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Wilder Bundesliga-Samstag: Bremen gewinnt Nordderby, Eta-Debüt geht schief, BVB verliert nach VAR-Wahnsinn

Дата публикации: 18-04-2026 15:52:00




Big Points für Werder in einem Nordderby voller Emotionen. 3:1 schlagen die Bremer den HSV. In Berlin verliert Union das erste Spiel unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta gegen Wolfsburg. Dortmund unterliegt nach zwei vom VAR geahndeten Handelfmetern gegen Hoffenheim.



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Wilder Bundesliga-Samstag Bremen gewinnt Nordderby, Eta-Debüt geht schief, BVB verliert nach VAR-Wahnsinn

18.04.2026 · 17:52 Uhr

Jens Stage (r, Werder Bremen) erzielt sein Tor zum 2:1.

Jens Stage (r, Werder Bremen) erzielt sein Tor zum 2:1.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa/Carmen Jaspersen

Düsseldorf · Big Points für Werder in einem Nordderby voller Emotionen. 3:1 schlagen die Bremer den HSV. In Berlin verliert Union das erste Spiel unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta gegen Wolfsburg. Dortmund unterliegt nach zwei vom VAR geahndeten Handelfmetern gegen Hoffenheim.

Werder Bremen - Hamburger SV 3:1 (1:1)

Platzverweis für den HSV, drei Punkte für Grün-Weiß: Ausgerechnet im brisanten Nordderby gegen den Erzrivalen hat Werder Bremen den sehnsüchtig erwarteten Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune besiegte den Hamburger SV dank eines Doppelpacks von Jens Stage mit 3:1 (1:1) und schloss nach Punkten zum ungeliebten Rivalen auf.

Zum Derbyhelden avancierte der Doppeltorschütze Stage. Der Däne traf in der ersten Halbzeit wunderschön per Kopf (37.), dann im zweiten Abschnitt traumhaft aus rund 20 Metern unter die Latte mit dem Fuß (57.) - und sorgte damit für den ersten Bremer Heimsieg gegen die Hamburger seit über acht Jahren. Cameron Puertas erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:1 (90.+1).

Robert Glatzel hatte vor 41.800 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion zuvor mit einem ebenso sehenswerten Treffer den zwischenzeitlichen Ausgleich (41.) markiert. Philip Otele sah in der Schlussphase eines hitzigen Nordduells wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Ein weiterer Platzverweis gegen Bakery Jatta wurde nach Ansicht der Videobilder wieder zurückgenommen (85.). Zudem gab es in der Nachspielzeit Rote Karten für die Co-Trainer Jan Hoepner (Werder) und Loic Favé (HSV).

Mit je 31 Zählern beträgt der Vorsprung beider Teams auf den Relegationsplatz nun fünf Punkte, zum ersten direkten Abstiegsplatz sind es vier Spieltage vor dem Saisonende jeweils sieben. Während die Grün-Weißen nach zuletzt zwei Niederlagen wieder einen Dreier einfuhren, wartet der HSV inzwischen seit fünf Spielen auf einen Sieg. Das Team von Trainer Merlin Polzin hat die Frühlings-Flatter, gewann nur eines seiner letzten neun Spiele.

Bei aller Rivalität: Das erste Nordderby an der Weser nach 55 Monaten stand auch im Zeichen der Freundschaft - zumindest auf der Trainerbank. Jahrelang arbeiteten Thioune und Polzin Seite an Seite, erst ab 2014 beim VfL Osnabrück, dann bis 2021 in Hamburg. Thioune förderte seinen heutigen Kumpel, machte ihn zu seinem Assistenten. Am Samstag kam es nun zum ersten Trainerduell auf der großen Bühne.

Aufgepeitscht von einer Gänsehaut-Atmosphäre auf den Rängen legten beide Teams eine rasante Anfangsphase auf den Rasen. Während der HSV nach einem Freistoß durch einen Glatzel-Kopfball gleich Gefahr ausstrahlte (5.), suchte Werder konsequent den Weg nach vorn. Bei einem ersten Versuch von Justin Njinmah aus spitzem Winkel war Daniel Heuer Fernandes zur Stelle (7.), auch mit dem Schuss von Puertas von der Strafraumgrenze hatte der HSV-Keeper keine Probleme.

In der Folge verzeichneten die Gastgeber mehr Ballbesitz, zu Chancen kamen aber die Hamburger. Erst war es Ransford Königsdörffer, dessen Abschluss nach einem langen Ball knapp vorbei flog (26.). Eine Minute später prüfte Fabio Vieira den Bremer Schlussmann Mio Backhaus mit einem Schlenzer aus rund 20 Metern.

Gerade als sich das Geschehen vermeintlich beruhigte, schlug Werder zu. Nach punktgenauer Flanke von Yukinari Sugawara drückte Stage den Ball aus fünf Metern über die Linie. Nur vier Minuten die Antwort der Gäste: Nach einem weiteren Bremer Angriff schalteten die Hamburger blitzschnell um, Glatzel sprintete nach einem langen Ball von Nicolas Capaldo über das halbe Feld und jagte das Leder in den linken oberen Torwinkel.

Im zweiten Durchgang gewann die Partie weiter an Intensität. Während die Fans auf den Tribünen immer wieder Pyrotechnik abfackelten, lieferten sich die Spieler etliche (über-)harte Zweikämpfe. Der HSV warf nach dem abermaligen Rückstand durch den zweiten Stage-Treffer alles nach vorn, in Unterzahl gelang der Ausgleich aber nicht mehr. Im Gegenteil: Werder erhöhte sogar noch.

Union Berlin - VfL Wolfsburg 1:2 (0:1)

Marie-Louise Eta hat die Negativserie des 1. FC Union Berlin nicht stoppen können und ihre historische Premiere als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer verloren. Der Tabellenvorletzte VfL Wolfsburg feierte hingegen den ersten Sieg unter Dieter Hecking und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Steffen Baumgart mussten sich die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei mit 1:2 (0:1) geschlagen geben.

Rani Khedira (l.) und Union-Interimstrainerin Marie-Louise Eta.

Rani Khedira (l.) und Union-Interimstrainerin Marie-Louise Eta.

Foto: AFP/ODD ANDERSEN

Patrick Wimmer (11. Minute) mit einem Traumtor und Dzenan Pejcinovic (46.) erzielten die Treffer für extrem effiziente Gäste. Union vergab zahlreiche Chancen und kam durch Oliver Burke (86.) nur noch zum Anschlusstreffer. Es war das erste Spiel in einer der fünf europäischen Top-Ligen mit einer Frau als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Als „Fußballgöttin“ begrüßte der Großteil der 22.012 Fans die 34-Jährige.

Bei noch vier ausstehenden Partien haben die Eisernen sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können trotz der Pleite relativ sicher für ihre achte Bundesliga-Spielzeit planen. Dennoch war es eine Woche nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim der nächste harte Dämpfer. Wolfsburg verkürzte den Rückstand auf Rang 16 auf zwei Zähler.

Etas Beförderung hatte die sonst so unscheinbaren Köpenicker auch aufgrund der gesellschaftlichen Signalwirkung in den internationalen Fokus gerückt. Der Medienauflauf beim Premierentraining und der ersten Pressekonferenz war so groß wie vielleicht noch nie bei Union. Wolfsburg konnte sich dagegen nahezu ungestört auf das richtungsweisende Spiel im Abstiegskampf vorbereiten. „Das realistische Ziel, das noch greifbar ist, ist Platz 16“, hatte Hecking erklärt.

In der Anfangsphase war vor allem Wimmer auffällig. Der Österreicher nutzte die Räume im Mittelfeld, zog nahezu unbedrängt bis vor die Strafraumgrenze und schlenzte den Ball mit dem Außenrist ins Eck. Der frühe Rückstand wirkte wie ein Weckruf für Union, doch Stürmer Ilyas Ansah ließ gleich zwei hochkarätige Chancen ungenutzt. Beide Teams neutralisierten sich in der Folge und sowohl Frederik Rönnow im Union-Tor als auch sein Gegenüber Kamil Grabara waren bis zur Halbzeit nur selten gefordert. Eta coachte aktiv und feuerte ihre Schützlinge immer wieder lautstark an.

Die 34-Jährige hatte sich nach Wiederanpfiff gerade in ihrer Coaching-Zone positioniert, da schlugen die eiskalten Wolfsburger erneut zu. Wieder hatten die Niedersachsen viel Platz im Mittelfeld: Pejcinovic marschierte aufs Tor zu und war wie Wimmer mit einem Distanzschuss erfolgreich.

In der Folge geriet der VfL, der bis auf die beiden Treffer kaum Gefahr ausstrahlte, immer stärker unter Druck. Nach zahlreichen vergebenen Chancen belohnte Burke schließlich die Hausherren, die in der Nachspielzeit noch weitere große Möglichkeiten hatten.

TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund 2:1 (1:0)

Andrej Kramaric traf zweimal per Handelfmeter (42./90.+8) für die Hoffenheimer, die sich nach zuvor vier Partien ohne Sieg im Kampf um den Einzug in Königsklasse zurückmeldeten. Der BVB ging nach zehn Auswärtsspielen ohne Niederlage wieder als Verlierer in der Fremde vom Platz, der zwischenzeitliche Ausgleich durch den eingewechselten Serhou Guirassy (87.) war zu wenig.

„Es ist ein extrem wichtiges Spiel, um das Ganze klar zu machen“, sagte der Dortmunder Nationalspieler Nico Schlotterbeck, um dessen jüngste Vertragsverlängerung es jede Menge Rummel gab, kurz vor dem Anpfiff bei Sky: „Es ist wichtig, Mentalität zu beweisen. Das probieren wir heute.“

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Sinsheimer Arena sahen bereits nach 14 Sekunden die erste gute Chance für die TSG durch Fisnik Asllani. Aber auch die Gäste, bei denen Karim Adeyemi, Emre Can und Felix Nmecha fehlten, gaben von Beginn an Gas. In den ersten Minuten ging es mit hohem Tempo hoch und runter.

Hoffenheim war in der 6. Minute der Führung nahe, Tim Lemperle traf per Direktabnahme die Latte. Auf der anderen Seite köpfte Daniel Svensson aus kurzer Distanz knapp über das Tor (13.). Danach beruhigte sich die Begegnung. Erst in der 26. Minute wurde es wieder gefährlich, TSG-Star Kramaric scheiterte am Dortmunder Torwart Gregor Kobel.

Kurz vor der Pause wurde es bitter für den BVB. Verteidiger Niklas Süle rutschte ohne Fremdeinwirkung aus, verletzte sich dabei und musste raus. Zu allem Überfluss spielte der Ex-Hoffenheimer in dieser Szene den Ball mit der Hand, Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) entschied nach Ansicht der Videobilder auf Strafstoß. Kramaric ließ Kobel keine Chance.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhten die Dortmunder die Schlagzahl. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac drängte die Gastgeber in die Defensive. Echte Torchancen konnten sich der BVB aber nicht erarbeiteten.

Nach einer knappen Stunde erlahmte der BVB-Elan wieder, Kovac brachte als Reaktion darauf den zuletzt angeschlagenen Torjäger Guirassy. Der Wechsel änderte zunächst allerdings nichts an der harmlosen Vorstellung der Dortmunder Offensive - bis Guirassy doch noch aus 18 Metern ins linke untere Eck traf. Das letzte Wort hatte aber Kramaric, der nach einem Handspiel von Ryerson – erneut nach Videobeweis geahndet – tief in der Nachspielzeit vom Punkt traf.

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