Wer Fortuna risikoarm strapazieren möchte, kann das mit ein paar neuen Würfelspielen tun. Zum Glück geht es dabei nicht nur ums Glück.
»Parks – Würfeln & Wandern«
Diana Doert / DER SPIEGEL
Was machen wir hier?
Wir packen unseren Rucksack, schnüren die Wanderschuhe und gehen los. Passend zu unserem Ausflug bekommen alle Mitwanderer ein Logbuch und einen Stift. Auf dem Tisch liegt unsere Wanderkarte, welche die verschiedenen Stationen unserer gemeinsamen Würfelreise zeigt, außerdem eine Reihe Würfel mit verschiedenen Symbolen. Zusätzlich suchen wir uns von einem der Nationalparks eine der Parkkarten aus. Jetzt starten wir unseren Ausflug, der aus drei Wanderungen mit je einer Tag- und einer Nachtphase besteht.
Bei jedem Zug wählen wir einen der ausliegenden Würfel und versuchen, durch geschicktes Ankreuzen in unserem Logbuch die schönsten Erlebnisse auf der Wanderung zu sammeln. Dabei sollten wir unsere Wasservorräte nicht aus den Augen verlieren. Ist unsere Wandergruppe am Ende des Trails angekommen, werden Punkte gezählt.
Wer spielt das gern?
Neben Fans des ausgesprochen schönen Spielmaterials kommen auch Würfelfreunde auf ihre Kosten. Die Idee, dass man zwar gemeinsam wandert, aber jeder eigene Erlebnisse sammelt, ist ausgesprochen hübsch. Auf der Homepage des Verlages gibt es zusätzliche Spielpläne zum Ausdrucken, in den vier Logbüchern ist Platz für ca. 30 Spielrunden.
Feuerland; 1 – 4 Spieler:innen; ab 10 Jahren; Autor: Henry Audubon und Mattox Shuler
»Der Hobbit – Hin und zurück«
Diana Doert / DER SPIEGEL
Was machen wir hier?
Nachdem wir uns in den Parks warmgelaufen haben, sind wir bereit für ein größeres Abenteuer. Bilbo Beutlin muss erneut mit seinen Freunden auf seine aufregende Reise durch Mittelerde gehen, dieses Mal aber mit Würfeln und Stiften bewaffnet. Dazu bekommen alle ein eigenes Buch, das mit acht Doppelseiten die wichtigsten Stationen der Reise mit je einem eigenen abwischbaren Spielplan abbildet.
Auf der ersten Doppelseite beginnen wir damit, dass Gandalf und die Zwerge den Weg nach Beutelsend finden müssen. Mithilfe von Würfelergebnissen können wir Wege auf dem Spielplan einzeichnen. Dabei dürfen nicht vergessen, sowohl Gandalf als auch ausreichend Proviant mitzunehmen. Wer am Kapitelende die meisten Punkte hat, gewinnt. Wer mag, kann alle acht Kapitel nacheinander spielen und so eine Gesamtsiegerin ermitteln.
Wer spielt das gern?
Menschen, die Lust haben, die Reise von Bilbo und seinen Freunden nachzuspielen, sind hier genau richtig. Die acht Spielpläne sind thematisch an die Abenteuer aus dem Buch angelehnt und werden nach und nach anspruchsvoller. Das Spielmaterial ist ausgesprochen wertig, die kleinen Kapitelüberschriften und Illustrationen passen hervorragend zum Thema.
Office Dog; 1 – 4 Spieler:innen; ab 10 Jahren; Autor: Reiner Knizia
»Daydream«
Diana Doert / DER SPIEGEL
Was machen wir hier?
Nach diesen langen und abenteuerlichen Ausflügen haben wir uns eine Pause verdient. Dazu vielleicht ein bisschen ruhige Musik, eine Tasse heißen Kaffee, eine schnurrende Katze auf dem Schoß und zwei Würfel.
In »Daydream« spielen wir ganz entspannt vor uns hin. Wir tragen bei jedem Zug zwei Würfelergebnisse auf dem gemütlichen Wohnzimmer-Spielbrett ein und versuchen dabei möglichst viele Gegenstände auf den Regalen einzukreisen. Den Spielplan kann man falten und je nachdem, wie wir das tun, entstehen unterschiedliche Kombinationen und man erhält unterschiedlich schwierige Spielpläne. Diese werden immer anspruchsvoller, wobei sich an dem einfachen Spielprinzip wenig ändert.
Wer spielt das gern?
»Daydream« ist ein sehr belohnendes, unaufgeregtes und gleichzeitig hübsches Würfelspiel mit Sudoku-Charakter. Weder kann man seinen Mitspielerinnen etwas wegnehmen, noch muss man sich groß mit negativen Konsequenzen der eigenen Spielentscheidungen herumärgern. Man spielt es ganz wunderbar ungestört vor sich hin. Sogar eine eigene Playlist mit passender Hintergrundmusik wird mitgeliefert. Wer in aller Ruhe ein Würfelspiel mit toller Optik genießen will, kann schon mal eine große Tasse Kaffee aufbrühen.
Disto studio; 1 – 5 Spieler:innen; ab 8 Jahren, Autoren: Anthony Perone und Benoit Turpin
»Next Station«
Was machen wir hier?
Derart ausgeruht haben wir jetzt die nötige Energie, um ein neues U-Bahn-Netz zu bauen. Dabei haben wir die Wahl aus drei verschiedenen Grundspielen, die sich vom Spielmechanismus nur leicht unterscheiden.
Bei allen Varianten bekommt jede U-Bahn-Architektin ihren eigenen Plan. Auf diesem gibt es eine ganze Reihe von U-Bahn-Stationen mit geometrischen Figuren: Dreieck, Viereck, Kreis und Fünfeck. In jeder der vier Spielrunden suchen wir uns eine der vier farbigen U-Bahn-Stationen aus und nehmen den farblich dazu passenden Buntstift. Nun wird immer eine Karte aufgedeckt, die angibt, welche U-Bahn-Station wir mit dem Stift als Nächstes ansteuern und einzeichnen dürfen. So entsteht schnell ein schöner Netzplan. Punkten können wir durch Reichweite, Knotenpunkte und Netzdichte. Wenn wir es schaffen, noch ein paar Sehenswürdigkeiten anzusteuern, winken Bonuspunkte. Wer am geschicktesten geplant hat und die meisten Punkte einfahren konnte, gewinnt.
Wer spielt das gern?
»Next Station« sind Spiele für schnelle Tüftler. Nach ein paar Runden weiß man, welche Strategien Punkte bringen und kann die Erweiterungen ausprobieren. Da ein Spiel selten länger als 20 Minuten dauert, fängt man gern noch eine Baurunde an.
Pegasus; 1 – 4 Spieler:innen; ab 8 Jahren; Autor: Matthew Dunstan
»Locus«
Diana Doert / DER SPIEGEL
Was machen wir hier?
Wem U-Bahn-Netze nicht abstrakt genug sind, kann sich an »Locus« probieren. Hier bauen wir auf unserem Spielbogen Tetris-Figuren möglichst effektiv ein, um Boni und Punkte zu sammeln und so den Sieg zu erspielen. Bei jeder Runde werden Karten mit Figuren aufgedeckt. Reihum dürfen sich alle eine Form aussuchen und entsprechend der Farbe auf dem dazu passenden Bereich des Spielbogens eintragen.
Dabei kommt man in jedem dieser Bereiche unterschiedlich an die begehrten Punkte. Muss man im blauen Bereich möglichst weit oben Kästchen ankreuzen, gilt es im gelben Bereich viele vollständig ausgefüllte Reihen zu markieren. Immer aber gibt es jede Menge Boni und Optionen, noch ein paar Kästchen mehr anzukreuzen.
Wer spielt das gern?
Das schlichte, aber extrem belohnende Spiel ist wunderbar zum Zwischendurchspielen geeignet. Man kann sich dabei gemütlich unterhalten oder solo vor sich hindaddeln. Da man einen Bonus nach dem anderen freispielt, entstehen Kettenreaktionen, durch die man ein Feld nach dem anderen ankreuzen kann. Wer sich ungern ärgert und auch die Mitspieler:innen lieber in Ruhe lässt, verbringt hier eine schöne Spielzeit.
Tucker’s Fun Factory; 1 – 5 Spieler:innen; ab 8 Jahren; Autor: Stan van Rooijen
»Panda Royale«
Diana Doert / DER SPIEGEL
Was machen wir hier?
Wir horten Würfel. Davon gibt es bei »Panda Royale« mehr als einhundert in sieben Farben. Während wir zu Beginn mit einem einzelnen recht mickrig wirkenden gelben Würfel starten, werden es in jeder der zehn Runden mehr und mehr.
Nachdem alle mit einem Wertungsblatt ausgestattet worden sind und einen gelben Würfel bekommen haben, kann es losgehen. In der ersten Runde gibt es noch nicht viel zu tun. Wir würfeln unseren einsamen Würfel und tragen das Ergebnis ein. Wer den höchsten Wert erzielt, bekommt den Panda-Token. Wer die niedrigste Gesamtsumme erwürfelt, bekommt für die nächste Runde den rosa Mitleidswürfel.
Jetzt darf die Person mit dem Panda-Token so viele neue Würfel aus dem Beutel ziehen, bis ein Würfel mehr auf dem Tisch liegt, als es Mitspielende gibt. Beginnend mit dem Panda-Token-Spieler dürfen sich nun alle einen der Würfel aussuchen, wobei sich die Reihenfolge nach dem Würfelergebnis richtet.
Das könnte simpel sein, gäbe es nicht so viele Möglichkeiten, mit den Würfelfarben zu punkten. So verdoppeln lila Würfel ihre Punkte, wohingegen durchsichtige Würfel einen Tausch mit Würfeln der Mitspieler erlauben. Zudem kommen die Würfel noch mit unterschiedlich vielen Seiten daher. Die grünen etwa haben immer 20 Seiten, die Mitleidswürfel zwölf, die roten zwischen sechs und acht.
Wer spielt das gern?
»Panda Royale« ist ein Würfelspiel für bis zu zehn Spielerinnen, bei dem man das eigene Glück zwar nicht erzwingen, aber immerhin etwas manipulieren kann. Das ist auf jeden Fall ein ordentliches Stück spannender als Kniffel. Wenn man dann noch anfängt, den anderen die begehrtesten Würfel vor der Nase wegzuschnappen, wird es sogar ein bisschen fies.
Spiel das!; 2 – 10 Spieler:innen; ab 8 Jahren, Autor:innen: Nate und Jake Jenne
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