Lieber aktiv gemanagte Fonds oder grüne ETF? Unser Test nachhaltiger Fonds und ETF zeigt, was besser ist und mehr Renditechancen hat. Musterdepots helfen bei der Auswahl.
Nur weil Rüstungsaktien boomen, heißt das nicht, dass nachhaltige Geldanlage keinen mehr interessiert. Knapp 750 Milliarden Euro lagen laut Fondsverband BVI Ende Juni 2025 in Publikumsfonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Unser Test von mehr als 1 200 Fonds und ETF zeigt Ihnen, wie nachhaltig Anlageprodukte wirklich sind.
26.3.26: Frische Finanzdaten
Grüne Fonds und ETF sollen nicht nur nachhaltig sein, sondern sich auch lohnen. Wir haben daher für unseren Nachhaltigkeitstest aus 10/25 die PDF-Zusatzinformation mit den untersuchten Fonds und ETF aktualisiert: Sie finden dort die aktuellen Bewertungen des Anlageerfolgs sowie ein Update der Renditezahlen. Die Nachhaltigkeitsdaten haben wir nicht neu erhoben.
Neu ist: Wir zeigen nicht nur die besten Fonds, sondern auch, wie Sie mit ihnen ein Depot aufbauen können. Dazu stellen wir zwei nachhaltige Musterdepots vor: ein dunkelgrünes für Anleger, die Wert auf strenge Nachhaltigkeit legen, und ein grünes Pantoffel-Portfolio – die bequeme, auf ETF beruhende Anlagestrategie der Stiftung Warentest. Wer sich ein nachhaltiges Portfolio zusammenstellen möchte, findet im Test die besten Fonds und ETF dafür.
Die Stiftung Warentest hat 1203 Nachhaltigkeitsfonds untersucht. Unsere Tabelle hilft Ihnen, das zu Ihren Anlagekriterien passende Produkt zu finden. Die Testsieger und die passenden Fonds und ETF für unsere Musterdepots in Tabellenform finden Sie im PDF des Testberichtes von Stiftung Warentest Finanzen 10/25. In der Zusatz-PDF finden Sie aktuelle Finanzdaten zu den Fonds.
Wir geben Ihnen Tipps zum Aufbau eines nachhaltigen Portfolios. Sie haben die Wahl zwischen zwei Varianten: einem „dunkelgrünen Portfolio“ mit streng nachhaltigen Fonds und dem etwas weniger strengen „grünen Pantoffel-Portfolio“ (die von uns entwickelte Anlagestrategie heißt so, weil sie sehr bequem ist). Sie erfahren, welche Renditen nachhaltige Titel erzielt haben und wo Sie unsere Testsieger und andere geeignete Nachhaltigkeitsfonds kaufen können.
Nach dem Freischalten erhalten Sie den Heftartikel aus Stiftung Warentest Finanzen 10/25 zum Download. Außerdem können Sie sich eine ausführliche Übersicht über eine größere Auswahl der getesteten Fonds und ETF herunterladen. Sie ist mit neuen Daten zu Anlageerfolg und Rendite aktualisiert.
Nachhaltige Fonds und ETF Grün anlegen in zwei Varianten freischalten
Wir haben Fonds aus sieben Fondsgruppen untersucht.
Erneuerbare-Energien-ETF und -Fonds sowie Fonds aus den Gruppen Aktien Umwelt&Klima sowie Aktien Wasser (Welt) haben wir auf die Einhaltung unserer nachhaltigen Mindestkriterien überprüft.
So finden Sie nachhaltige ETF und ethisch-ökologische FondsUnter den untersuchen Fonds sind Klassiker wie der GLS Bank Aktienfonds, der Green Effects NAI-Werte Fonds, der Ökoworld Ökovision oder der terrAssisi Aktien. Auch grüne ETF sind dabei. Wenn Sie den Test freischalten, erfahren Sie, wer die Testsieger sind und wie nachhaltige ETF im Test abgeschnitten haben.
Das Notenspektrum reicht von fünf Punkten für die besten bis einem Punkt für die schlechtesten Fonds aus dem Test. Unsere Tabellen zeigen, welche Kriterien die ethisch-ökologischen Fonds beachten. So sind zum Beispiel die Ausschlusskriterien einzeln aufgelistet. Sie erkennen auf einen Blick, welche Fonds Ihren Vorstellungen von Nachhaltigkeit am besten entsprechen.
Tipp: Wollen Sie einfach nur die Ergebnisse bestimmter Fonds anschauen, schalten Sie direkt den Fondsfinder frei. Dort finden Sie ebenfalls die Nachhaltigkeitskriterien, dazu die aktuelle Bewertung des Anlageerfolgs sowie die laufenden Rendite- und Risikokennzahlen. Sie können sich Fonds mit überprüftem Nachhaltigkeitsansatz auch direkt anzeigen lassen. Zudem erfahren Sie dort für jeden der 701 Fonds, die an unseren Mindestkriterien gescheitert sind, woran es jeweils lag.
Wie wir getestet habenUnser Test in Zahlen. Wir haben 1203 Fonds als potenziell nachhaltig identifiziert und sie durch ein Vorab-Screening geschickt. Dabei schauen wir, ob die Fonds gegen essenzielle Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Nur wer die Eingangshürde überstand, bekam von uns einen mehrseitigen Fragebogen mit mehr als 100 Fragen. Insgesamt haben wir bei 183 Anbietern für 502 Fonds Daten angefragt. 134 Fonds konnten wir im Detail auswerten. 90 Anbieter haben bei der Untersuchung nicht mitgemacht (Liste der Verweigerer). In den beiden PDF zu diesem Beitrag zeigen wir die Fonds und ETF in Tabellenform – einmal bekommen Sie eine Tabelle mit den Fonds und ETF, die sich am besten für unsere Musterportfolios eignen. Zum anderen erhalten Sie eine ausführliche Übersicht über die getesteten Fonds und ETF.
So kommt die Nachhaltigkeitsnote zustande. Das größte Gewicht legen wir auf die Ausschlusskriterien – nicht nur die Umwelt ist dabei wichtig. Geprüft haben wir auch, wie konsequent Anbieter bei der Auswahl der Titel vorgehen und welche Methoden sie dabei anwenden (So haben wir getestet). Für die Bewertung von Rentenfonds mit Staatsanleihen haben wir eigens ein ESG-Länderrating entwickelt.
Wie Sie Greenwashing vermeiden
Nachhaltige Geldanlage ist weit mehr als der Ausschluss umstrittener Branchen und Firmen: Mit dem Kauf bestimmter Aktien wollen die Fonds auch gezielt umweltfreundliche Projekte oder soziale Anliegen fördern. Viele Fondsanbieter engagieren sich darüber hinaus auf Hauptversammlungen und im direkten Dialog, um die Unternehmen zur Änderung überholter Geschäftsmodelle zu bewegen. Mithilfe unseres Tests können Sie die Fonds daraufhin abklopfen, auf welche Kriterien sie achten, und so zu einem Investment kommen, das Sie nicht enttäuscht.
Nachhaltige Fonds sollten nicht nur ethische, soziale und ökologische Kriterien beachten, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Wenn Sie den Test freischalten, sehen Sie einen ausführlichen Renditevergleich für alle untersuchten Fondsmärkte. Im Marktvergleich können nachhaltige Fonds und ETF durchaus mit ihren nicht-grünen Konkurrenten mithalten. Bei den strengsten Nachhaltigkeitsfonds hat es zuletzt allerdings meist nicht so gut geklappt. Die Grafik zeigt am Beispiel des MSCI World Index im Vergleich mit dem nachhaltigen MSCI World SRI, dass sich nachhaltige Werte nicht hinter den klassischen verstecken müssen.
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Bislang gibt es keine einheitliche Definition dafür, was ein nachhaltiger Fonds ist. Das verwirrt viele Anlegerinnen und Anleger und hält nicht wenige davon ab, nachhaltig anzulegen – obwohl sie es gerne würden. Mit der Nachhaltigkeitsbewertung der Stiftung Warentest finden Sie heraus, welche Fonds und ETF Ihren Vorstellungen entsprechen. Sie können so gut vorbereitet zum Beratungsgespräch gehen oder Ihren Wunschfonds selbst kaufen.
Tipp: Wenn Sie sich in das Thema vertiefen wollen, empfehlen wir Ihnen unser neues Buch Grüne Fonds und ETF: Nachhaltig investieren leicht gemacht.
Im Test: Wir haben 1 075 Fonds aus den Gruppen Aktien Welt, Aktien Europa, Aktien Deutschland und Aktien Schwellenländer sowie 133 Rentenfonds aus den Gruppen Staatsanleihen Euro und Staats- und Unternehmensanleihen Euro als potenziell nachhaltig identifiziert. Entweder die Anbieter haben den Fonds selbst als nachhaltig beschrieben oder sie haben den Fonds nach Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft. Hinzu kommen vier Fonds aus der Gruppe Staatsanleihen Deutschland.
Die Fonds haben wir einem Vorab-Screening unterzogen. Den Anbietern der Fonds, die es bestanden haben, haben wir einen Fragebogen geschickt. Für 134 Fonds konnten wir eine vollständige Nachhaltigkeitsbewertung erstellen.
Bildet ein Fonds einen Index ab, so kam er für den Test nur infrage, wenn er im Index enthaltene Aktien kauft, also physisch repliziert. Ausgeschlossen von der Prüfung der Nachhaltigkeit haben wir Fonds, die einen Index synthetisch replizieren. Hierbei werden andere Aktien als die im Index enthaltenen gekauft und die Wertentwicklung des Index mittels eines Swaps, also eines Tauschgeschäfts, sichergestellt.
Zunächst werfen wir mithilfe des Prüfinstituts The Value Group und der Daten des Indexanbieters MSCI einen Blick in die Fonds. Wir schauen in einem zweistufigen Verfahren, ob sie gegen essenzielle Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. In der ersten Stufe identifizieren wir sehr schwere Verstöße, in der zweiten Stufe schwere Verstöße gegen unsere Ausschlusskriterien. Fonds, die im Vorab-Screening scheitern, bekommen nur einen Nachhaltigkeitspunkt und scheiden aus dem weiteren Testverfahren aus.
Stufe 1 des Vorab-Screenings
Wir prüfen die Fondsportfolios auf sehr schwere Verstöße gegen unsere Nachhaltigkeitskriterien. Wir schauen ob die Fonds in Unternehmen investieren...
Fonds, die die Stufe 1 nicht bestehen, screenen wir aber noch in Stufe 2, um sie auf sämtliche uns wichtigen Ausschlusskriterien abzuklopfen. Sie können aber nicht mehr als einen von fünf möglichen Punkten erhalten.
Stufe 2 des Vorab-Screenings
Wir prüfen die Fondsportfolios auf schwere Verstöße gegen unsere Nachhaltigkeitskriterien. Wir schauen ob die Fonds in Unternehmen investieren...
... mit allen Arten von fossilen Brennstoffreserven. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn der Anteil solcher Unternehmen am Portfolio mehr als 5 Prozent beträgt.
... mit Umsätzen aus fossilen Brennstoffen. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn der gewichtete Durchschnitt der Einnahmen aller Emittenten aus fossilen Brennstoffen mehr als 5 Prozent beträgt (einschließlich Gewinnung, Raffination und Stromerzeugung).
... mit Umsätzen aus Kohlegeschäften. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn der Fonds in Unternehmen investiert ist, die mehr als 5 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Abbau von thermischer Kohle, dem Verkauf an externe Parteien oder der Stromerzeugung erzielen.
... aus der Kernenergiebranche. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn Unternehmen im Portfolio sind, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit der Produktion von Kernkraftwerken erzielen oder – bei Lieferanten – die mehr als 15 Prozent ihres Umsatzes mit der Belieferung von Kernkraftwerken erzielen.
... die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit der Produktion grüner Gentechnik erzielen. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn solche Unternehmen im Portfolio enthalten sind.
... die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit der Herstellung von Pornografie erzielen oder die mehr als 15 Prozent mit dem Handel oder dem Vertrieb von Pornografie erzielen. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn solche Unternehmen im Portfolio enthalten sind.
... die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit Glücksspiel erzielen oder – bei deren Dienstleistern – die mehr als 15 Prozent ihres Umsatzes mit Dienstleistungen für Glücksspiel erzielen. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn solche Unternehmen im Portfolio enthalten sind.
... aus dem Waffensektor. Wir werten es als schweren Verstoß, wenn Unternehmen im Portfolio sind, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit der Produktion ziviler Schusswaffen und konventionellen Waffen erzielen. Außerdem gilt es als schwerer Verstoß, wenn die Fonds in Unternehmen investieren, die mehr als 15 Prozent ihres Umsatzes mit dem Handel ziviler Schusswaffen erzielen. Die Umsatzgrenze von 15 Prozent gilt ebenfalls für Lieferanten und Dienstleister im Bereich der konventionellen Waffen.
Fonds, die unser Vorab-Screening nicht bestanden haben, bewerten wir mit einem Punkt. Sie scheiden aus dem weiteren Testverfahren aus.
Branchenfonds im Vorab-Screening
Ebenfalls dem Vorab-Screening unterzogen haben wir Fonds aus den Gruppen Aktien Umwelt&Klima (Welt), Aktien Neue Energien (Welt) und Aktien Wasser (Welt). Die Ergebnisse finden Sie in unserer Fondsdatenbank. Wir haben die Fonds nicht bewertet, es jedoch mit einer Fußnote gekennzeichnet, wenn ein Fonds das Vorab-Screening bestanden/nicht bestanden hat.
Unser Vorab-Screening für Staatsanleihen
Ebenfalls durch das Vorabscreening fielen Fonds, die Anleihen von Staaten besitzen,
Wir werten diese als sehr schwere Verstöße.
Wir messen den Anlageerfolg der Fonds anhand des Chance-Risiko-Verhältnisses. Die monatlich aktualisierten Ergebnisse veröffentlichen wir in unserer großen Fondsdatenbank. Wir erläutern dort zudem Details zum Fondsrating.
So bewerten wir die NachhaltigkeitDen Anbietern der Fonds, die das Vorab-Screening bestanden haben, haben wir einen Fragebogen geschickt. Für 134 Fonds und ETF haben wir eine vollständige Nachhaltigkeitsbewertung erstellt. Nachhaltigkeitspunkte haben wir an insgesamt 1 457 Fonds vergeben und unsere große Fondsdatenbank entsprechend aktualisiert. Die Nachhaltigkeitsbewertung der Stiftung Warentest bezieht sich auf den gesamten Auswahlprozess der Fonds. Schwerpunkt der Gesamtnote sind die Ausschlusskriterien.
Die Bewertung für die Nachhaltigkeit lautet wie folgt:
fünf Punkte – Sehr hoch
vier Punkte – Hoch
drei Punkte – Mittel
zwei Punkte – Niedrig
ein Punkt– Sehr niedrig
Die Bewertung von Aktienfonds
Die Nachhaltigkeitsbewertung setzt sich zusammen aus der Bewertung der Ausschlusskriterien und der weiteren Auswahlkriterien, etwa welche Auswahlstrategien der Fondsanbieter verfolgt, wie streng er bei der Auswahl der Aktien vorgeht oder ob er einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat einsetzt (siehe unten). Die Bewertung der Ausschlusskriterien macht 50 Prozent an der Gesamtnote aus.
Die Bewertung von Rentenfonds
Die Nachhaltigkeitsbewertung setzt sich zusammen aus den Bewertungen für Staatsanleihen und – sofern im Portfolio – für Unternehmensanleihen. Die Note wird anteilig berechnet. Die Bewertung der Staatsanleihen ergibt sich hauptsächlich aus dem ESG-Länderrating und der Bewertung der Ausschlusskriterien für Staaten (siehe unten). Das Länderrating umfasst die Scores für Umweltbelange, Soziales und Staatsführung. Die Bewertung der Unternehmensanleihen ergibt sich aus der Bewertung der Ausschlusskriterien, den Auswahlstrategien sowie der Strenge der Auswahl (siehe unten).
In unsere Bewertung fließen 29 Ausschlusskriterien ein:
Um die volle Punktzahl zu erreichen, durfte ein Fonds nur in Unternehmen investieren, die höchstens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Geschäften machen, die gegen die Ausschlusskriterien des Fonds verstoßen, bis zur Grenze von 10 Prozent gab es die halbe Punktzahl. Ausnahmen sind geächtete Waffen, Ölsande und Fracking sowie Tabak und Pornografie. Hier lagen unsere Grenzen bei 0 für volle und bei 5 Prozent für halbe Punktzahl. Bei Umweltzerstörung, Korruption, Arbeits- und Menschenrechten kam es auf ernste und wiederholte Verstöße an.
Wir unterscheiden die Ausschlusskriterien in voll erfüllt, eingeschränkt und nicht erfüllt.
Beispiele „Fossile Energien“
Im Ausschlusskriterium „Fossile Energien“ zum Beispiel fassen wir die Punkte 1 bis 7 zusammen. Für jedes Einzelkriterium vergeben wir bei Umsätzen bis 5 Prozent die volle, bei Umsätzen bis 10 Prozent nur noch die halbe Punktzahl. Eine Ausnahme gilt für Punkt 4 „Ölsand, Schieferöl und Schiefergas“, hier gibt es einen vollen Punkt nur, wenn kein Umsatz in diesem Bereich gemacht wird, und einen halben Punkt bei Umsätzen bis 5 Prozent. Weil wir Kohleförderung und -verstromung stärker gewichten, beträgt die maximale Punktzahl 7 Punkte. Das Ausschlusskriterium „Fossile Energien“ gilt als voll erfüllt, wenn mehr als 5 Punkte erreicht sind. Bei mehr als 3,5 Punkten ist es eingeschränkt, darunter nicht erfüllt.
Beispiel „Atomkraft“
Bei „Atomkraft“ fassen wir die Punkte 8, 9 und 10 zusammen. Für jedes Einzelkriterium vergeben wir bei Umsätzen bis 5 Prozent einen Punkt, bei Umsätzen bis 10 Prozent einen halben Punkt. Das Ausschlusskriterium „Atomkraft“ gilt bei drei Punkten als voll erfüllt, ab einem Punkt als eingeschränkt und darunter als nicht erfüllt.
Wir berücksichtigen auch implizite Ausschlüsse. Bei Fonds, die nur in Staatsanleihen aus der Eurozone oder Deutschland investieren, nehmen wir an, dass die Ausschlusskriterien erfüllt sind, wenn die untersuchten Praktiken in diesen Ländern nicht vorkommen, auch wenn sie vom Anbieter im ESG-Ansatz nicht definiert werden.
Hierzu gehören die Punkte
Wir bewerten die Strenge der Auswahl. Je mehr Aktien im Auswahlprozess aussortiert werden, desto besser. Ein Ausschlussgrad von mehr als 75 Prozent ist hoch, von mehr als 50 Prozent mittel, darunter gering.
Wir bewerten es positiv, wenn der Anbieter für seinen Fonds einen Mindestanteil von 5 Prozent an Taxonomie-konformen Anlagen ausweist. Dieser Anteil darf nicht aus der Energieerzeugung mit Erdgas und Nuklearenergie stammen. Die EU-Taxonomie ist ein Regelwerk, in der umweltfreundliche Wirtschaftsaktivitäten definiert werden.
Ebenfalls positiv ist es, wenn ein ETF oder Indexfonds einen Index abbildet, der sich an den Beschlüssen des Pariser Klimaabkommens orientiert (Paris-aligned Benchmark). Solche Indizes müssen eine Treibhausgas-Intensität von weniger als 50 Prozent des klassischen Mutterindex aufweisen, dazu sehen sie eine jährliche Dekarbonisierungsrate von 7 Prozent vor. Sie schließen geächtete Waffen, Tabak, teilweise die Forderung von fossilen Brennstoffen, sowie Verstöße gegen die OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und gegen UN Global Compact-Grundsätze aus.
Desweiteren bewerten wir die Auswahlstrategien. Hierzu gehören Best-in-Class (Auswahl der Besten einer Branche), Best-of-all-Classes (Auswahl der branchenunabhängig Besten), die absolute Auswahl (Auswahl von Titeln, die ein bestimmtes Rating erreichen) und die Themenauswahl.
Die Auswahlstrategien im Detail:
Zudem bewerten wir, ob es einen Nachhaltigkeitsbeirat mit unabhängigen Experten gibt.
Nein‑X heißt, es gibt keinen solchen Beirat,
Ja‑Häkchenheißt, es gibt einen Beirat und dieser hat ein Mitspracherecht bei Festlegung der Nachhaltigkeitskriterien und Titelauswahl,
eingeschränkt heißt, dass der Beirat keine oder wenig Mitspracherechte hat.
Hier bewerteten wir, wie oft der Anbieter das Portfolio im Internet veröffentlicht, ob er offenlegt, welche Aktien oder Anleihen er aus Nachhaltigkeitsgründen verkauft hat, ob er seinen Nachhaltigkeitsansatz erläutert und regelmäßig darüber berichtet. Die Transparenz bewerten wir separat, sie fließt nicht in die Nachhaltigkeitsnote ein.
Bei Aktienfonds: EngagementAuch das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit haben wir bewertet. Damit ist gemeint, ob der Fondsanbieter auf den Hauptversammlungen der Unternehmen, an denen er beteiligt ist, seine Stimmrechte ausübt und ob er direkt mit den Unternehmen kommuniziert.
Unsere Bewertung fiel umso besser aus, je mehr die Fondsanbieter die Firmen bei ihrem Engagement begleiten. Wir erwarteten von den Fondsanbietern, dass sie Konsequenzen ziehen und ihre Aktien verkaufen, wenn der Engagement-Prozess scheitert und ein Unternehmen bestimmte Missstände nicht abstellt. Außerdem bewerteten wir, wie gut die Anbieter über ihre Engagement-Strategie informieren. Beim Prüfpunkt „Umfang des Engagements“ greifen wir auf die Selbsteinschätzung der Anbieter zurück.
Den Punkt „Engagement“ bewerten wir separat, er fließt nicht in die Nachhaltigkeitsnote ein.
Unsere Nachhaltigkeitsbewertung der Staaten haben wir mithilfe der Researchagentur The Value Group vorgenommen. Wir unterteilen die Bewertung für das ESG-Länderrating in drei Kategorien nach dem Kürzel ESG. Die Buchstaben stehen für Environmental, Social und Governance – was bezogen auf Länder mit Umwelt, Soziales und Staatsführung übersetzt werden kann. Die Bewertung stützt sich auf insgesamt elf Kriterien.
E-Score für Umweltbelange:
S-Score für Soziales:
G-Score für Staatsführung:
K.-o.-Kriterien führen zu einer Bewertung von 0 in dem entsprechenden Bereich.
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