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Trade Republic Tagesgeld Girokonto: Top-Zinsen, aber schlechtere Bedingungen

Дата публикации: 20-08-2025 09:56:18

Trade Republic bietet Zinsen, die sich nach dem Leitzins richten sollen – mit Haken bei der Einlagensicherung. Eine Verbraucherzentrale hat Klage einge­reicht.

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Der Neobroker Trade Republic ist bekannt geworden durch seine güns­tigen Handels­kosten für Aktien, Fonds und ETF. Außerdem bietet Trade Republic gute Zinsen auf das nicht investierte Geld auf dem Verrechnungs­konto für täglich verfügbares Geld. Bei seinem Zins­satz richtet sich Trade Republic nach der Höhe des Einlagezins­satzes der Europäischen Zentral­bank (EZB). Dieser Zins, den die Banken für ihre Geld­anlagen bei der EZB erhalten, liegt nach der Entscheidung der EZB vom 11.6.2025 bei 2,00 Prozent. Trade Republic hat seinen Zins­satz entsprechend angepasst.

Im Juni 2024 hatte Trade Republic sein Angebot umge­stellt. Kundinnen und Kunden mussten in der App zustimmen, eine eigene Trade-Republic-Iban zu erhalten. Damit bekommen sie auf ihr gesamtes Cash-Vermögen eine Verzinsung, zugleich kann das Verrechnungs­konto dann als Giro­konto genutzt werden. Allerdings liegt nun unter Umständen nicht mehr wie bisher das gesamte Geld auf Sammel­konten von vier Part­nerbanken, sondern es wird bei nicht näher von Trade Republic definierten „höheren Beträgen“ in Geldmarkt­fonds investiert.

Tipp: In der Trade-Republic-App können Sie (etwas versteckt) einsehen, wo Ihr Geld liegt unter: Cash -> Vorteile: Zinsen -> Durch­schnitts­saldo -> So bewahren wir dein Cash auf.

Einlagensicherung nicht gegeben: Raus aus dem Tages­geld­vergleich

Das ist aus Sicht von Trade Republic nach­voll­zieh­bar, denn mit Geldmarkt­fonds kann aktuell mit großer Sicherheit ein guter Zins erreicht werden. Aber: Geld in Sonder­vermögen wie Geldmarkt­fonds unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sollte Trade Republic insolvent werden, gehört den Kunden zwar das Sonder­vermögen in den Geldmarkt­fonds, aber eine Garantie, dass die Anteile nach einer Insolvenz von Trade Republic dem Gegen­wert der Einzahlungen und Zinsen entsprechen, gibt es dort nicht.

Da wir in unserem Tagesgeldvergleich nur Geld­anlagen veröffent­lichen, die voll­ständig von der gemäß EU-Richt­linie vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherung von mindestens 100 000 Euro pro Anleger gedeckt sind, entfernten wir Trade Republic 2024 aus unserem Vergleich.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württem­berg reichte nun Mitte Januar 2025 Klage vor dem Land­gericht Berlin II wegen „irreführender Werbung“ rund um die angebotenen hohen Zinsen und Aussagen zur Einlagensicherung ein. Trade Republic weise nicht ausreichend darauf hin, dass der Zins­satz veränderlich sei und dass das Guthaben nicht voll­ständig der Einlagensicherung unterliege, sondern teil­weise auch in Geldmarkt­fonds investiert werde.

Trade Republic wehrt sich gegen die Vorwürfe und teilte mit, eine vorherige Abmahnung der Verbraucherzentrale bereits vor einigen Tagen zurück­gewiesen zu haben.

Die Finanz­aufsicht Bafin hatte 2024 auf unsere Anfrage erklärt, dass sie keine Einzel­fall­beurteilung vornehmen könne, grund­sätzlich gelte aber: „Legt eine Bank das Geld eines Kunden vereinbarungs­gemäß in Geldmarkt­fonds an, ist davon auszugehen, dass der Kunde Anteile an diesen Fonds erwirbt. Wert- oder Total­verluste sind ein intrinsisches Risiko von Anlagen in Wert­papieren und werden durch keine Sicherungs­einrichtung entschädigt.“

Eine Anfrage, ab welchen Summen Geld der Kunden in Geldmarkt­fonds angelegt wird, beant­wortete Trade Republic damit, dass dies „von Kunde zu Kunde individuell fest­gelegt“ werde. Durch unsere Lese­rinnen und Leser wissen wir, dass auch Vermögen unter 100 000 Euro betroffen sind.

Trade Republic hatte bei Bekannt­gabe der neuen Regeln angekündigt: Bestands­kunden, die der neuen Kunden­ver­einbarung inklusive neuer Iban nicht zustimmen, erhalten nach Ablauf einer Frist von 30 Tagen laut Anbieter keine Verzinsung ihres Guthabens mehr.

Tipp: Alternativen fürs Tages­geld mit voller Einlagensicherung und guten Konditionen zeigen wir in unserem Tagesgeldvergleich.

Theoretisches Risiko mit Geldmarkt­fonds

Das Risiko, als Kundin oder Kunde durch die neue Konstruktion Geld zu verlieren, ist gering. Geldmarkt­fonds sind Investmentfonds, die in Geldmarkt­papiere und Anleihen mit kurzen Rest­lauf­zeiten investieren. Sie sind sehr sicher und ihr Zins ist so gut wie immer auf dem aktuellen Zins­niveau. Privat­anleger können etwa in sogenannte Overnight-ETF investieren. In Krisen­zeiten kann es aber auch bei Geldmarkt­fonds zu Verwerfungen kommen. In welche Fonds Trade Republic das Geld ihrer Kunden konkret investiert, ist aktuell unklar.

Geld liegt bei Part­nerbanken

Wichtig zu wissen: Das Guthaben auf dem Verrechnungs­konto liegt auch mit eigener Iban weiterhin nur virtuell bei Trade Republic. Tatsäch­lich wird das Konto bei Part­nerbanken geführt. Geld bis mindestens 100 000 Euro, das nicht in Geldmarkt­fonds liegt, ist bei allen Part­nerbanken durch die Einlagensicherung abge­sichert. Kundinnen und Kunden haben keinen Einfluss darauf, bei welcher Bank ihr Geld liegt. Part­nerbanken sind derzeit Deutsche Bank, HSBC, J.P. Morgan und Citi­bank Europe. Ein Sprecher von Trade Republic sagte auf Anfrage, das Geld werde auf bis zu zwei Part­nerbanken verteilt. In der App werde dem Kunden ange­zeigt, wie viel seines Guthabens bei welcher Bank liege.

Tipp: Je nachdem, wann Sie Kunde bei Trade Republic geworden sind, bekommen Sie die Verzinsung nicht auto­matisch, sondern müssen diese in der App akti­vieren. Hierzu müssen Sie den Reiter „Cash“ wählen und dort unter „Zinsen“ die Akti­vierung einstellen.

Debitkarte ohne Jahres­gebühr

Im Januar 2024 hatte Trade Republic eine Visa-Debitkarte ohne Jahres­gebühren auf den Markt gebracht. Anders als bei Kreditkarten wird das Geld bei Debitkarten nach dem Einkauf mit der Karte direkt vom Konto einge­zogen. Die Karte ist mit dem gut verzinsten Trade-Republic-Verrechnungs­konto verknüpft. Mit der Karte können Kundinnen und Kunden online oder im Laden bezahlen und welt­weit kostenlos Geld abheben. Eine Einschränkung: Bei Abhebungen unter 100 Euro fallen Gebühren von 1 Euro pro Verfügung an. Die geltenden Wechsel­kurse von Visa für Bezah­lungen in Fremdwährung sollen in der App einsehbar sein, zusätzliche Gebühren fallen nicht an. Zwei Varianten der physischen Karte sind mit einer einmaligen Ausgabegebühr verbunden. Die glänzende „Mirror“-Karte kostet 50 Euro, die „Classic“-Karte 5 Euro. Die rein virtuelle Karte fürs Smartphone ist kostenlos.

Tipp: Kreditkarten ohne Jahres­gebühr finden Sie in unserem Test Kreditkarten im Vergleich.

Cashback für den ETF-Sparplan

Das Besondere an der Trade-Republic Karte: Es gibt bei jedem Einkauf 1 Prozent Cashback, Trade Republic nennt es „Saveback“. Das bedeutet, dass 1 Prozent der Einkaufs­summe dem Käufer wieder gutgeschrieben wird, maximal jedoch 15 Euro im Monat. Das ist relativ viel: Bei der Konkurrenz mit kostenlosen Karten gibt es maximal 0,25 bis 0,5 Prozent Cashback. Das Cashback-Geld ist allerdings nicht frei verfügbar, sondern wird in einen individuell fest­gelegten ETF- oder Aktien-Sparplan investiert. Dafür muss ein Sparplan über mindestens 50 Euro pro Monat angelegt werden. Zusätzlich soll es möglich sein, bei der Bezahlung Beträge aufzurunden und diesen Betrag ebenfalls auto­matisch in ein Wert­papier fließen zu lassen. Das Geld wird dann monatlich gesammelt und in den Sparplan investiert. Finanztest empfiehlt, das Geld als Basis­anlage in einen welt­weit anlegenden Aktien-ETF zu investieren. Bei Trade Republic lassen sich etwa ETF auf den MSCI World besparen.

Tipp: Alle Welt-ETF finden Sie in unserem Fonds­finder Fonds und ETF im Vergleich.

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