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Kunze und Goldstein-Wolf: Der Maischberger-Streit um Hallervorden

Дата публикации: 13-08-2026 13:04:31

Die Maischberger-Debatte spaltet: Kunze lobt Hallervordens Mut, Goldstein-Wolf kritisiert scharf. Ein explosiver Konflikt über Künstler:innen-Ethik und politische Grenzen.
Die Debatte um die Talkshow von Sandra Maischberger vom Dienstag (11. August) war gerade abgeklungen, da meldete sich Malca Goldstein-Wolf auf dem Portal der Zeitung „Jüdische Allgemeine“ zu Wort. Das ARD-Format „Maischberger“ deckte ein weites Themenspektrum ab. SPD-Politiker Karl Lauterbach und der CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban diskutierten über den Personalumbau bei der CDU und die Rentenpolitik. Der...
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Empfehlungen der Redaktion

Die Debatte um die Talkshow von Sandra Maischberger vom Dienstag (11. August) war gerade abgeklungen, da meldete sich Malca Goldstein-Wolf auf dem Portal der Zeitung „Jüdische Allgemeine“ zu Wort.

Das ARD-Format „Maischberger“ deckte ein weites Themenspektrum ab. SPD-Politiker Karl Lauterbach und der CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban diskutierten über den Personalumbau bei der CDU und die Rentenpolitik. Der chinesische Künstler Ai Weiwei sprach über sein Leben als kritischer Künstler in China und Deutschland. Als Kommentatoren der Runde waren der Musiker Heinz Rudolf Kunze, die taz-Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann und RTL/ntv-Journalist Nikolaus Blome dabei.

Kunze begrüßte darin die Einladung von Dieter „Didi“ Hallervorden zur CDU-Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt. Er bezeichnete den Berliner Kabarett-Theater-Chef und Witze-Old-Schooler („Palm, Palim“) als „sprudelnden Querkopf“ und „Riesen-Vorbild“. Zugleich betonte er, mit Hallervordens Aussagen zu Israel und Gaza „überhaupt nicht einverstanden“ zu sein. Es sei jedoch ein demokratischer Brauch, auch unbequemen Positionen eine Bühne zu geben.

Goldstein-Wolfs offener Brief in der „Jüdischen Allgemeinen“

Genau diese Passage weist die in Köln lebende Aktivistin Goldstein-Wolf zurück. In ihrem offenen Brief wirft sie Kunze vor, die Wirkung solcher Aussagen zu unterschätzen. Es sei kein demokratischer Brauch, so ihre Argumentation, Hass auf Israel oder Juden eine öffentliche Bühne zu geben. Gerade Künstler mit großer Reichweite trügen Verantwortung für das, was sie gesellschaftlich verstärken.

Der Vorfall um Roger Waters und den WDR

Goldstein-Wolf kennt diese Auseinandersetzung aus eigener Erfahrung. Bereits 2017/18 protestierte sie gegen die werbliche Zusammenarbeit des WDR während einer Tour von Roger Waters. Der Ex-Pink-Floyd-Musiker gilt als Einpeitscher der BDS-Bewegung. Nach Goldstein-Wolfs Intervention beendete der WDR die Zusammenarbeit. Intendant Tom Buhrow teilte ihr damals mit, ihr Brief habe ihn bewegt. Waters reagierte öffentlich auf die Aktivistin und griff sie ihrer Darstellung nach während seiner Tournee wiederholt namentlich an. Sie wiederum erhielt ungezählte Hassbotschaften.

Kunzes Position ist dabei nicht identisch mit der Hallervordens. Er weist dessen Aussagen zu Israel ausdrücklich zurück, verteidigt aber dessen Recht, trotz dieser Positionen öffentlich aufzutreten.

Der Waters-Fall liegt Jahre zurück. Die grundsätzliche Frage bleibt jedoch dieselbe: Wie weit reicht die Verantwortung einer Institution oder eines Veranstalters für die politischen Botschaften eines Künstlers?

Freiheit der Bühne versus politische Verantwortung

Damit steht eine klassische Frage der demokratischen Kultur im Raum: Muss eine offene Gesellschaft auch Meinungen aushalten, die sie für falsch oder gefährlich hält? Oder wird die Bühne selbst zur politischen Handlung?

Goldstein-Wolf zieht die Grenze früher als Kunze. Für sie ist das öffentliche „Lob“ eines Künstlers angesichts antisemitischer oder anti-israelischer Aussagen ein „No-Go“ und keine „neutrale“ Einordnung. Kunze hingegen setzt auf die Zumutung der offenen Debatte.

Das Nachkarten von Goldstein-Wolf zeigt einmal mehr einen Konflikt, der die Kulturszene seit Jahren begleitet: Wo endet die Freiheit der Bühne, und wo beginnt ihre politische Verantwortung? Bislang hat der bald 70-jährige Musiker nicht auf ihren Anwurf reagiert.

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