Gold ist für Vermögensanlagen sinnvoll, da es ihre Stabilität erhöht. Durch den jüngsten Preisanstieg funktionierte es auch als Renditebooster.
Noch nie war Gold so teuer wie derzeit. Der Preis des Edelmetalls wird üblicherweise für eine Feinunze (31,1 Gramm) in US-Währung angegeben, aktuell sind es 5 036 US-Dollar (16. März 2026). Einheimische Anlegerinnen und Anleger müssen zurzeit rund 4 400 Euro für einen Krügerrand mit diesem Goldanteil ausgeben. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Preis um sagenhafte 60 Prozent gestiegen. Dadurch hat es sich auch aus Renditesicht gelohnt, einen größeren Goldanteil im Portfolio zu haben. Davon sollte man aber sich nicht blenden lassen, denn Gold hatte in der Vergangenheit immer wieder lange Schwächephasen und ist nicht das, was die Stiftung Warentest als sichere Geldanlage einstuft.
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Gerade in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Instabilität setzen viele Menschen auf Gold, das als klassischer Hort der Sicherheit gilt. Doch für eine Anlage in Gold gilt das Gleiche wie für Aktieninvestments: Anlegerinnen und Anleger sollten dafür nur so viel Geld einsetzen, wie sie langfristig entbehren können. Anders als bei sicheren Zinsanlagen wie Tagesgeld und Festgeld weiß man nie, wie sich das investierte Vermögen kurzfristig entwickeln wird. Auch mit Gold kann man Verluste erleiden, wenn es zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft wird. Zudem wirft Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Die Rendite kommt ausschließlich durch eventuelle Preissteigerungen.
Gold-ETC oder physisches GoldWer sich für Gold als Beimischung interessiert, kann sogenannte Gold-ETC kaufen. Sie sind preiswert und praktisch. Eine weitere Möglichkeit sind Goldbarren oder Münzen. Wollen Sie mehr über Vor- und Nachteile wissen, lesen Sie unseren Beitrag Wie umgehen mit der Gold-Rallye. Empfehlenswerte ETC finden Sie im Artikel Goldrichtige Ergänzung fürs Depot. Und sollten Sie darüber nachdenken, ihre Goldschätze zu verkaufen, holen Sie sich Tipps in unserem kleinen Praxistest Gold verkaufen.
Goldpreis häufig gegenläufig zum AktienmarktDennoch ist das Edelmetall aber eine sinnvolle Ergänzung von Vermögensanlagen. Weil sich Gold oftmals gegensätzlich zu Aktien entwickelt, gewinnen Depots durch seine Beimischung an Stabilität. Es fragt sich nur, wie hoch der Goldanteil sinnvollerweise sein sollte. Selbst das World Gold Council gibt sich als Interessensvertretung der Goldindustrie recht zurückhaltend und empfiehlt nicht mehr als 10 Prozent. Echte Goldfans plädieren dagegen für deutlich höhere Beimischungsquoten.
Depotverläufe über mehr als 50 Jahre analysiertWelche Anhaltspunkte liefert die Entwicklung in der Vergangenheit? Wir haben Depotverläufe für verschiedene Mischungen aus dem weltweiten Aktienmarkt und Gold seit Dezember 1969 berechnet. Der Goldanteil wurde dabei in Ein-Prozent-Schritten verändert und für jeden Portfolio-Verlauf der maximale Verlust sowie die durchschnittliche Rendite ermittelt.
Wir haben die Simulationen für rein auf Rendite ausgerichtete Portfolios mit 0 Prozent Anleihenanteil durchgeführt, aber auch für offensive (25 Prozent Anleihen), ausgewogene (50 Prozent Anleihen) und defensive Portfolios (75 Prozent Anleihen). Hier haben wir den Anleihenanteil jeweils konstant gehalten und den Gold- und Aktienanteil variiert. Zudem haben wir auch ein „Sicherheits“-Portfolio betrachtet, in dem gar keine Aktien vorkommen, nur die Aufteilung von Gold und Anleihen ist unterschiedlich. Kosten und Steuern bleiben aus Gründen der Einfachheit außen vor.
Die folgenden Charts zeigen die Ergebnisse:
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Das Ergebnis für ein auf Rendite ausgerichtetes Portfolio ohne Anleihen mag am überraschendsten erscheinen: Um den Verlust so gering wie möglich zu halten, wäre ein Goldanteil von 56 Prozent optimal gewesen. In der Kombination mit 44 Prozent Aktien hätte man schlimmstenfalls 28 Prozent verlieren können. Der globale Aktienmarkt ohne Beimischung hatte einen maximalen Verlust von rund 54 Prozent.
Die Wertentwicklung profitiert von GoldDurch den enormen Anstieg in den vergangenen Jahren funktionierte Gold sogar als Renditebooster. Auf Sicht von knapp 55 Jahren seit 1969 hätte ein reines Aktienportfolio im Durchschnitt 8,4 Prozent pro Jahr gebracht, die Risiko-optimale Mischung eines 44-56-Depots aus Aktien und Gold dagegen sogar 8,6 Prozent pro Jahr.
Optimal für die Rendite wäre beim Portfolio ohne Anleihen ein Goldanteil mit 36 Prozent gewesen, die Rendite hätte hier durchschnittlich bei jährlich 8,7 Prozent gelegen. Als wir die Analyse vor einem Jahr das erste mal durchgeführt haben, lag der optimale Goldanteil für die Rendite noch bei 21 Prozent.
Die folgende Tabelle zeigt die optimale Gold-Aktien-Mischung, je nachdem, ob das Ziel Risikominimierung oder Renditemaximierung heißt. Und auch je nachdem, wie hoch der Anleihenanteil im Portfolio ist.
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Trotz der jüngsten Preisentwicklungen halten wir einen Goldanteil von um die 20 Prozent des Renditebausteins – das heißt 10 Prozent der gesamten Anlagesumme in einem ausgewogenen Pantoffel-Portfolio – für einen vernünftigen Ansatz, so wie wir es auch im Rahmen der Pantoffel-Portfolios empfehlen. Damit verringern Anleger tendenziell die Risiken im Portfolio ohne bei Seitwärtsbewegungen des Goldpreises zu sehr auf Renditechancen zu verzichten.
Aufs Portfolio bezogen bedeutet das folgende Zielgewichtungen für Gold:
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