gebe es zwar insgesamt 16 Rotary Clubs, der Rotary Club Mallorca South International sei aber der einzige, der sich explizit als deutschsprachiger vorstellt. „Wir wollen bewusst, dass die Leute wissen, dass man bei uns Deutsch redet“, so Edtstadtler-Pietsch. Die meisten Rotary Clubs in Spanien seien spanischsprachig, die mit einem „International“ im Namen englischsprachig, „bis auf unseren“, betont die Residentin. Nur im Namen dürfe sich das nicht widerspiegeln. Der Ursprung der Rotary Clubs liegt in Amerika, mittlerweile gibt es jedoch Ableger auf der ganzen Welt.
Aufnahme nicht so leichtEinen neuen Club zu gründen, sei gar nicht so einfach. „Man braucht mindestens 15 Gründungsmitglieder“, so Edtstadtler-Pietsch, deren Club mittlerweile 18 Mitglieder habe. Auch aufgenommen zu werden, ist nicht ohne. Normales Mitglied sein kann man laut der Wienerin offiziell nur bei einem einzigen Rotary Club. „Bei Ehrenmitgliedern, die besondere Dienste geleistet haben, werden Ausnahmen gemacht.“ Entweder kommt man per persönlicher Empfehlung eines Mitglieds des Clubs oder kontaktiert den Club in Eigenregie. Ein für neue Mitgliedschaften verantwortliches Clubmitglied kontaktiert den Interessenten dann und lädt ihn zu einem der im Zwei-Wochen-Rhythmus stattfindenden Treffen ein. Dort sollte er sich vorstellen. Was hat man im Leben bereits an Tätigkeiten vorzuweisen, die zur Philosophie des Clubs passen, welchen Beruf hat man ausgeübt? In welchem sozialen Bereich ist man besonders stark? Auch ein Anmeldeformular muss der Interessent ausfüllen. Eine Aufnahme erfolgt erst, wenn alle Mitglieder einverstanden sind, und keiner binnen zwei Wochen ein Veto eingelegt hat. Bei einem weiteren Treffen wird das neue Mitglied dann per Zeremonie offiziell in Empfang genommen und bekommt eine Mitgliedsurkunde überreicht.
„Interessenten sollten in jedem Fall eine integre Person sein und keine Vorstrafen aufweisen. Im besten Fall sollte auch schon ihr Beruf zeigen, dass sie bereit sind, etwas für andere zu tun. Immerhin ist der internationale Leitspruch der Rotarier ‚Service Above Self‘ (sinngemäß: Uneigennütziger Dienst, Anm. d. Red.). Wir wollen in Bereichen helfen, in denen Mangel herrscht“, so Edtstadtler-Pietsch. „Etwa Bildung und Alphabetisierung, Unterstützung der Gesundheit von Müttern und Kindern, Friedensschaffung, Konfliktprävention, Umweltschutz.“ Auf Mallorca will sich der Rotary Club insbesondere für ältere Menschen, die von der Stiftung Herztat betreut werden, und das Tierwohl einsetzen, etwa für Straßenkatzen. Die Rotary-Club-Mitglieder wollen nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch selbst als Freiwillige für die Betreuungsdienste tätig werden. Für das Projekt und Llucmajors Tierschutzverein Gaticos y Perretes Mallorca sammelt der Club Spenden und will etwa auch mit den Tierschützern von Baldea zusammenarbeiten.
Als weitere Spenden bringende Events sind ein klassisches Konzert, ein Weihnachtsflohmarkt, eine Wanderung und ein Bowling-Turnier mit den anderen Mallorca-Clubs angedacht. „Sobald der 12. September vorbei ist, setzen wir uns hin und konkretisieren das.“
BLUES FÜR DEN GUTEN ZWECK: HANS THEESSINK IM CLAUSTRE
Am 12. September um 19 Uhr organisiert der Club im Claustre de Sant Bonaventura in Llucmajor ein Benefizkonzert mit dem Bluesmusiker Hans Theessink. Eintritt: 25 Euro. Die Einnahmen kommen insbesondere der Stiftung Herztat und der Asociación Gaticos y Perretes Mallorca zugute. „Es ist unser erstes Benefizkonzert“, so Gertrude Edtstadtler-Pietsch, die selbst vor Begeisterung immer „ganz platt“ ist, wenn ihr Freund an der Gitarre werkelt. Der international bekannte Niederländer lebt schon seit Jahrzehnten in Edtstadtler-Pietschs Heimatort Wien, tritt aber immer wieder auf Mallorca auf.
Rotary Club Mallorca South International: Treffen: jeden 2. und 4. Donnerstag des Monats, 18 Uhr, Hotel Hacienda Son Antem, Llucmajor, Gäste willkommen, rotarymallorcasouth.com
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