Der Goldpreis ist seit dem Beginn des Iran-Kriegs nun wieder stark gefallen. Ist es aktuell sinnvoll, sich von Gold zu trennen? Oder eher nachkaufen? Wir haben die Tipps.
Im frühen Handel am Montag, 23. März, kostete die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) nur noch 4 300 Dollar. Der Rekordpreis von 5 000 Dollar pro Feinunze im Januar ist damit in weite Ferne gerutscht. Auf Jahressicht ist Gold damit immer noch rund 32 Prozent im Plus. In den vergangenen 30 Tagen hat der Goldpreis aber um 15 Prozent nachgegeben.
Das sind stürmische Zeiten für eine Anlage, die vielen Anlegerinnen und Anlegern als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten und Zeiten politischer Unsicherheit gilt. Seit dem Start der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran büßte der Goldpreis mehr als 18 Prozent ein, nachdem er in den ersten Tagen des Kriegs noch bis auf fast 5 420 Dollar gestiegen war.
Ein Grund könnte sein: Stark gestiegene Ölpreise haben die Inflationsrisiken erhöht und die Aussichten auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und anderer Zentralbanken verringert. Höhere Zinsen belasten tendenziell Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.
Der aktuelle Rücksetzer und der Blick in die Vergangenheit zeigen, dass Goldanleger immer wieder heftige Rückschläge verdauen müssen. Der „sichere Hafen“ ist nicht besonders wertstabil.
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Tipp: Sie überlegen, in Barren, Münzen oder Wertpapiere zu investieren? Unser Vergleich In Gold investieren zeigt, was sinnvoll und günstig ist.
Breitere Risikostreuung durch GoldTrotz der aktuellen Kurseskapaden ist es aus Sicht der Stiftung Warentest durchaus sinnvoll, seinem Vermögen etwas Gold beizumischen. Da die Preisentwicklung des Edelmetalls oft anders verläuft als die an den Aktienmärkten, wird das Depot dadurch insgesamt stabiler. Über lange Zeit blieb die Rendite aber hinter Aktienanlagen zurück. Der letzte Aufschwung ist da eher die Ausnahme.
Aktiv auf das Auf und Ab beim Goldpreis achten müssen Anleger aber nicht. Wir halten einen Depotanteil von etwa 10 Prozent in einem ausgewogenen Portfolio für vertretbar. Das heißt auch: Handeln müssen Anleger erst wenn der Goldanteil im Portfolio durch den letzten Aufschwung deutlich zu groß geworden ist und zum Beispiel bei 20 Prozent liegt. Dann ist das aktuelle Preisniveau ein guter Zeitpunkt, um einen Teil des Goldes zu verkaufen und den Anteil wieder auf die gewünschten 10 Prozent zu reduzieren.
Tipp: Die ausführliche Analyse zur Beimischung von Gold lesen Sie unter Gold als Depotbeimischung.
Größte Sicherheit mit Goldbarren und MünzenGoldkäufer können zwischen physischem Goldbesitz und Goldwertpapieren wählen. Barren und standardisierte Münzen wie der Krügerrand, American Eagle oder die kanadische Maple Leaf bieten gerade in Krisenzeiten die größte Sicherheit – sofern sie nicht geklaut werden. Ein hochwertiger Tresor oder ein Bankschließfach sind deshalb dringend zu empfehlen, was erhebliche Folgekosten mit sich bringt.
Gold-ETC sind preiswert und praktischWer auf den physischen Goldbesitz verzichten kann, findet in Gold-ETC eine preiswerte und sehr praktische Anlagealternative. ETC (Exchange Traded Commodities, auf deutsch börsengehandelte Rohstoffe) haben große Ähnlichkeit mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETF. Gold-ETC sind beim Kauf konkurrenzlos preiswert und für Wertpapierdepots sehr praktisch, da sie jederzeit handelbar sind und sich problemlos ein konstant hoher Goldanteil herstellen lässt. Nachteil: Bei Gold-ETC handelt es sich rechtlich gesehen nur um Schuldverschreibungen, die ein Pleiterisiko haben. Wir sehen diese Gefahr aber als gering an, wenn die Gold-ETC mit echten Barren abgesichert sind. Wir stellen ausschließlich solche ETC vor.
Welche Tücken Gold-ETC haben, die eine physische Auslieferung des Goldes versprechen, erfahren Sie unter Gold zum Greifen nah.
Verkauf von Altgold hat TückenIn einem kleinen Praxistest haben wir im Februar 2026 ausprobiert, wie sich eine Krügerrand-Münze verkaufen lässt und worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten. Unsere Stichprobe zeigte gravierende Preisunterschiede von 238 Euro innerhalb des zweistündigen Versuchszeitraums für dieselbe Münze.
Goldminen-ETF sind sehr spekulativAktien von Goldminenkonzernen gelten bei vielen Goldfans als Geheimtipp, um von steigenden Goldpreisen gewissermaßen mit Hebelwirkung zu profitieren. Das hat in der Vergangenheit nicht zuverlässig geklappt, da die Kurse solcher Aktien auch von vielen anderen Faktoren abhängen. Anleger sollten bei Goldminenunternehmen auf sehr hohe Kursschwankungen gefasst sein, selbst wenn man sie „im Paket“ als ETF auf einen Goldminenindex kauft. Für kurzfristige Spekulationen können Goldminen-ETF interessant sein, eine sinnvolle Alternative zu einer echten Goldbeteiligung sind sie nicht.
(mit dpa)
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