Bei der Ausgestaltung der künftigen Stromnetzentgelte ab 2029 sollten Power-to-Heat-Anlagen mit Elektrolyseuren gleichgestellt werden. Sie sollten alle flexiblen Elektrifizierungsoptionen für Fernwärme und Industrie begünstigen. Dazu rät Fraunhofer IEG zusammen mit dem Fraunhofer-Exzellenzcluster »Integrierte Energiesysteme« CINES in einer Stellungnahme zum AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur (BNetzA). Dabei verweisen die Forschenden auf das Flexibilitätspotenzial von Großwärmepumpen und Elektrodenkesseln sowie den Electrification Action Plan der EU.
Bei der Ausgestaltung der künftigen Stromnetzentgelte ab 2029 sollten Power-to-Heat-Anlagen mit Elektrolyseuren gleichgestellt werden. Sie sollten alle flexiblen Elektrifizierungsoptionen für Fernwärme und Industrie begünstigen. Dazu rät Fraunhofer IEG zusammen mit dem Fraunhofer-Exzellenzcluster »Integrierte Energiesysteme« CINES in einer Stellungnahme zum AgNes-Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur (BNetzA). Dabei verweisen die Forschenden auf das Flexibilitätspotenzial von Großwärmepumpen und Elektrodenkesseln sowie den Electrification Action Plan der EU.
Im Festlegungsentwurf der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes), welche die Stromnetzentgelte in Deutschland ab 2029 gestalten soll, sieht die BNetzA eine Sonderregel für Elektrolyseure vor: Sofern die Anlagen grünen oder CO2-armen Wasserstoff herstellen, sollen die Netzentgelte – anders als sonstige Verbraucher – von einem Teil der Netzentgelte befreit sein. Damit, so die Begründung der BNetzA, wolle man den flexiblen Systembeitrag der Elektrolyse würdigen.
Diese Regelung sollte nach Ansicht der CINES-Forschenden identisch auf große und flexibel einsetzbare Power-to-Heat-Anlagen wie Großwärmepumpen und Elektrodenkessel in Industrie und Fernwärme angewandt werden. Außerdem sollten dynamische Netzentgelte für Elektrolyseure und Power-to-Heat-Anlagen möglichst früh und idealerweise zeitgleich mit Großbatteriespeichern eingeführt werden.
Direkte Elektrifizierung: kosteneffizient und netzdienlich
»Im AgNes-Entwurf fehlen adäquate Anreize für die Flexibilisierung durch Power-to-Heat-Anlagen als eine der wichtigsten Flexibilitätsressourcen in modernen Energiesystemen«, erklärt Prof. Dr. Mario Ragwitz, Sprecher von Fraunhofer CINES und Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG. Energiesystemstudien des Fraunhofer-Exzellenzclusters CINES und seiner Mitgliedsinstitute zeigen robust, dass die direkte Elektrifizierung von Fern- und Prozesswärme in vielen Fällen die kosteneffizienteste Form der Dekarbonisierung darstellt und in Verbindung mit Wärmespeichern große, netzdienliche Flexibilität bereithält.
»Wir sind der Auffassung, dass Netzentgelte technologieneutral sein sollten. Das heißt, es sollte ein Level-Playing-Field für alle Optionen bestehen, die gleichwertige Funktionen im Energiesystem erfüllen. Daher müsste eine Sonderbehandlung bei Netzentgelten für flexible und netzdienliche Verbraucher Power-to-Heat ebenso berücksichtigen wie die Elektrolyse«, folgert Ragwitz. Dies würde zudem die Verdrängung fossiler Brennstoffe in der Wärme nach Grenzkosten unterstützen.
Electrification Action Plan schafft energiepolitischen Rahmen
Die fehlende Besserstellung von Power-to-Heat begründet die BNetzA damit, dass die nationalen Klima- und Energiepläne Deutschlands keine ausdrücklichen Ziele für entsprechende Technologien vorsehen. Erst auf dieser Grundlage erlaubt europäisches Recht eine Sonderbehandlung.
»Diese Begründung sollte vor dem Hintergrund des kürzlich vorgelegten Electrification Action Plans der EU-Kommission neu bewertet werden«, rät Mario Ragwitz. Die Kommission schlägt dort vor, den europäischen Endenergieverbrauch bis 2040 zu 46 Prozent zu elektrifizieren, insbesondere auch im Industrie- und Gebäudesektor. Durch den Vorstoß wird absehbar, dass konkrete Ziele für die direkte Elektrifizierung von Industrie- und Gebäudewärme mit Technologien wie Wärmepumpen und elektrischer Prozesswärme in die nationalen Klima- und Energiepläne aufgenommen werden. Die Stellungnahme wurde am 18. September 2026 bei der Bundesnetzagentur eingereicht.
Über Fraunhofer CINES Der Fraunhofer-Exzellenzcluster »Integrierte Energiesysteme« CINES erarbeitet institutsübergreifend Lösungen für die Energiesystemtransformation – umfassende, sektorenübergreifende Energiesystemanalysen, digitale Lösungsmodelle für die Energiewende, sowie entscheidende Fortschritte in den Bereichen Leistungselektronik und Wärmeversorgung. Die dauerhafte und intensive Zusammenarbeit ermöglicht die langfristige und institutionalisierte Erarbeitung von systemischen und technologischen Lösungen für das Energiesystem. Zum Cluster gehören aktuell folgende Fraunhofer-Institute: Fraunhofer ISE, IEE, ISI, IEG und IWES sowie die Partnerinstitute IOSB-AST, IBP, SCAI, FIT, IFAM, UMSICHT und IISB. cines.fraunhofer.de
Weitere Informationen und die Stellungnahme finden Sie unter: www.ieg.fraunhofer.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter
Energie, Maschinenbau
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch