Der US-Autoriese General Motors gibt nach Milliardenausgaben den Traum von selbstfahrenden Robotaxis auf. Das Projekt mit der Tochterfirma Cruise wird nicht weiter verfolgt, sagt Konzernchefin Marry Barra.
Der US-Automobilkonzern General Motors hat angekündigt, das Robotaxi-Geschäft seiner Tochter Cruise aufzugeben. Die Entwicklung des Projekts würde auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven Robotaxi-Markt „erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand“ benötigen, erklärte der Autobauer am Dienstag. Stattdessen wolle sich General Motors auf die Entwicklung fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme für Privatfahrzeuge konzentrieren. Die Cruise-Ingenieure würden dafür in die Teams von General Motors aufgenommen werden.
Dieser Schritt markiert eine Kehrtwende für den Konzern: General Motors hatte das Cruise-Startup 2016 gekauft und seitdem rund 10 Milliarden in das Projekt gesteckt. Cruise hatte ambitionierte Wachstumspläne und wollte nach einer Reihe von US-Städten auch in Tokio starten. Es wurden bereits neuartige Fahrzeuge ganz ohne Lenkrad und Pedale getestet.
„Ein Robotaxi-Geschäft ist nicht das Kerngeschäft von General Motors", sagte GM-Chefin Mary Barra (62) nun in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das Engagement des Konzerns für die „autonome Technologie“ aber sei „unerschütterlich“.
Die Aufgabe des Robotaxi-Geschäfts erfolgt ein Jahr nach einem folgenschweren Unfall: Anfang Oktober 2023 war eine Frau in der Stadt unter ein Robotaxi von Cruise geraten und wurde schwer verletzt. Zuvor hatte es bereits zwei Zusammenstöße gegeben. Nach diesen Unfällen entzogen die Behörden in San Francisco Cruise die Erlaubnis für den Betrieb der Robotaxis. Das Unternehmen pausierte die Ausweitung seines Betriebs auf andere US-Bundesstaaten und entließ ein Viertel seiner Belegschaft.
Der Wettbewerber Waymo dürfte die Ankündigung mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Aktuell ist die Google-Schwesterfirma der erfolgreichste Robotaxi-Entwickler und befördert Fahrgäste in mehreren US-Städten. Die Waymo-Wagen machen inzwischen mehr als 150.000 Fahrten mit Passagieren pro Woche. Ein weiterer Konkurrent, die zu Amazon gehörende Firma Zoox, will bald Fahrdienste unter anderem in Las Vegas und San Francisco anbieten.
Über allen heutigen Anbietern aber liegt der Schatten von Elon Musk (53): Der Tesla-Chef will bei dem Elektroauto-Hersteller 2026 die Produktion eines Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale starten. Der im Oktober vorgestellte „Cybercab“ soll zudem nur mit Kameras auskommen, während Waymo und Zoox zusätzlich auf deutlich teurere Laserradare setzen, die die Umgebung abtasten. Das würde Tesla einen erheblichen Kostenvorteil verschaffen.
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