Berlin wird nach einem Hackerangriff erpresst – darum kümmern sich Profis. Verbaucherschützer Markus Kamrad erklärt, was Privatmenschen tun sollen, wenn in ihrem E-Mail-Postfach eine Zahlungsaufforderung landet.
Berlin wurde gehackt. Was große Aufmerksamkeit auf sich zieht, passiert im Kleinen jeden Tag.
Berlin hat es abgelehnt, ein Lösegeld zu zahlen. Das raten auch wir den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Bei Privatpersonen existieren die vermeintlich kompromittierenden Daten in Wirklichkeit oft gar nicht.
Wenn Kriminelle tausenden Menschen mit der Veröffentlichung von peinlichen Nackt- oder Masturbationsaufnahmen drohen, wird der eine oder andere sich ertappt fühlen. Und Zahlen führt nicht unbedingt zu Löschung, macht aber weitere Taten attraktiv.
Gegen Cybercrime gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Versicherungen. Einige inklusive Rechtsschutz, andere bieten nur passende Dienstleistungen zum Umgang mit den psychischen Folgen oder bei Löschungen an. Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sie zahlen, sind oft eng gefasst, die Erstattungssummen in der Regel limitiert.
Manchmal decken zudem die bestehende Haftpflicht-, Rechtsschutz- oder die Hausratsversicherung Teilbereiche ab. Im Zweifel können Verbraucher die Bedingungen checken, ob etwa Onlinebanking oder Phishing über die Hausrat abgesichert sind. Und immer das tun, was man selbst in der Hand hat:
Ein echtes Problem im Verbraucheralltag bleibt aber, dass Anbieter und oft auch Gerichte schnell dabei sind, Verbrauchern grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wenn etwa durch Cyberkriminalität Überweisungen vom eigenen Konto abgehen, die man gar nicht selbst vorgenommen hat. Und das, obwohl die Maschen immer raffinierter werden. In der vergangenen Woche habe ich eine vermeintliche Mail von meinem Internetprovider länger prüfen müssen, bevor ich sicher war, dass es ein Fake ist und ich besser nicht auf den Link klicken sollte.
Und gerade, wenn Kriminelle schon Daten von einem haben, etwa über Hacks bei großen Firmen oder Behörden, haben sie es leichter bis hin zum Identitätsdiebstahl. Hier wie in anderen Fällen gilt: Der erste Schritt muss die Anzeige bei der Polizei sein. Grundsätzlich müssen Staat und Anbieter die Strukturen verbessern. Aufgeklärte Verbraucher sind wichtig, werden das Problem aber nicht lösen können.
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