Das Decathlon Btwin F900E Box im Test: Für wen sich das E-Lastenrad lohnt – und wie ihr mit diesem Deal sogar 700 Euro spart.
PR/Business Insider
Das Decathlon Btwin F900E Box transportiert bis zu 115 Kilogramm in seiner großen Frontbox und kostet aktuell 3599 Euro bei Decathlon.
Im Test überzeugten uns vor allem das überraschend geschmeidige Fahrverhalten, der hohe Komfort und der kleine Wendekreis.
GPS-Ortung und App-Funktionen sind im ersten Jahr kostenlos – anschließend verlangt Decathlon zwei Euro pro Monat.
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Ein großer Einkauf, Getränkekisten oder sperriges Equipment: Vieles, wofür wir sonst das Auto nehmen würden, passt beim Decathlon Btwin F900E Box in die Cargokiste. Trotz seiner Länge und seines hohen Gewichts fährt sich das E-Lastenrad überraschend geschmeidig, wie wir in unserem Alltagstest festgestellt haben. Schon nach kurzer Eingewöhnung fühlt es sich deutlich weniger sperrig an, als die Abmessungen vermuten lassen.
Das F900E Box ist die Transportvariante des F900E Family. Statt hoher Seitenwände, Sitzbänken und Regenverdeck besitzt das Modell eine offene, niedrigere Frontbox. Dadurch ist es 16 Kilogramm leichter und kostet weniger als das Familienmodell. Zum Testzeitpunkt ist das Lastenrad bei Decathlon von 4299 Euro auf 3599 Euro reduziert.
Im Alltag haben wir das F900E Box sowohl ohne Ladung als auch mit Einkäufen und schwererem Equipment gefahren. Dabei ging es uns nicht allein darum, wie viel in die Box passt. Entscheidend waren vor allem das Fahrgefühl, der Komfort auf sandigen Wegen oder Kopfsteinpflaster, das Anfahren mit Last, der Wendekreis, die Bremsleistung und die Frage, wie gut sich ein 2,59 Meter langes Fahrrad im Alltag handhaben lässt.
Bei einem sogenannten Long John ist die erste Fahrt etwas ungewohnt. Das Vorderrad liegt weit vor dem Lenker und reagiert daher anders als bei einem normalen Fahrrad. Beim F900E Box ging die Umgewöhnung allerdings recht schnell. Das Rad vermittelt rasch ein stabiles Gefühl und lässt sich dadurch erstaunlich selbstverständlich fahren.
Das Fahrgefühl ist die größte Stärke
Kristina Baum/Business Insider
Besonders gut hat uns gefallen, wie geschmeidig sich das F900E Box fährt. Der Brose-Mittelmotor arbeitet mit einem Drehmomentsensor. Er misst, wie stark ihr in die Pedale tretet, und passt die Unterstützung entsprechend an. Dadurch setzt die Motorleistung nicht plötzlich ein, sondern baut sich gleichmäßig auf.
Das fällt vor allem beim Anfahren auf. Selbst mit Ladung kommt das Rad kontrolliert in Bewegung, ohne unangenehm nach vorne zu schieben. In Eco unterstützt der Motor vergleichsweise zurückhaltend. Tour ist für die meisten Alltagsfahrten gut abgestimmt, während Sport beim Anfahren mit viel Gewicht oder an Steigungen deutlich mehr Kraft bereitstellt. In der höchsten Stufe erhöht der Motor die eingebrachte Pedalkraft laut Decathlon um bis zu 410 Prozent.
Die Shimano-Nexus-Nabenschaltung besitzt fünf Gänge. Für ein Lastenrad, das vor allem in der Stadt oder auf überschaubaren Strecken eingesetzt wird, reicht diese Abstufung aus. Zudem kann bei einer Nabenschaltung auch im Stand heruntergeschaltet werden. Das ist hilfreich, wenn ihr an einer Ampel im zu hohen Gang angehalten habt.
Überraschend hoher Komfort auf unebenen WegenMit 50 Kilogramm ist das F900E Box kein leichtes Fahrrad. Während der Fahrt fühlt es sich jedoch weniger schwerfällig an, als man beim Anschieben denken würde. Dazu tragen die Rahmenabstimmung, die breiten Reifen und die Federgabel mit 50 Millimetern Federweg bei.
Pflastersteine, kleinere Schlaglöcher und unebene Radwege werden spürbar abgefedert. Auch ohne Ladung fährt sich das Rad nicht unangenehm hart. Mit etwas Gewicht in der Box liegt es noch ruhiger auf der Straße. Die aufrechte Sitzposition, der höhenverstellbare Vorbau und die ergonomischen Griffe erhöhen den Komfort zusätzlich.
Eine vollgefederte Konstruktion ist das F900E Box allerdings nicht. Starke Kanten und tiefe Schlaglöcher bleiben bemerkbar. Die Federung ist eher für typische Unebenheiten auf Stadt- und Landstraßen als für schlechte Waldwege gedacht.
Die Seilzuglenkung ermöglicht einen kleinen WendekreisKomfortabel ist auch die Lenkung. Das Vorderrad wird nicht über eine starre Lenkstange, sondern über ein Doppelzugsystem aus rostfreiem Stahl angesteuert. Dadurch kann das Vorderrad weit eingeschlagen werden. Im Test machte sich das durch einen überraschend engen Wendekreis bemerkbar. Das hilft beim Rangieren im Hof oder beim Drehen auf schmaleren Wegen. Wunder kann das System dennoch nicht vollbringen. Enge Kellertreppen oder schmale Fahrradboxen bleiben angesichts der Länge und des Gewichts problematisch. Wenn ihr das Rad regelmäßig durch eine Tür, ein Tor oder einen Fahrradschuppen bewegen müsst, solltet ihr den verfügbaren Platz vorher genau ausmessen. Für Steigungen und kleinere Kanten gibt es einen Walk-Modus. Haltet ihr im Eco-, Tour- oder Sport-Modus die Plus-Taste gedrückt, unterstützt der Motor beim Schieben.
Die Frontbox fasst 105 Liter
Decathlon
Die offene Box besteht aus Sperrholz und fasst laut Hersteller 105 Liter. Sie ist 62 Zentimeter breit und 31 Zentimeter hoch. Durch das unter der Box liegende Akkufach ist der Innenraum abgestuft: Oben beträgt die nutzbare Länge etwa 92 Zentimeter, im Bereich des Akkufachs 73 Zentimeter und am Boden 55 Zentimeter.
Diese Form ist bei Getränkekisten, Taschen oder Arbeitsmaterialien zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Gleichzeitig kann die Erhöhung über dem Akku genutzt werden, um kleinere Gegenstände getrennt abzulegen. Öffnungen in der Box ermöglichen es euch, Gurte, Spanngummis oder eine Abdeckung zu befestigen.
Bis zu 115 Kilogramm dürfen vorne transportiert werden. Hinzu kommen bis zu 27 Kilogramm auf dem Heckträger. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 250 Kilogramm. Nach Abzug der 50 Kilogramm Fahrradgewicht bleiben somit höchstens 200 Kilogramm für Fahrer und sämtliche Ladung zusammen.
Ein abschließbarer Deckel gehört nicht zum Lieferumfang. Wertvolles Equipment sollte daher nicht unbeaufsichtigt in der Box bleiben. Wir haben uns eine wetterfeste Abdeckung für das gesamte Rad besorgt, um es auch vor der Witterung zu schützen.
Keine Personen in der vorderen BoxTrotz der hohen Traglast darf die Box-Version vorne nicht für den Personentransport genutzt werden. Sie besitzt weder Sitzbank noch Gurte und unterscheidet sich in diesem Punkt deutlich vom F900E Family. Ein Kindersitz kann lediglich auf dem bis 27 Kilogramm belastbaren Heckträger montiert werden.
Die Scheibenbremsen müssen eingebremst werdenFür ein schweres Lastenrad sind gute Bremsen unverzichtbar. Decathlon verbaut hydraulische Tektro-MH535-Scheibenbremsen mit vier Kolben und 180 Millimeter großen, 2,3 Millimeter starken Bremsscheiben. Auf den ersten Fahrten steht die volle Bremsleistung jedoch noch nicht zur Verfügung. Bremsbeläge und Bremsscheiben müssen sich zunächst aufeinander einspielen. Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden.
Laut Decathlon-Support sollten Vorder- und Hinterradbremse mit ungefähr 20 sanften Bremsvorgängen auf Schrittgeschwindigkeit eingebremst werden. Das erledigt ihr am besten einzeln auf einer ebenen, trockenen und verkehrsfreien Strecke. Vermeidet dabei dauerhaftes Schleifenlassen der Bremsen. Andernfalls können die Beläge überhitzen und „verglasen“, wodurch die Bremsleistung sinkt. Erst danach sollte das Rad voll beladen oder auf anspruchsvolleren Strecken gefahren werden.
Akku und Reichweite
Decathlon
Der herausnehmbare Akku besitzt eine Kapazität von 630 Wattstunden. Er sitzt geschützt unter dem Boden der Box und kann entweder am Fahrrad oder extern geladen werden. Das mitgelieferte Vier-Ampere-Ladegerät benötigt laut Decathlon rund vier Stunden für eine vollständige Ladung. Bei einem komplett leeren Akku kann es laut Supportseite bis zu fünf Stunden dauern.
Decathlon nennt bis zu 80 Kilometer im Eco-Modus, 65 Kilometer in Tour und 50 Kilometer in Sport. Grundlage dafür sind ein 80 Kilogramm schwerer Fahrer und eine relativ flache Strecke. Mit hoher Zuladung, häufigen Steigungen, niedrigen Temperaturen oder zu geringem Reifendruck fällt die Reichweite allerdings kürzer aus.
GPS-Ortung und App kosten später zwei Euro monatlichDas F900E Box besitzt ab Werk ein vernetztes Modul mit GPS, 4G, WLAN und Bluetooth. Über die Decathlon-Geocover-App könnt ihr den Standort des Fahrrads abrufen und euch bei ungewöhnlichen Bewegungen benachrichtigen lassen. Zusätzlich zeigt die App unter anderem gefahrene Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit, Kalorienverbrauch und rechnerisch vermiedene CO₂-Emissionen an.
Im ersten Jahr ist der Dienst kostenlos. Die Gratisphase beginnt mit der ersten erfolgreichen Verbindung zwischen Fahrrad und App. Danach kostet das Abonnement zwei Euro pro Monat und kann ohne Mindestlaufzeit gebucht werden. Ohne Abo stehen die vernetzten Funktionen einschließlich der Ortung nicht weiter zur Verfügung.
Decathlon
Die Ortung ersetzt dennoch kein massives Fahrradschloss. Serienmäßig besitzt das Rad ein Rahmenschloss, das das Hinterrad blockiert. Es lässt sich um eine separat erhältliche Einsteckkette ergänzen, mit der ihr das Rad an Fahrradständern oder Straßenlaternen sichern könnt.
Licht, Display und weitere AusstattungDas Farbdisplay zeigt dauerhaft Uhrzeit, Akkustand und Unterstützungsmodus. Zusätzlich könnt ihr Geschwindigkeit, Tagesstrecke, Trittfrequenz und die berechnete Restreichweite einblenden. Die Beleuchtung wird über den Fahrradakku versorgt. Vorne sitzt ein 30-Lux-Scheinwerfer. Das Rücklicht besitzt einen Verzögerungssensor und leuchtet beim Abbremsen heller. Reflektorstreifen an den Reifen verbessern die seitliche Sichtbarkeit.
Der breite Doppelständer hält das Rad beim Be- und Entladen stabil. Stellt ihr einen Fuß davor, macht ihr euch fahrbereit, steigt ihr dagegen auf den Ständer, bockt ihr das E-Lastenrad auf. Beides funktioniert ohne großen Kraftaufwand, was im Alltag besonders positiv auffällt.
Lohnt sich das Decathlon Btwin F900E Box?Das Decathlon Btwin F900E Box kombiniert eine hohe Zuladung mit einem erstaunlich angenehmen Fahrverhalten. Der kräftige Brose-Motor unterstützt gleichmäßig, die Federgabel schluckt viele Unebenheiten und die Seilzuglenkung macht das lange Fahrrad wesentlich wendiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Gerade dieses geschmeidige und komfortable Fahrgefühl war im Test seine größte Stärke.
Auch die Ausstattung fällt für aktuell 3599 Euro umfangreich aus. Vierkolbenbremsen, Nabenschaltung, stabiler Gepäckträger, Walk-Modus, Bremslicht, Rahmenschloss und GPS-Modul sind bereits vorhanden. Die offene Box eignet sich gut für Einkäufe, Getränkekisten und sperriges Equipment.
Gegen das Rad sprechen vor allem das hohe Gewicht, die große Stellfläche und die fehlende abschließbare oder wetterfeste Boxabdeckung. Die monatlichen Kosten für die Ortung nach dem ersten Jahr sollten ebenfalls einkalkuliert werden. Für Haushalte, die regelmäßig viel transportieren und genügend Platz zum Abstellen haben, ist das F900E Box aus unserer Sicht dennoch ein überzeugendes E-Lastenrad.
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