Was macht eigentlich den Unterschied zwischen guter Leistung und Exzellenz aus? Die Liebe, die wir für unsere Arbeit empfinden (oder eben nicht).
Was macht eigentlich den Unterschied zwischen guter Leistung und Exzellenz aus? Die Liebe, die wir für unsere Arbeit empfinden (oder eben nicht).
Mit Gesine Braun und Christiane Sommer • 02.06.2026, 12.45 Uhr
Liebe zur Arbeit: Warum Exzellenz ohne Emotion nicht funktioniert
Die Arbeit lieben? Das klingt für viele erst einmal übertrieben. Doch der Motivationsforscher Marcus Buckingham meint das ernst – und kann es auch belegen: Der Faktor Liebe unterscheidet gute von herausragender Leistung.
Deshalb tun Managerinnen und Manager gut daran, das Thema Liebe zur Arbeit ernst zu nehmen: Sie steigert den Return on Investment. Mitarbeitende, die ihre Aufgaben lieben, entwickeln mehr Antrieb, lernen leichter, zeigen mehr Kreativität und können souveräner mit Stress umgehen.
Der Grund dafür ist die Chemie in unserem Gehirn: Bei Verliebten schüttet es vermehrt die Hormone Oxytocin, Dopamin, Noradrenalin und Vasopressin aus. Und die Forschung zeigt, dass das Hirn bei einer Tätigkeit, die wir Menschen lieben, den gleichen chemischen Cocktail aufweist – und genau das lässt uns im Job die Extrameile gehen.
Wie aber erkennen Chefs und Chefinnen, ob ihre Leute wirklich mit vollem Herzen dabei sind? Buckingham schlägt einen verblüffend einfachen Weg vor: Regelmäßige Gespräche und dabei drei zentrale Fragen stellen.
Hattest du in der vergangenen Woche Spaß bei der Arbeit?
Konntest du deine Stärken einsetzen?
Hast du das getan, was du besonders liebst?
Die Antworten geben Führungskräften wertvolle Hinweise darauf, wer in ihrem Team was besonders gern macht, und eröffnen die Möglichkeit, Aufgaben entsprechend zu verteilen oder anzureichern.
Wichtig zu wissen: Das bedeutet jedoch nicht, dass Vorgesetzte dafür sorgen müssen, dass ihre Mitarbeitenden alles an ihrem Job lieben. Buckinghams Forschung zeigt: Der Schwellenwert liegt bei 20 Prozent – wenn er erreicht wird, ist Exzellenz in Sicht. Und selbst herausragende Experten auf einem Gebiet lieben nicht alles an ihrem Job – aber sie finden Liebe in dem, was sie tun.
In „Lead Forward“ spricht Gesine Braun, Chefredakteurin des Harvard Business managers, alle zwei Wochen mit der leitenden HBm-Redakteurin Christiane Sommer und HBm-Redakteurin Wiebke Harms über Führung, Strategie und Management. „Lead Forward“ erscheint 14-täglich hier sowie auf Spotify und Apple im Podcast.
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