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Janin Ullmann nimmt Aussage von Friedrich Merz auseinander: „Der größte Bullshit aller Zeiten“

Дата публикации: 19-08-2026 12:26:01

Gehört finanzielle Bildung in den Unterricht? Muss das Thema Finanzen in die Schulen oder sind die Eltern verantwortlich? Die Debatte dazu nimmt durch Janin Ullmann erneut Fahrt auf.

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Der Bundeskanzler betont in Interviews und Reden gern die Eigenverantwortung der Bürger. Auch in finanziellen Belangen: Friedrich Merz findet, durch ETFs sei ja alles viel einfacher geworden, der Kapitalmarkt sei dadurch quasi demokratisiert worden.

Manchmal wird ihm dann entgegengehalten, dass es da aber gewisse Probleme gebe. Zum Beispiel von Unternehmerin Verena Pausder in einer Diskussionsrunde Ende 2024. Pausder verwies damals auf die niedrige Aktienquote in Deutschland. Darauf, dass man das Thema den Leuten nicht beibringe, dass finanzielle Bildung ein Riesenthema sei.

Dem widersprach der CDU-Parteivorsitzende, der damals noch Kanzlerkandidat war. „Wie viele von deinen vier Kindern haben ein Kapitalkonto?“, wollte Merz von Pausder wissen und erklärte das Thema zur Frage des Elternhauses. „Wenn du es nicht schaffst, dann schaffen es die Lehrer deiner Kinder auch nicht“, so Merz. Pausder erwiderte, nur weil sie es schaffe, heiße das nicht, dass 83 Millionen Deutsche das schafften. Daher müsse das Thema in die Schulen.

Friedrich Merz: Ein Kapitalmarktkonto für die Enkel

Die Debatte, in der Merz auch betonte, seine Enkelkinder hätten von Geburt an ein von den Großeltern gesponsertes Kapitalmarktkonto, hat damals schon für Aufregung gesorgt: Sollten finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge davon abhängig sein, wie gut sich jemandes Eltern mit Geldanlagen auskennen?

Das Thema greift in einer aktuellen Talkrunde nun die Moderatorin und Autorin Janin Ullmann erneut auf. „Unser Bundeskanzler Friedrich Merz sagt ja, Finanzbildung gehört ins Elternhaus. Das halte ich für den größten Bullshit aller Zeiten, weil so funktioniert das nicht“, so die 44-Jährige. Nicht alle Eltern hätten Ahnung von finanzieller Bildung und könnten das ihren Kindern weitergeben. „Das sind dann eher die eh schon privilegierten und wohlhabenderen Familien, die das können.“

Zuvor hatte Ullmann, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihrer älteren Schwester in einem Erfurter Plattenbau aufwuchs, von ihren eigenen Erfahrungen berichtet.

Sie habe, selbst aus einfachen Verhältnissen stammend, früh angefangen zu arbeiten, Ferienjobs gemacht und gekellnert, um sich den ersten eigenen Urlaub leisten zu können. Aus Mangel könne Großes entstehen, so Ullmann, die sich nach dem Abitur gegen 3000 Casting-Mitbewerberinnen durchsetzte und Viva-Moderatorin wurde.

Beim Musiksender habe sie dann ihr erstes richtiges Geld verdient. Erst später, bei der Recherche zu ihrem Buch „Female Finance“, habe sie von ihrem Viva-Kollegen Oliver Pocher erfahren, dass dieser monatlich 2000 Mark mehr verdient habe als sie – „bei gleicher Leistung“.

Janin Ullmann: Thema zieht sich durch die Generationen

Damals habe sie schlichtweg nicht gewusst, dass man sein Einstiegsgehalt verhandeln könne, so Ullmann. Sie sei 18 gewesen, ohne Management und habe keine Ahnung gehabt von diesen Dingen. Zum einen sei das Eigenverantwortung, aber sie habe die finanzielle Bildung von zu Hause eben nicht gehabt. „Und meine Mama hatte die auch nicht von ihren Eltern bekommen. Das zieht sich ja dann so durch die Generationen.“ Damit kommt Janin Ullmann dann zu ihrer Kritik an Friedrich Merz und dessen Aussage.

In ihrem Buch teilt die Fernsehmoderatorin offen ihre Erfahrungen mit Geld und zeigt, wie Frauen selbstbewusst mit Finanzen umgehen können – von der ersten Gehaltsverhandlung über Money-Dates bis zu Investitionen.

Dass ihre Kritik an Friedrich Merz nun viral geht, verschafft dem Thema neue Aufmerksamkeit. In den sozialen Medien erhält Ullmann viel Zuspruch. Pädagogen melden sich zu Wort: „Ich bin Lehrerin und finde auch, dass ab Klasse 9/10 auf jeden Fall das Fach Finanzen gelehrt werden sollte. In den früheren Jahrgängen sind die meisten Kinder mental noch nicht so weit. Wenn es dann Richtung Abschluss geht, ist auch mehr Interesse da.“

Viele User stimmen zu, dass finanzielle Bildung wegen der Chancengleichheit in den Bildungsplan gehöre: „Nur wenn die Menschen früh lernen, eigenständig vorzusorgen und finanzielle Unabhängigkeit erlangen, kann das alte, übergriffige Steuer- und Abgabensystem beerdigt werden. Und es löst das Problem der finanziellen Abhängigkeit von Frauen gegenüber Männern, das noch viel zu häufig existiert.“

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