Ein Mann aus den Niederlanden verwirklicht seinen Kindheitstraum vom eigenen Bauernhof, obwohl er ohne landwirtschaftlichen Hintergrund aufwuchs. Ein ungewöhnlicher Nebenjob hilft ihm, diese Leidenschaft zu finanzieren.
Ein Mann aus den Niederlanden verwirklicht seinen Kindheitstraum vom eigenen Bauernhof, obwohl er ohne landwirtschaftlichen Hintergrund aufwuchs. Ein ungewöhnlicher Nebenjob hilft ihm, diese Leidenschaft zu finanzieren.
Harm Peters aus Bemmel im Osten der Niederlande hatte schon als kleines Kind eine klare Vorstellung davon, was er einmal werden möchte. „Schon mit drei Jahren sagte ich: Ich werde Bauer“ sagt Peters gegenüber dem niederländischen Nachrichtenportal „De Gelderlander“. Obwohl seine Familie keinerlei Berührungspunkte mit der Landwirtschaft hat, besitzt der 39-Jährige nun dutzende Rinder und betreibt einen eigenen Stall sowie ein Geschäft für Fleischwaren.
Um sich die teure Haltung der Tiere und den Ausbau des Betriebs zu ermöglichen, geht Peters unter der Woche einer ganz anderen Beschäftigung nach. Er verdient sein Geld damit, dass er an Werktagen dekorative Blumenkästen aufhängt. Mit diesem Einkommen sichert der Niederländer die finanzielle Grundlage für seinen landwirtschaftlichen Traum. Mittlerweile hält Peters 85 Kühe auf seinem Hof. Vor kurzem eröffnete das Paar zusätzlich einen Hofladen, in dem Fleisch von den eigenen Rindern verkauft wird.
Auch privat überließ der Landwirt nichts dem Zufall und stellte von Beginn an klare Bedingungen für seine Partnerschaft. Beim ersten Kennenlernen machte er seiner heutigen Ehefrau Selma, die als Krankenschwester arbeitet, unmissverständlich klar, welchen Lebensweg er einschlagen würde. Wie „De Gelderlander“ schreibt, lautete seine damalige Ansage: „Wenn du mich willst, wisse, dass ich Bauer werde.“ Die Offenheit zahlte sich aus, denn heute meistern beide den Spagat zwischen Hauptberuf und dem Leben auf dem eigenen Hof mit ihren drei Kindern.
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Auf Dauer möchte Peters jedoch nicht zwei Jobs zugleich nachgehen. „Natürlich hoffe ich, dass irgendwann der Wendepunkt kommt und ich mich ganz der Landwirtschaft widmen kann. Aber manchmal muss man sich auch seine Wurzeln vor Augen führen. [...] Wir sind schon auf einem guten Weg“, so Peters.
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Während Harm Peters in den Niederlanden seinen Traum vom eigenen Hof verwirklicht, sinkt die Zahl der Viehhöfe hierzulande jedes Jahr zunehmend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2013 noch rund 199.000 Betriebe mit Viehhaltung in Deutschland. Zehn Jahre später, 2023, lag diese Zahl nur noch bei rund 162.000 Betrieben mit Tierhaltung. Das Bundeszentrum für Landwirtschaft bestätigt diese Entwicklung und gibt an, dass vor allem die Betriebszahl der Schweinehaltung zwischen 2010 und 2025 von 33.500 auf 15.250 zurückging.
Neben schwankenden Preisen und steigenden rechtlichen Anforderungen sei laut dem Bundeszentrum für Landwirtschaft auch die fehlende Hofnachfolge ein wichtiger Grund für Betriebsaufgaben gewesen. Demnach gaben nur etwa 35 Prozent der Betriebsleiter über 55 Jahre an, dass ihre Nachfolge geklärt sei.
Das Bundeszentrum für Landwirtschaft gab jedoch auch an, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe im Nebenerwerb, so wie Harm Peters es macht, geführt werden. Das bedeutet, dass die Betriebsleitenden zusätzlich außerhalb der Landwirtschaft arbeiten und damit mehr als die Hälfte ihres Einkommens verdienen. Außerdem erzielten viele Betriebe zusätzliches Einkommen durch Bereiche wie Forstwirtschaft, erneuerbare Energien oder die Haltung von Pensions- und Reitsportpferden.