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Mit einem Klick wird das Hotel-WLAN zur Geschäftsreisendenfalle

Дата публикации: 04-08-2026 04:47:00

Kriminelle übernehmen WLAN-Router in Hotels und leiten Gäste heimlich auf gefälschte Login-Seiten um, um Zugangsdaten zu stehlen.

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Kriminelle übernehmen WLAN-Router in Hotels und leiten Gäste heimlich auf gefälschte Login-Seiten um, um Zugangsdaten zu stehlen.

Geschäftsreisende, die sich im Hotelzimmer schnell ins WLAN einloggen, denken selten an Gefahr. Genau das nutzen Cyberkriminelle derzeit aus. Sicherheitsforscher haben eine Angriffswelle entdeckt, bei der Hacker die WLAN-Zugangspunkte von Hotels übernehmen und darüber gezielt Zugangsdaten von Firmenmitarbeitern abgreifen.

Das Perfide daran ist, dass die Opfer nicht einmal auf einen Phishing-Link klicken oder eine verseuchte Datei öffnen müssen, damit ihr Konto in fremde Hände gerät. Es reicht bereits, sich mit dem WLAN im Hotel zu verbinden.

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Ein einziger Router genügt für hunderte Opfer

Möglich wird das durch eine Technik, die als DNS Poisoning bekannt ist. Jedes Gerät fragt beim Verbindungsaufbau einen Namensserver, welche Internetadresse hinter einer eingegebenen Webadresse steckt, und wird normalerweise korrekt zur echten Seite geleitet.

Haben Angreifer jedoch die Kontrolle über den Router eines Hotels übernommen, können sie diese Antworten manipulieren und Nutzer unbemerkt auf gefälschte Seiten umleiten, die etwa wie die Anmeldemaske von Microsoft 365 aussehen.

Gibt das Opfer dort seine Zugangsdaten ein, landen sie direkt bei den Angreifern. Weil ein einzelner Router den gesamten Datenverkehr eines Hotels lenkt, reicht dessen Übernahme aus, um potenziell jeden Gast ins Visier zu nehmen, der sich an diesem Tag einloggt.

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Firmenkonten als lohnendes Ziel

Für Angreifer sind Firmenzugangsdaten besonders wertvoll, weil sich darüber oft der Weg in interne Netzwerke, E-Mail-Postfächer und sensible Dokumente öffnet. Wer Zugriff auf ein Microsoft-365-Konto erhält, kann im Namen der betroffenen Person kommunizieren oder weitere Angriffe innerhalb des Unternehmens vorbereiten.

Gerade Geschäftsreisende sind ein attraktives Ziel, weil sie regelmäßig aus ungesicherten Netzwerken auf Firmendaten zugreifen und dabei oft weniger vorsichtig agieren als im gewohnten Büroumfeld.

Kein neues Phänomen, aber eine neue Bühne

Ähnliche Angriffe sind bereits aus einer früheren, im Frühjahr gestoppten Kampagne bekannt, bei der Angreifer kleine Router in Büros und Privathaushalten manipulierten, um auf dieselbe Weise Zugangsdaten und Anmeldetoken abzugreifen.

Die aktuelle Welle setzt auf dieselbe Grundtechnik, verlagert den Angriffspunkt jedoch von einzelnen Heimroutern auf die zentralen WLAN-Gateways von Hotels und ähnlichen Einrichtungen und erreicht damit deutlich mehr potenzielle Opfer auf einen Schlag.

Die Spur führt zu einer russischen Hackergruppe

Nach Einschätzung der Sicherheitsforscher ähnelt die beobachtete Vorgehensweise dem Vorgehen einer Gruppe, die unter Namen wie Fancy Bear oder Forest Blizzard bekannt ist und dem russischen Militärgeheimdienst zugerechnet wird.

Diese Gruppe fiel in der Vergangenheit bereits durch vergleichbare Kampagnen auf, bei denen Router manipuliert wurden, um an Microsoft-Konten zu gelangen. Ob die aktuelle Kampagne tatsächlich von derselben Gruppe stammt oder lediglich deren Methoden übernimmt, lässt sich derzeit nicht mit letzter Sicherheit sagen, da eindeutige technische Beweise bislang fehlen.

So schützen Sie sich unterwegs

Wer geschäftlich reist, sollte öffentliche Netzwerke grundsätzlich mit Vorsicht behandeln. Am wirksamsten schützt eine durchgehend aktive VPN-Verbindung, die sämtlichen Datenverkehr einschließlich der Namensauflösung durch einen vertrauenswürdigen Firmentunnel leitet, bevor er das Hotelnetzwerk überhaupt erreicht. Viele Unternehmen bieten eine solche Lösung bereits an, und sie sollte auf Reisen deshalb durchgängig aktiviert bleiben. Wer kein Firmen-VPN nutzen kann, sollte für Anmeldungen bei sensiblen Diensten nach Möglichkeit auf die mobile Datenverbindung des Smartphones ausweichen statt auf das Hotel-WLAN.

Zusätzlich lohnt sich ein genauer Blick auf jede Anmeldeseite, bevor Zugangsdaten eingegeben werden. Die Webadresse in der Adresszeile sollte exakt der bekannten Adresse des jeweiligen Dienstes entsprechen, kleine Abweichungen im Namen sind ein Warnsignal. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn plötzlich unerwartete Anmeldeaufforderungen erscheinen, ohne dass zuvor aktiv ein Login gestartet wurde, denn Angreifer nutzen mitunter auch Verfahren, bei denen ein einziger Klick auf Bestätigen bereits ausreicht, um einer fremden Sitzung Zugriff zu gewähren.

Wer zusätzlich auf Zwei-Faktor-Verfahren mit physischen Sicherheitsschlüsseln oder Passkeys statt auf klassische Passwörter setzt, entzieht Angreifern selbst dann die Grundlage, wenn Zugangsdaten einmal in falsche Hände geraten sind. So bleibt das Risiko überschaubar, auch wenn das nächste Hotelzimmer wieder mit kostenlosem WLAN lockt.

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Классификация: Пресс-релизы. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 20.74. Источник: rss.focus.de.