Marktmeister Markus Günsch kennt den Bremer Großmarkt wie kaum ein anderer. Ein Blick in die Hallen in der Überseestadt, wo ein rauer Ton an der Tagesordnung ist.
Marktmeister Markus Günsch kennt den Bremer Großmarkt wie kaum ein anderer. Ein Blick in die Hallen in der Überseestadt, wo ein rauer Ton an der Tagesordnung ist.
24.05.2026, 06:00 Uhr
Zur Merkliste
Von Benedikt Ferstl (Text) Jorma Rohlfs (Fotos)
Markus Günsch kennt den Großmarkt aus fast 45 Dienstjahren in- und auswendig. Jorma Rohlfs
Marktmeister Markus Günsch hilft aus, wenn Not am Mann ist. Jorma Rohlfs
Sandra Heinken von Rosen Flügger aus Delmenhorst hat ihren Stand in der Blumenhalle. Jorma Rohlfs
Hüseyin Demirel junior öffnet seinen Gemüsestand bereits um 1 Uhr morgens. Jorma Rohlfs
In der Be- und Entladezone der Blumenhalle kommt frische Ware an oder wird von Händlern zum Weiterverkauf abgeholt. Jorma Rohlfs
In der Obst- und Gemüsehalle wird täglich mit Frischware gehandelt. Jorma Rohlfs
Auch mit Saisonware wie Spargel wird in großen Mengen gehandelt. Jorma Rohlfs
Vor dem Verkauf werden Spargelstangen von einer Maschine geschält. Jorma Rohlfs
Ruhepol im Markttrubel: Etwas abseits ist eine Kaffeeecke aufgebaut. Jorma Rohlfs
Markus Günsch wartet um 6.30 Uhr am Eingang des Großmarkts in der Überseestadt. Für andere Menschen ist das früher Morgen, doch Günsch arbeitet schon seit eineinhalb Stunden. In fast jedem Auto, das die Schranke zum Markt passiert, sitzt eine Person, die der Marktmeister freundlich grüßt. "Nach so langer Zeit kennt man seine Leute", sagt der 63-Jährige, der beim Bremer Großmarkt arbeitet, seit er 19 ist. "Ich habe in der Blumenhalle angefangen." Heute sorgt er für Ordnung, kümmert sich um technische Störungen oder organisiert die Reparaturen, erzählt er. Vor 33 Jahren wechselte er über Kontakte in die Marktverwaltung. "Ich kannte alle. Ich habe in meinem Arbeitsleben nie eine Bewerbung geschrieben. Das gibt es eigentlich gar nicht", sagt Günsch.
In der Blumenhalle zeigt sich, welchen Ruf der Marktmeister genießt. Ständig grüßt er Leute, wird angesprochen oder muss an sein klingelndes Handy gehen. Wer so viele Menschen kennt, kommt schon mal durcheinander: "Hallo Stefan." Der Angesprochene guckt etwas beleidigt. "Ach, Frank", korrigiert Günsch sich schnell. "Ich hab noch die Sonne im Auge", sagt er lachend. "Gleich haste noch was anderes im Auge", sagt Frank und reckt seine geballte Faust in die Luft. Der Ton wird auf dem Großmarkt gerne mal rauer. "Aber ein paar Stunden später trinken alle wieder zusammen Kaffee", versichert Günsch.
In der Obst- und Gemüsehalle steht Hüseyin Demirel von der Firma NHD Fruchtimport. Sein Vater, der auch Hüseyin Demirel heißt, arbeitet seit 1989 am Großmarkt und hat NHD gegründet. Der 31-jährige Sohn führt das Geschäft nun weiter. "Der Job auf dem Großmarkt ist nichts für jeden. Wir machen nachts um 1 Uhr auf und bleiben bis 11 oder 12 Uhr. Anschließend müssen wir neue Bestellungen machen", erklärt Demirel junior. Er sei eigentlich rund um die Uhr im Betrieb – aus Leidenschaft für den Handel. Außerdem reizt ihn, täglich mit Menschen zu arbeiten: "Hier sind alle multikulti. Alle duzen sich." Günsch pflichtet ihm bei: "Unsere Nachnamen wissen wir oft gar nicht."
Am Nachbarstand laden zwei Männer etwas unbeholfen einen wackeligen Haufen Wassermelonen auf einen Hubwagen. Seniorchef Demirel läuft vorbei, winkt ab und murmelt: "Diese Idioten." Demirel junior und Günsch müssen lachen. Später sitzen bestimmt alle wieder beim Kaffee zusammen.
Markus Günsch kennt den Großmarkt aus fast 45 Dienstjahren in- und auswendig.
Foto: Jorma Rohlfs
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Urbane Landwirtschaft in Bremen: Die Gemüsewerft auf der Überseeinsel | 0 | 5.34 | 09-08-2026 |
| 2 | Zwischen Magie und Metall: Der Rüstmeister vom Theater Bremen | 0 | 7.9 | 17-05-2026 |
| 3 | Kein Eis, kein Puck: Das ungewöhnliche Hobby einer Bremer Sportgruppe | 0 | 10.93 | 26-07-2026 |
| 4 | Slowflower-Bewegung: Warum diese Bremerinnen Blumen anders anbauen | 0 | 20.51 | 28-06-2026 |
| 5 | Bühne Kunterbunt | 0 | 9.03 | 31-05-2026 |
| 6 | So werden Hebammen in Bremen auf den Kreißsaal vorbereitet | 0 | 11.5 | 12-07-2026 |
| 7 | Unsichtbare Arbeit im Hintergrund | 0 | 15 | 22-08-2026 |
| 8 | Warum das Studio Nord in Bremen Bands aus ganz Europa anzieht | 0 | 6.31 | 19-04-2026 |
| 9 | Обстановка на улицах немецкого Бранденбурга | 0 | 10 | 25-08-2026 |
| 10 | Nachtschicht in Schwäbisch Gmünd: wie ein Zeitungszusteller die Arbeit meistert | 0 | 6.78 | 24-07-2026 |